Bildarchiv
Die im DRA Frankfurt archivierte Bildüberlieferung stammt
größtenteils aus dem Archiv der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (1925-1945)
und hat seine thematischen Schwerpunkte deshalb beim Rundfunk der Weimarer
Republik und der NS-Zeit. Gemessen an der Zahl der Rundfunkmotive, die in
zeitgenössischen Rundfunkprogrammzeitschriften abgedruckt sind, handelt
es sich nur um einen Teil der Gesamtproduktion. Regional liegt der Schwerpunkt
bei den Berliner Rundfunkorganisationen, aber auch die anderen Sendegesellschaften,
insbesondere die Leipziger Mirag, sind gut vertreten. Die Überlieferung
setzt sich zusammen aus rundfunkeigenen Fotoaufnahmen und Aufnahmen von Fotografen
und Bildagenturen, die z.T. regelmäßig für die Sendegesellschaften
bzw. die Programmpresse tätig waren (z.B. Curt Ullmann, Horst G. Lehmann,
Johannes Mühler, von Dühren und Henschel, Atlantic und Transocean).
Was das Material betrifft, überwiegen im Bestand zeitgenössische
Papierabzüge. Von den Originalnegativen der rundfunkeigenen Aufnahmen
ist nur ein kleiner Teil erhalten. Ein größerer Bestand Glasnegative
diente vermutlich der Reproduktion von Fotomaterial für die Pressearbeit,
darunter auch zahlreiche Infografiken, wie sie in Jahrbüchern, Prospekten,
Diaserien und als Tafeln auf den Funkausstellungen verwendet wurden. Von den
Glasdias, die bei Werbevorträgen für das neue Medium Rundfunk eingesetzt
wurden, ist ebenfalls ein kleinerer Bestand erhalten.
Während für den Rundfunk der
Weimarer Republik vor allem die technischen Einrichtungen zur Rundfunkausstrahlung
und -produktion im Bild dokumentiert sind, liegen für den Rundfunk der
NS-Zeit auch zahlreiche sendungs- und anlassbezogene Fotoaufnahmen vor. Die
rund 2000 Personendossiers betreffen Rundfunkmitarbeiter und im Rundfunk tätige
Künstler und Zeitgenossen v.a. der NS-Zeit.
Neben der RRG-Überlieferung enthält das Bildarchiv Fotodokumente
aus Nachlässen und Privatbesitz. Hervorzuheben ist die Sammlung von Hörerbildern
aus der Frühzeit des Rundfunks, für die weitere Motive gerne entgegengenommen
werden.
Die Bildproduktion der ARD-Rundfunkanstalten ist im DRA nur zu kleinen Teilen
vertreten. Meist gelangten die Motive zur Illustration von Forschungspublikationen
oder zur Bebilderung aktueller und historischer Beiträge im ARD-Jahrbuch
ins DRA. Die Sicherung der (digitalen) Bildüberlieferung und die Bildung
eines repräsentativen historischen Bestandes wird neuerdings durch eine
kooperative Datenbank mit digitalem Bildarchiv gefördert, die das DRA
den Bildarchiven der ARD zur Mitnutzung anbietet.
Eine Auswahl aus dem Bildbestand wird in einer separaten Bildergalerie
präsentiert.