Schriftgut
ARD-Schriftgut
Das im DRA archivierte ARD-Schriftgut umfasst Aktenbestände,
Dokumentationen und Sammlungen, die die ARD im ganzen betreffen, v.a.
Unterlagen der Gremien und Gemeinschaftseinrichtungen, die die Arbeit der
Rundfunkanstalten in der ARD koordinieren. Hinzu kommen einzelne
Bestände aus den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die die oft
zerstreute und lückenhafte ARD-Überlieferung ergänzen oder
Auswahlcharakter für bestimmte Quellengattungen haben.
- Dokumentation ARD-Akten 1950-1962 (ARD-Registratur)
- ARD-Akten der Intendanz des Hessischen Rundfunks 1954-1987, einschließlich
ARD-Vorsitz 1965/66 und 1976/77
- Akten der Programmdirektion Erstes Deutsches Fernsehen (ab 1956)
- Sammlung ARD-Protokolle. Sitzungsprotokolle verschiedener ARD-Gremien,
Direktorenkonferenzen und Arbeitsgruppen (ab 1948)
- Registratur der Technischen Kommission von ARD und ZDF 1950-1990
- Akten der Technischen Direktion des Hessischen Rundfunks 1948-1986
- ARD-Büro: verschiedene Sachgebiete (UER, Auslandskorrespondenten u.a.)
- Medienarchiv (Pressedokumentation) der Programmdirektion Erstes Deutsches
Fernsehen 1970-1988
- Nachrichtentexte des SWF-Hörfunks 1961-1997
- Historische Kommission / Historisches Archiv der ARD 1962-1975 (Weinbrenner),
- Deutsches Olympiazentrum 1966-1976
Die umfangreichen Aktenüberlieferungen des SFB und des RIAS sind wegen
der Nähe zum Entstehungsort beim DRA Babelsberg als Depositium untergebracht.
Dokumentationen zur Rundfunkgeschichte
Das DRA verfügt über umfangreiche Dokumentationen zur Rundfunkgeschichte,
die im Rahmen von Forschungsprojekten zusammengetragen wurden. Zu den Materialsammlungen
der beiden Großprojekte "Rundfunk in Deutschland" (hg. von Hans Bausch,
München 1980) und "Programmgeschichte des Hörfunks in der Weimarer
Republik" (hg. von Joachim-Felix Leonhard, München 1997) zählen
systematisch aufgebaute Aktendokumentationen zum Rundfunk der Weimarer Republik
und der NS-Zeit. Das Material umfasst überwiegend Kopien von Akten aus
Bundes-, Staats-, Stadt- und Kirchenarchiven, aber auch Kopien aus Veröffentlichungen
und zerstreute Original-Dokumente. Ähnlich zusammengesetzt ist die Dokumenten-Sammlung
des ehemaligen Lektorats für Rundfunkgeschichte beim Rundfunk der DDR,
deren Teile zum Rundfunk der Weimarer Republik und der NS-Zeit an das DRA
Frankfurt übertragen wurden.
Auch die sog. ARD-Registratur 1950-1962 wurde in den 60er Jahren nachträglich
aus den Archiven und Aktendepots der ARD-Anstalten als Ersatz für die
fehlende Zentralüberlieferung zusammengetragen. Diese zuerst von Hans
Bausch für die Nachkriegsbände seiner Rundfunkgeschichte genutzte
Quelle, hat seitdem zahlreichen Forschern als Materialbasis für Untersuchungen
zur frühen ARD-Geschichte gedient. Thematisch enger gefasst ist die Dokumentation
zum DFG-Projekt "Exil und Rundfunk" (Conrad Pütter: Rundfunk gegen das
Dritte Reich, München 1986), die Aktenkopien aus in- und ausländischen
Archiven (z.B. Washington, New York, London, Paris, Straßburg und Wien)
enthält. Eine Fortsetzung erlebte dieses Projekt mit der Inventarisierung
von entsprechenden Materialien zum deutschsprachigen Rundfunk in den Archiven
der ehemaligen Sowjetunion (Veröffentlichung von Carola Tischler und
Inventar von Christa Reinhardt, 1997/98).
Daneben wird im DRA Frankfurt eine Fülle von größeren
und kleineren Dokumentationen und Sammlungen zu unterschiedlichsten Gebieten
der Rundfunkgeschichte aufbewahrt und z.T. fortgeführt, so die Sammlung
von Hörspielmanuskripten und -Rezensionen von Karl Karst, die Dokumentationen
zu den Rundfunkarbeiten von Günter Eich (Hans-Ulrich Wagner), zum Einsatz
von Rundfunkmitarbeitern in den besetzten Gebieten des Zweiten Weltkriegs
(Günther Heysing), zum Rundfunkchor Berlin (Werner Eberhardt), zum weltweiten
Kurzwellenrundfunk (Hermann Jäger), zum Musikleben in Deutschland 1950–1995
(Godwin Elbert) u.a.
Weitere Sammlungen
- Forschungsberichte Infratest zur Hörer und Fernsehteilnehmerforschung
1949-1972 (von Infratest)
- Tagungs- und Studienunterlagen der CCIR (Comité Consultativ International
des Radiocommunications) 1950-1990 (vom Institut für Rundfunktechnik)
- Tagungs- und Gremienunterlagen der Union Européenne de Radiodiffusion
(UER) ab 1951/1963 (vom ARD-Büro)
- ARD-Mitschnitt-Tage der Historischen Kommission. 24h-Aufnahmen aller Hörfunk-
und Fernsehprogramme von ARD, ZDF und der wichtigsten kommerziellen Fernsehveranstalter
mit ergänzenden Programminformationen (Bisher: 29.9.1989, 12.6.1996,
21.9.2001)
- Sendemanuskripte des Deutschen Dienstes der BBC 1981-1990
- Rundfunktechnische Unterlagen (Braunbücher) 1932-1987
Vor- und Nachlässe
- Hans Bredow (1879-1959), 1921-1926 Staatssekretär im Reichspostministerium,
1926-1933 Rundfunk-Kommissar des Reichspostministers. Schlüsselperson
bei der Einführung und Ausgestaltung des Rundfunks in der Weimarer
Republik: Dokumente zum Wirken Bredows
- Karl Block (1894-1981), 1924-1948 Mitarbeiter verschiedener Sendegesellschaften
im Bereich Hörspiel, kulturelles Wort: Korrespondenzen, Redaktionsunterlagen,
Hörspielmanuskripte u.a.
- Carola Hersel (1904-1996), 1928-1937 Mitarbeiterin der Deutschen Welle
/ Deutschlandsender bei Sendungen für junge Mädchen: v.a. Hörerkorrespondenz
- Heinrich Brunswig (1907-2003), Mitarbeiter verschiedener Firmen für
Rundfunktechnik, Professor für Hochfrequenztechnik: Dokumentation der
Rundfunk-Sendeanlagen in Deutschland von den Anfängen bis in die 90er
Jahre mit Fotoaufnahmen und technischer Literatur
- Paul Laven (1902-1979), 1925-1945 Sprecher, Sport- und Zeitfunkreporter
bei verschiedenen Sendegesellschaften/Reichssendern der Weimarer Republik
und der NS-Zeit: Persönliche Dokumente, Korrespondenz, Manuskripte
und Abdruckbelege, Fotos, Tonbänder u.a.
- Ekkehard Saß (*1932), Rundfunkautor (Essay, Feature), Prix Italia
1976: Sende-, Zuspiel- und Urbänder, Manuskripte, Publikationen u.a.
- Benno Meyer-Wehlack (*1928), Hörspiel- und Fernsehspielautor, Hörspielpreis
der Kriegsblinden 1957: Hörspiel- und Fernsehspielmanuskripte, Korrespondenz,
Kritiken, Publikationen, Tagebücher u.a.
- Irene von Mühlendahl (-2003), 1964-1995 Mitarbeiterin des Deutschen
Dienstes der BBC: v.a. Manuskripte (Tips für Touristen u.a.)