Chronik 1950-1959
1950
9./10. Juni 1950
Gründung der ARD, der "Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen
Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland" durch die sechs 1948/49

ins Leben gerufenen Rundfunkanstalten Bayerischer Rundfunk (BR), Hessischer
Rundfunk (HR), Nordwestdeutscher Rundfunk (NWDR), Radio Bremen (RB), Süddeutscher
Rundfunk (SDR) und Südwestfunk (SWF).
11. November 1950
Die Intendanten der ARD-Rundfunkanstalten verständigen sich über
die
Errichtung eines gemeinsamen Schallarchivs.
1952
1. Januar 1952
Das DRA nimmt unter dem Namen
"Lautarchiv des Deutschen Rundfunks"
seine Arbeit in Frankfurt am Main auf.
2. Dezember 1952
Die ARD-Intendanten unterzeichnen die Stiftungsurkunde und beschließen
die
Satzung für das "Lautarchiv des Deutschen Rundfunks".
Das Lautarchiv ist eine rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts
und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Als Aufgabe
wird "die Erfassung von Tonträgern aller Art" definiert, "deren geschichtlicher,
künstlerischer oder wissenschaftlicher Wert ihre Aufbewahrung und
Nutzbarmachung für Zwecke der Kunst, Wissenschaft, Forschung, Erziehung
oder des Unterrichts rechtfertigt".
Hauptzweck des
Lautarchivs ist damit die Auswahl und Dokumentation von Tondokumenten,
während die Tonträger selbst in den Schallarchiven der Rundfunkanstalten
bleiben. Die Intendanten bilden den
Verwaltungsrat und
bestimmen Kurt Magnus zu dessen Präsidenten; zu Vorstandsmitgliedern
werden
Fritz Wilhelm Pauli, bis 1945 Leiter der Musikabteilung
bzw. des Schallarchivs der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG),
und
Martin Kunath, in den 20er Jahren Mitarbeiter des Mitteldeutschen
Rundfunks in Leipzig, werden
zu Vorstandsmitgliedern bestellt.
1953
10. Februar 1953
Dem DRA wird durch den Hessischen Minister des Inneren die
Rechtfähigkeit
zuerkannt. Die Aufsicht übernimmt im Auftrag des Regierungspräsidenten
in Wiesbaden das Rechtsamt der Stadt Frankfurt am Main.
11. Juni 1953
Die ARD-Intendanten beschließen, eine
Kommission für
die Geschichte des deutschen Rundfunks einzusetzen: Den Vorsitz
übernimmt Kurt Magnus, Verwaltungsratsvorsitzender des HR und bis
1933 Direktor der RRG. Geschäftsführer wird E. Kurt Fischer,
Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des HR, bis 1945 bei der RRG beschäftigt.
1953
Der HR erwirbt das
"Bredow-Funkarchiv" und überlässt
es dem Lautarchiv als Depositum. Hans Bredow, bis 1933 Rundfunkkommissar
des Reichspostministers, hatte während seiner Tätigkeit persönliche
und offizielle Dokumente, Fotos und Druckschriften gesammelt und sein
Archiv nach 1945 zu einer Art Fachinformationsstelle ausgebaut.
1954

8.
Dezember 1954
Der
Sender Freies Berlin (SFB) wird Zustifter zum Lautarchiv
und dessen Intendant Mitglied des Verwaltungsrats.
1954
Als erste Bestände erwirbt das Lautarchiv Kopien von
Tondokumenten
aus dem Bestand von Wilhelm Doegen, der als Phonetiker und Leiter
des Lautarchivs der Staatsbibliothek Berlin Stimmporträts wichtiger
Persönlichkeiten aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts aufgenommen
hatte.
Im gleichen Jahr kommen Schallplatten und Sendemanuskripte
aus dem Theatermuseum in Kiel hinzu. Die Tonträger- und Schriftgutsammlungen
des Lautarchivs und später des DRA erhalten durch größere
und kleinere Schenkungen und Kopien aus Beständen von Privatpersonen
und Institutionen des In- und Auslands bis heute ständigen Zuwachs.
1955
28. April 1955

Die
erste Ausgabe des monatlichen "Hinweisdienstes Wort"
erscheint. Der Hinweisdienst führt Ereignisse und Gedenktage auf
und benennt dazu passende historische Tondokumente für die Programmplanung.
1956
1. Januar 1956
Erste Ausgabe des
"Hinweisdienstes Musik".
März 1956
Eine erste Kopieraktion von rund 4 500 Tonaufnahmen der RRG, die sich
seit Ende des Zweiten Weltkriegs im Archiv der British Broadcasting Corporation
in London befinden, ist abgeschlossen. Im Lautarchiv beginnt damit die
Rekonstruktion des durch Krieg, Besatzungszeit und deutsche
Teilung in alle Richtungen verstreuten
Schallarchivs der RRG.
10. Oktober 1956
Der
Norddeutsche Rundfunk (NDR) und der Westdeutsche Rundfunk
(WDR), die die Nachfolge des NWDR antreten, werden
Zustifter
zum Lautarchiv und deren Intendanten Mitglieder des Verwaltungsrats.
1958
1958
Erstmals wird ein
Katalog "Tondokumente zum Zeitgeschehen" herausgegeben, der Tonaufnahmen für die Jahre von 1901 bis 1933 nachweist; Dokumentationen mit Aufnahmen aus späteren Zeiträumen folgen.
1959
19. November 1959
Kommissarischer Nachfolger des ausgeschiedenen Vorstandsmitglieds Wilhelm Pauli wird Hans Weber, Verwaltungsdirektor des HR.
Der Saarländische Rundfunk (SR) wird Zustifter zum Lautarchiv und dessen Intendant Mitglied des Verwaltungsrats.