FAQs
Diese Seite orientiert sich an Ihren Bedürfnissen
und gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen. Sie wird kontinuierlich
erweitert.
Allgemein
Was ist das DRA?
Siehe unter Das DRA
Was ist eine Gemeinschaftseinrichtung?
Siehe unter ABC
der ARD
Wieso gibt es zwei Standorte?
Nach Artikel 36 des Einigungsvertrages ging das rundfunkspezifische Vermögen
der Rundfunkanstalten der DDR, einschließlich der Archivbestände,
durch Ländergesetze am 1. Januar 1992 auf die neuen Bundesländer
und Berlin über, die ihrerseits eine Übertragung an die ihnen zugeordneten
Rundfunkanstalten MDR, NDR, ORB und SFB vorgenommen haben. Auf Beschluss dieser
vier Rundfunkanstalten übernahm das DRA die Gesamtkoordination für
die Sichtung, Sicherung, Erschließung und Nutzung der Archivbestände
für die Zeit vom 1. Januar 1992 bis zum 31. Dezember 1993. Nach Abschluss
dieser zweijährigen Übergangsphase hat die ARD die Übernahme
der ehemaligen Rundfunk- und Fernseharchive der DDR beschlossen und zum 1.
Januar 1994 dem DRA als Standort Berlin zugeordnet. Seit Dezember 2000 befindet
sich das Archiv in Potsdam-Babelsberg.
Bietet das DRA Führungen durch seine Räumlichkeiten an?
Kostenlose Gruppen-Führungen sind an beiden Standorten nach vorheriger
Terminabsprache möglich. Wenden Sie sich bei Interesse bitte per e-Mail
an die Sekretariate in Frankfurt dra-frankfurt@dra.de
oder in Potsdam dra-babelsberg@dra.de.
Kann ich am Deutschen Rundfunkarchiv eine Ausbildung machen ?
Siehe unter Das DRA | Ausbildung/Jobs
Nutzung
Wer kann die Bestände nutzen?
Nutzen kann die Bestände auf Antragstellung jede natürliche oder
juristische Person
- für interne Zwecke der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten;
- für Zwecke der Bildung, Forschung und Lehre;
- für Veröffentlichungen in Presse, Hörfunk, Film und Fernsehen
mit künstlerischem, bildendem oder informierendem Anspruch;
- in begründeten Fällen für private und gewerbliche Projekte.
Können Privatpersonen auch unabhängig von einem kulturellen oder
wissenschaftlichen Verwendungszweck Materialien beim DRA bestellen und welche
Kosten sind zu erwarten?
Bitte informieren Sie sich über die Kosten und Bedingungen direkt über die Webseite der RBB Media GmbH:
Diese Einrichtung ist von den ARD-Anstalten u.a. mit der Verwertung des bis
zum 31.12.1991 entstandenen Programmvermögens des Fernsehens und Hörfunks
der DDR beauftragt.
Sie erfahren von der RBB Media die Konditionen für die Bearbeitung Ihrer
Anfrage.
Ich möchte in den Beständen vor Ort recherchieren, ist ein spontaner
Besuch möglich?
Eine Nutzung vor Ort (Recherche, Sichtung etc.) kann prinzipiell nur unter
Voranmeldung erfolgen. Nur dann ist es den Mitarbeitern auch möglich,
Ihren Besuch vorzubereiten und bereits im Vorfeld recherchiertes Material
für Sie bereitzustellen.
Was kosten...
- Auskünfte (telefonisch oder schriftlich) ?
Auskünfte sind im DRA kostenlos.
- Nutzung vor Ort (Sichtungen etc.) ?
Die Nutzung vor Ort, z.B. das Sichten von Material ist kostenlos.
- Materialbestellungen?
Im Rahmen des Programmaustausches sind Materialbestellungen für die
ARD und das ZDF kostenlos.
Die Kosten für andere Nutzergruppen entnehmen Sie bitte unserer Rubrik
Nutzung.
Kann man Bücher aus der Bibliothek entleihen?
Die Bibliotheken beider Standorte sind reine Präsenzbibliotheken, die
Bibliotheksbestände können daher nur vor Ort eingesehen werden.
Bestände
Aus welchen Zeiträumen liegen die Ton- und Filmmaterialien vor?
Historische Tonaufzeichnungen und Rundfunkaufnahmen (keine Filme!) bis 1945
sind am Standort Frankfurt archiviert, DDR-Rundfunk- und Fernsehproduktionen
befinden sich in Potsdam.
Gibt es im DRA alles, was jemals im Rundfunk und Fernsehen gesendet wurde?
Nicht alles, was produziert und gesendet wurde, ist im DRA überliefert;
die Bestände des DRA können demnach nur einen Ausschnitt des eigentlichen
Programmgeschehens abbilden. Zuständig für Materialien der alten
Bundesländer nach 1945 sind weitgehenst die Archive der öffentlich-rechtlichen
Landesrundfunkanstalten. Materialien aus den privaten Rundfunkanstalten erhalten
Sie ebenfalls nur bei ihnen selbst. (Siehe auch nächste Frage.)
Archiviert das DRA Babelsberg auch im Fernsehen ausgestrahlte Kinofilme
der DEFA oder ausländische Film- und Fernsehproduktionen?
Nein, im DRA Babelsberg finden sich lediglich Eigenproduktionen des DDR-Fernsehens.
Bei Interesse an DEFA-Filmen wenden Sie sich bitte an den Progress
Film-Verleih Immanuelkirchstraße 14, 10405 Berlin.
Bei Fremdfilmen kann der Produzent von Archivseite ermittelt werden, Sie müssen
mit dem Produzenten dann selber Kontakt aufnehmen.
Können im Rahmen des Programmaustauschs Hörfunk- und Fernsehproduktionen
der ARD auch direkt über das DRA bestellt werden?
Das DRA in Frankfurt weist in seinen Katalogen zwar eine Vielzahl
an ARD-Produktionen nach und kann diese beschreibenden Informationen den
Nutzern zur Verfügung
stellen. Das Material selbst ist jedoch bei den einzelnen Rundfunkanstalten
archiviert und muss auch dort angefordert werden.
Kann ich Tonträger, Filme, Fotos, Schriftgut u.ä. direkt an das
DRA abgeben?
Ja, selbstverständlich. Wir freuen uns über jegliche Art von Beständen,
mit denen Lücken in der Überlieferung geschlossen werden können.
Die Materialien können auch vom DRA abgeholt werden. Bei größeren
Umfängen ist eine Übernahme jedoch nur nach vorheriger Absprache
möglich.
An wen kann ich mich wenden, wenn ich konkrete Bestandsanfragen habe?
Siehe unter Nutzung | Service
Hörfunk- und Fernsehgeschichte
Wann beginnt, wann endet der DDR-Hörfunk/das DDR-Fernsehen?
Kurz nach Kriegsende, am 13. Mai 1945, nahm der Berliner Rundfunk als Rundfunkstation
der sowjetischen Besatzungszone seinen Sendebetrieb im traditionsreichen Berliner
Funkhaus an der Masurenallee in Berlin-Charlottenburg auf. Im Herbst 1952
erfolgte die Übersiedlung ins neu errichtete Funkhaus an der Nalepastraße
in Berlin-Oberschöneweide.
Das Fernsehen in der DDR nahm am 21. Dezember 1952 seine öffentliche
Programmtätigkeit aus dem Fernsehzentrum in Berlin-Adlershof auf. Es
war dies zunächst ein reines Versuchsprogramm mit nur wenigen Sendungen
am Tage. 1956 begann unter dem Namen Deutscher Fernsehfunk der regelmäßige
Sendebetrieb. Am 3. Oktober 1969 eröffnete das DDR-Fernsehen sein zweites
Programm mit der Ausstrahlung von Farbsendungen. 1972 wurde die Fernseheinrichtung
in Fernsehen der DDR umbenannt. Im März 1990 erfolgte die Rückbenennung
in Deutscher Fernsehfunk.
Nach der politischen Wende in der DDR existierten das Funkhaus Berlin und
der Deutsche Fernsehfunk gemäß Artikel 36 des Einigungsvertrages
bis zum 31. Dezember 1991 unter der Aufsicht eines Rundfunkbeauftragten weiter,
der von den fünf neuen Bundesländern gewählt worden war und
der "Einrichtung" vorstand. Zum 31. Dezember 1991 wurde diese
"Einrichtung" aufgelöst.
Aus welchem Jahr stammt die erste Rundfunkaufnahme und von wo wurde sie
übertragen?
Versuche, Sprache und Musik über den Äther zu übertragen,
erfolgten in Deutschland verstärkt seit 1920. Die LORENZ-"Versuchsfunkstelle"
in Eberswalde nahm in diesem Jahr regelmäßige Experimentalsendungen
mit Sprach- und Musikprogrammen auf. Ab Mitte des Jahres brachte Königs
Wusterhausen tägliche Probesendungen mit Sprache und Grammophonmusik.
Am 22. Dezember folgte das erste "Instrumentalkonzert" mit Geige,
Harmonium und Chorgesang. "Akteure" waren die diensthabenden Telegrafenbeamten.
Der 29. Oktober 1923, 20.00 Uhr, gilt indes als die Geburtsstunde des regelmäßigen
und offiziellen Rundfunkprogramms in Deutschland: "Die Sendestelle Berlin,
Voxhaus" beginnt mit der Ausstrahlung ihres Programms, das "Unterhaltungsrundfunk"
genannt wird.