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Dokument des Monats April 1999

Fernsehfilm "Krupp und Krause"

Zu den filmischen Zeitgemälden, die sich den Verschiebungen der politischen Kräfteverhältnisse in Deutschland in diesem Jahrhundert widmeten, gehörte der fünfteilige Fernsehfilm "Krupp und Krause", der im Januar 1969 im 1. Programm des DDR-Fernsehens ausgestrahlt wurde. Am Schicksal des Helden Fred Krause, gespielt von Günther Simon, wurden 60 Jahre deutsche Arbeiterbewegung verdeutlicht. Sein dargestellter Lebensweg vom Arbeiter bei Krupp bis zum Generaldirektor des Magdeburger Ernst-Thälmann-Werkes war eine dramatische Parabel, die die gesellschaftlichen Umbrüche in Deutschland und letztlich den Sieg der Arbeiterklasse verdeutlichen sollte. Das wurde auch an der Veränderung des Sendetitels deutlich gemacht. Zeigten die ersten drei Teile unter dem Titel "Krupp und Krause" die Jahre bis 1945 auf, so spiegelte der Titel der beiden letzten Teile "Krause und Krupp" die Entwicklung in der DDR wider. Die einzelnen Teile besaßen zudem noch spezifische Untertitel.

  • 05.01.1969 Krupp und Krause (1): Warum ist es am Rhein so schön ?
  • 07.01.1969 Krupp und Krause (2): Maskenball
  • 09.01.1969 Krupp und Krause (3): Bis die Haie torkeln
  • 12.01.1969 Krause und Krupp (4): Zerbrochen sind die Ringe
  • 14.01.1969 Krause und Krupp (5): Die Zeit der Fundamente

Foto: Portrait von Generaldirektor Fred Krause auf der Leipziger Messe
Bild: Generaldirektor Fred Krause (Günther Simon, links) im Gespräch mit dem Krupp-Direktor Dr. Mengert (Hannjo Hasse, rechts) auf der Leipziger Messe
  Hörzitat (1'20''): Generaldirektor Fred Krause im Gespräch mit dem Krupp-Direktor Dr. Mengert auf der Leipziger Messe

 

Ähnlich Sakowskis "Wege übers Land" (1968) sollte der Film an individuellen Lebensschicksalen Lehren der deutschen Geschichte vermitteln. Der Film war ein expliziter Beitrag zum 20. Jahrestag der DDR. Als literarische Vorlage für den Fernsehfilm diente der 1965 erschienene Roman "Krupp und Krause" des westdeutschen Autors K. H. Helms, der von dem Autor Gerhard Bengsch bearbeitet und erweitert wurde. Die Frankfurter Rundschau schrieb dazu: "Während sich Helms mit einer partiellen Demontage der Krupp-Legende begnügte (deren Faszination er übrigens am Ende selbst wieder erliegt), zielt Bengsch auf umfassendere historische Aufklärung. Über den 1933 endenden Roman hinaus verfolgt er das Schicksal seiner Helden bis in die Gegenwart." (Frankfurter Rundschau vom 25.01.1969)

Das Produktionsteam um den Regisseur Horst E. Brandt und den Dramaturgen Ottomar Lang engagierte für die Umsetzung des Stoffes zahlreiche hochkarätige Schauspieler der DDR. Neben dem Hauptdarsteller Günther Simon sind Lissy Tempelhof als seine Frau, Angelica Domröse, Helga Göring, Herbert Köfer, Hewart Grosse, Gerry Wolff, Jürgen Frohriep und viele andere zu sehen.


Foto: Der junge Fred Krause mit seiner Mutter Frieda Krause und seinem Vater Fritz Krause
Bild: Der junge Fred Krause (Jaecki Schwarz) mit seiner Mutter Frieda Krause (Helga Göring) und seinem Vater Fritz Krause (Gerd Ehlers)

Stand: April 1999

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 16.11.2006  | IMPRESSUM | nach oben