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Dokument des Monats März 2001

Einzige Tonaufnahme des deutschen Geheimsenders Radio Humanité


Deutsches Abwurfflugblatt, 1940 'Wo ist denn der Tommy geblieben?'

"Wo ist denn der Tommy geblieben?" (Deutsches Abwurfflugblatt, 1940): Deutete an, dass die britischen Soldaten sich mit französischen Frauen amüsieren, während deren Männer an der Front kämpfen.
Foto: Deutsches Historisches Museum, Berlin



Foto: Adolf Raskin

Adolf Raskin (1900-1940): war ab 1939 unter Goebbels' Aufsicht für die gegen Frankreich und England gerichteten Geheimsender zuständig
Foto: Deutsches Rundfunkarchiv, Frankfurt am Main

   

Am 16. Dezember 1939 nahm ein neuer Sender in französischer Sprache sein Programm auf: Radio Humanité behauptete, ein kommunistischer, in Frankreich mobil operierender Sender zu sein und rief zum Widerstand gegen den "imperialistischen Krieg" auf. In Wirklichkeit handelte es sich um einen von Goebbels ins Leben gerufenen Geheimsender, der über mehrere deutsche Reichssender ausstrahlte. Sein Ziel war es, während des "Sitzkrieges" die Kriegsmoral der Franzosen zu schwächen und später, als der Westfeldzug folgte, Angst und Schrecken unter der französischen Bevölkerung zu verbreiten und deren Massenflucht zu intensivieren.

Am 16. Dezember 1939 nahm ein neuer Sender in französischer Sprache sein Programm auf: Radio Humanité behauptete, ein kommunistischer, in Frankreich mobil operierender Sender zu sein und rief zum Widerstand gegen den "imperialistischen Krieg" auf. In Wirklichkeit handelte es sich um einen von Goebbels ins Leben gerufenen Geheimsender, der über mehrere deutsche Reichssender ausstrahlte. Sein Ziel war es, während des "Sitzkrieges" die Kriegsmoral der Franzosen zu schwächen und später, als der Westfeldzug folgte, Angst und Schrecken unter der französischen Bevölkerung zu verbreiten und deren Massenflucht zu intensivieren.

Triumphierend schrieb Goebbels in seinem Tagebuch am 10. Februar 1940: "Die Franzosen suchen krampfhaft unseren Geheimsender". Auch in Deutschland scheint er aber für echt gehalten worden zu sein, da wie zu vermuten ist, ein Mitschnitt zu Abhörzwecken angefertigt wurde. Dieser auf den 14. Januar 1940 datierte Mitschnitt, der seit kurzem im Schallarchiv des Deutschen Rundfunkarchivs am Standort Frankfurt am Main aufbewahrt wird, ist die einzige überlieferte Tonaufnahme von Radio Humanité und liefert wertvolle Hinweise darüber, wie im Zweiten Weltkrieg die NS-Rundfunkpropaganda gegen das Ausland klang.

Hörzitate von Radio Humanité (14. Januar 1940):

Hörzitat 1: Aufruf zum Widerstand gegen den internationalen Kapitalismus, zum Bruch mit dem Verbündeten Großbritannien und zur Beendigung des Krieges (frz). (RealAudio-Ausschnitt: 1'17")

Hörzitat 2: Absage mit Wellenangabe und Hinweis darauf, dass der Sender dank der finanziellen Unterstützung zahlreicher französischen Arbeiter gegründet wurde (frz) . (RealAudio-Ausschnitt: 1'32")

Der nach dem Waffenstillstand nutzlos gewordene Sender wurde am 25. Juni 1940 eingestellt.

Ausführlichere Informationen zum Thema:
Muriel Favre: "Radio Humanité, der Sender der revolutionären Arbeiterbewegung".
O-Ton des deutschen Geheimsenders gegen Frankreich im Zweiten Weltkrieg.
In: Rundfunk und Geschichte, Jg. 27 (2001), H. 1/2, S. 62-66. (PDF-Format, 69 KB)

Stand: 27.4.2001

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 16.11.2006  | IMPRESSUM | nach oben