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Dokument des Monats März 2003

Fernsehzentrum Berlin, März 1953:
Trauerprogramm für Stalin

Detailansicht: Auszug aus dem korrigierten Sendelaufplan des Fernsehzentrums Berlin für das Versuchsprogramm März 1953

Detailansicht1
Detailansicht: Auszug aus dem korrigierten Sendelaufplan des Fernsehzentrums Berlin für das Versuchsprogramm März 1953
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Auszug aus dem korrigierten Sendelaufplan des Fernsehzentrums Berlin für das Versuchsprogramm März 1953


"Das Herz des Kampfgefährten und genialen Fortsetzers der Sache Lenins, des weisen Führers und Lehrers der Kommunistischen Partei und des Sowjetvolkes, Josef Wissarionowitsch Stalin, hat aufgehört zu schlagen." Mit diesen Worten informierte Radio Moskau die Welt über den Tod Stalins. Der Staats- und Parteichef war am Abend des 5. März 1953 gestorben. Sein Tod bestimmte die Radiosendungen in der DDR, aber auch schon das vom Fernsehzentrum Berlin ausgestrahlte Fernseh-Versuchsprogramm. Das ursprünglich geplante Programm wurde durch ein Trauerprogramm ersetzt.

Als Nachweisquelle für dieses Trauerprogramm, wie auch für alle Programmänderungen aus aktuellem Anlass, versagen die Programmabdrucke in der Rundfunkprogrammzeitschrift und der Tagespresse, da die Sendermeldungen, wegen der erheblichen Vorlaufzeiten für den Druck, den Redaktionen schon Tage vorher vorliegen mussten. Rekonstruieren lässt sich das Trauerprogramm lediglich anhand des erhalten gebliebenen Programmschriftguts des DDR-Fernsehens: Sendepläne, Ansagetexte, Sendemanuskripte und Kommentare, insbesondere aber anhand des von der Programmdirektion geführten korrigierten Sendeplans, der nach der Ausstrahlung des Tagesprogramms entsprechend berichtigt wurde. Dieser Sendeplan des DDR-Fernsehens liegt im Deutschen Rundfunkarchiv für den Zeitraum von 1952 bis 1991 vor.

Die abgebildeten Auszüge aus dem Korrigierten Sendeplan zeigen deutlich, wie durch das Ereignis in die bestehende Programmplanung eingegriffen werden musste.

Am 9. März, dem Tag der Beisetzung Stalins, strahlte das Fernsehzentrum Berlin kein eigenes Programm aus. Tatsächlich hätte das Fernsehen mit den Funkberichten der Rundfunksender, die aktuell von den Ereignissen in Moskau berichteten und die den gesamten Tag bestimmten, auch in keiner Weise konkurrieren können. Die Menschen wollten die Beisetzungsfeierlichkeiten "live" am Rundfunkgerät miterleben, und dies konnte das Fernsehen noch nicht leisten. Zudem war es wegen der noch geringen Verbreitung in der öffentlichen Wahrnehmung nahezu bedeutungslos.


Postskriptum
Am 5. März 1953 starb in Moskau der volkstümliche russische Komponist Sergei Prokofjew, weltberühmt geworden mit "Peter und der Wolf". Sein Tod wurde in Moskau und in den von dort ferngelenkten Staaten kaum beachtet. Er stand im Schatten des anderen Toten.

Stand: März 2003

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 16.11.2006  | IMPRESSUM | nach oben