Dokument des Monats September 2003
Wölfe! Zurück in Deutschland (Wölfe: Tier des Jahres 2003)
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Hörzitat (6'19''): O-Ton-Beispiele
aus dem Geräuscharchiv des DRA (TS 981)
Wölfe - O-Ton-Beispiele aus dem Geräuscharchiv des DRA
(TS 981):
- Wolfsrudel im Freien
- Wolf
- Wolfsrudel im Freien
- Wölfe im Zwinger
- Junge Wölfe
Foto DRA/A. Mantay (1985)
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Sein Ruf ist nicht der beste, und durch intensive Bejagung ist das Raubtier
aus Mitteleuropa fast vertrieben worden. Nun ist der Wolf (lat. canis lupus)
zum "Tier des Jahres" 2003 gewählt worden. Damit wird eine
Tierart unterstützt, die nun dabei ist auf natürlichem Wege wieder
nach Deutschland zurückzukehren. Von Polen aus haben sie die Oder überquert.
In der Vergangenheit wurden dem Tier bestialische und blutrünstige Eigenschaften
angedichtet: blutgierige Bestie; frisst mit Vorliebe kleine Kinder und alte
Mütterchen; Inkarnation des Teufels; die Sünde und das Böse
allgemein, etc. Jeder kennt die Märchen vom "großen, bösen
Wolf" in "Rotkäppchen" oder "Der Wolf und die sieben
Geißlein", jeder kennt die Geschichten von Werwölfen, die
nächtens Menschen auflauern. Bis heute werden solche Geschichten von
der Filmindustrie gerne verfilmt. Viele berüchtigte Geschichten über
den Wolf sind im Umlauf. Aber es gibt auch eine ganze Reihe von Filmemachern,
die die Mär vom bösen Wolf entkräften wollen und in einfühlsamen
Porträts mit beeindruckenden Bildern das Familienleben des Urvaters unserer
Hunde zeigen.
Mancherlei Redensarten, in denen der Wolf eine Rolle spielt, und meist eine
negative, sind nach wie vor im Umlauf. Schon im Neuen Testament (Matthäus
7,15) wird auf eine Gruppe von Menschen angespielt, die sich Honorare für
Orakel zahlen ließen, ohne zur Prophetie berufen zu sein. Sie wurden
als "Wölfe in Schafskleidern" (zit. Schafspelz) charakterisiert:
"Sehet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch
kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe." Dieser Vergleich
findet sich deutsch schon im Gedicht "Renner" des Hugo von Trimberg
und in "Der verlorene Sohn" von Burkhard Waldis: "Wan der wulf
will roven gon, / so tuet he schaps kleder an."
Dem Wolf als Metapher begegnet man auch in verschiedenen Titeln der Romanliteratur.
Ein Welterfolg wurde der 1958 erschienene, 1965 verfilmte Roman "Nackt
unter Wölfen" von Bruno Apitz. Hans Fallada veröffentlichte
1937 den Roman "Wolf unter Wölfen", 1965 wurde Falladas Arbeit
vom Deutschen Fernsehfunk verfilmt.
Neben diesen beiden fernsehdramatischen Produktionen finden sich zahlreiche
Hinweise auf das "Tier des Jahres" 2003 auch in den Produktionen
des Kinderfernsehens und der Publizistik des Deutschen Fernsehfunk/Fernsehen
der DDR.
Titel in Auswahl:
- IDNR: 56104
Serie/Reihe: Unser Sandmännchen
Serien/Reihen: Vor- und Abspann (PU 0649)
Sendetitel: Peter und der Wolf
Thema: Rahmenhandlung. Märchenrahmen, Sandmann besucht Peter im Haus
des Großvaters.
Regisseur: Zeh, Brigitte
Autor Szenarium: Preuße, Gerdamarie
Dramaturg: Sturm, Ursula
Komponist: Prokofjew, Sergej
- IDNR: 56242
Serie/Reihe: Unser Sandmännchen
Serien/Reihen: Einzel- und Sonderfilme (PU 0396) Abendgruß (ABG 04845)
Sendetitel: Hilfe, drei Wölfe im Wald
Erstsdg. Datum: 02.04.1972
Thema: Auf dem Weg zu ihrer Großmutter wird Rotkäppchen von drei
Wölfen bedroht.
Inhalts-Referat: Drei Wölfe versperren Rotkäppchen den Weg im
Wald.
Angsterfüllt holt sie Schneewittchen und die sieben Zwerge zu Hilfe.
Mutig
versuchen sie die Wölfe zu vertreiben, werden aber von diesen in die
Flucht
geschlagen. Dies beobachten drei Männer, die sich über die Ängstlichkeit
der Zwerge lustig machen. Aber auch ihnen ergeht es nicht besser. Erst der
Sandmann
hat einen erfolgreichen Einfall: mit lärmenden Gegenständen ziehen
sie alle aus und erschrecken so die Wölfe. Nun kann Rotkäppchen
ohne
Sorge ihren Weg fortsetzen.
Regisseur: Behrendt, Gerhard
Autor Szenarium: Feustel, Ingeborg
- IDNR: 34183
Serie/Reihe: Unser Sandmännchen
Serien/Reihen: Einzel- und Sonderfilme Abendgruß (ABG 06262)
Sendetitel: So ein Wolf
Erstsdg. Datum: 01.01.1978
Thema: Winterwald - Viele Tiere spielen, musizieren und singen gemeinsam.
Ein
kleiner Wolf will mitspielen, aber alle rennen von ihm weg. Ein Fuchs schubst
den kleinen Wolf durch ein Fenster zu den Hasen. Sie bekommen einen Schreck,
aber freunden sich langsam an. Zeichentrickfilm.
Regisseur: Behrendt, Gerhard
Autor Buch: Dancker, Susanne
- IDNR: 77911
Sendetitel: Peter und der Wolf
Untertitel: Ein musikalisches Märchen
Erstsdg. Datum: 13.10.1959
Thema: Ein Ballettfilm für Kinder mit einem Kind, Peter Pischner, als
Sprecher.
Regisseur: Just,;
Redakteur: Kuberski,;
Choreographie: Dathe-Elske, Ursula
Moderator: Pischner, Peter
- IDNR: 35825
Serie/Reihe: Märchen vom guten Wolf (1)
Sendetitel: Märchen vom guten Wolf (1)
Der Schauigel
Der verwunschene Frosch
Vorlagentitel: Märchen vom guten Wolf
Erstsdg. Datum: 29.03.1991
Thema: Ein Igel will den Wettlauf zwischen Hase und Igel aus dem Märchen
wiederholen. Siegessicher drängelt er seinen Nachbarn, den Hasen, zu
einem
Wettlauf. Der Hase aber nimmt den Wettlauf nicht ernst und lädt die
Igelin
in die Hasenhöhle ein. Der Igel ist empört, daß die aufgeschriebene
Geschichte nicht der Wahrheit entspricht und beschließt, Figuren aus
anderen
Märchen zu befragen, ob es sich bei ihnen so zugetragen habe, wie es
im
Buche steht. Zuerst erzählt der Froschkönig, wie seine Geschichte
"wirklich" verlaufen ist: Als kleiner, harmloser Brunnenfrosch
sei
er gegen seinen Willen von der Prinzessin verwandelt worden und müsse
jetzt
unglücklich am Königshofe leben.
Regisseur: Netzband, Horst
Autor Szenarium: Göpfert, Mario
Liter. Vorlage: Göpfert, Mario
Dramaturg: Bereska, Odette
- IDNR: 35826
Serie/Reihe: Märchen vom guten Wolf (2)
Sendetitel: Märchen vom guten Wolf (2)
Der garstige Besuch
Grünkäppchen und der gute Wolf
Vorlagentitel: Märchen vom guten Wolf
Erstsdg. Datum: 31.03.1991
Thema: Nach dem Froschkönig besuchen Hase, Igel und Igelin die Knusperhexe.
Diese ist aber schon alt und kann nicht mehr zaubern. Hänsel und seine
Schwester Gretel nutzen das gründlich aus, tyrannisieren die Hexe und
zerstören
das Pfefferkuchenhaus. Nun sind sich Hase und Igel sicher, daß auch
der
Wolf aus "Rotkäppchen" ein lieber Kerl ist. Sie bieten ihm
an,
seine Geschichte, die sie zu kennen glauben, mit ihm zu spielen. Dem echten
Märchenwolf beginnt das Spiel zu gefallen, das ihn als guten Kerl zeigt,
der von Grünkäppchen, der Großmutter und dem Jäger
nur
verkannt wird. Er möchte trotzdem gern den Hasen fressen, und nur eine
List der Igelin kann den Hasen davor bewahren.
Regisseur: Netzband, Horst
Autor Szenarium: Göpfert, Mario
Liter. Vorlage: Göpfert, Mario
Dramaturg: Bereska, Odette
Inszenierung: Funke, Michael
Komponist: Saleh, Karl-Heinz
- IDNR: 55205
Serie/Reihe: Tierparkteletreff
Serien/Reihen: mit Prof. Dr. Dr. Dathe
Sendetitel: Bei Wolf, Luchs und Wildkatze
Erstsdg. Datum: 30.06.1984
- IDNR: 39273
Sendetitel: Mister Abenteuer und seine Wölfe
Untertitel: Heinz Meynhardts letzter Film
Erstsdg. Datum: 25.10.1990
Thema: Heinz Meynhardt stellt in seinem letzten Film Werner Freund aus Merzing
vor, der über fünfzehn Jahre im Kammerforst mit Wölfen zusammenlebte.
Regisseur: Matthes, Ingrid
Redakteur: Richter, Marie-Luise
- IDNR: 76882
Serie/Reihe: Prof. Tembrocks Rendezvous mit Tieren
Sendetitel: Familienleben der Wölfe
Erstsdg. Datum: 31.12.1991
Thema: Lebensweise und Verhalten der Wölfe.
Redakteur: Jäschke, Hiltrud
Moderator: Tembrock, Günter
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"In Zukunft sollten wir dem Wolf mit gesundem Respekt und Vorsicht,
aber frei von irrationalen Ängsten gegenübertreten."
Stand: September 2003