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Dokument des Monats August 2004

Konstantin Simonow

Er schrieb über den Krieg, damit es keinen neuen Krieg gibt


Foto: Portrait von Konstantin SimonowKonstantin Simonow wurde am 28. November 1915 in Petrograd geboren. Die Mutter Simonows stammte aus einer Adelsfamilie, der Stiefvater war Offizier der zaristischen Armee. Nach der Oktoberrevolution trat Simonow in die Rote Armee ein. Seine ersten Gedichte und Poeme waren noch der Liebe gewidmet. Nach seiner Arbeit als Dreher und seinem Studium am Moskauer Literaturinstitut von 1934 bis 1938 nahm er ab 1941 bis zur Befreiung vom Hitlerfaschismus in Berlin als Frontberichterstatter für die "Prawda" und die "Krasnaja Swesda" am Großen Vaterländischen Krieg teil. In seinen Romanen, Dramen und Gedichten beschrieb der Schriftsteller Leben und Kampf der sowjetischen Menschen gegen die faschistischen Eindringlinge. Zu seinem bekanntesten Werk gehört die Romantrilogie "Die Lebenden und die Toten", "Man wird nicht als Soldat geboren" und "Der letzte Sommer". Zeitlebens beschäftigte ihn das Thema des Großen Vaterländischen Krieges, um die Erinnerung wach zu halten und seiner Verpflichtung im Kampf um die Erhaltung des Friedens nach zu kommen. Konstantin Simonow starb am 28. August 1979 mit 63 Jahren in Moskau.


Hörzitat 1 (3'42''): Interview mit Konstantin Simonow, u.a. über seinen Roman 'Die Lebenden und die Toten' und zu seiner gegenwärtigen Arbeit am Roman 'Man wird nicht als Soldat geboren' (russ. dt. Übers.). Interviewer: Ch. Weiß, 29.4.1964 / DRA Babelsberg DOK 2876/1/2

Hörzitat 2 (3'41''): Hilmar Thate liest aus dem Roman "Die Lebenden und die Toten"
19.6.1965 / DRA Babelsberg DOK 2642


Eines der bewegendsten Liebesgedichte, das die sowjetischen Soldaten durch alle Schlachten begleitete, schrieb Simonow gleich zu Beginn des Großen Vaterländischen Krieges. Dieses Gedicht wurde von Michail Blanter vertont und klang in die ganze friedliebende Welt hinaus.
 

Wart auf mich  

Wart auf mich, ich komm zurück,
aber warte sehr.
Warte, wenn der Regen fällt,
grau und trüb und schwer.

Warte, wenn der Schneesturm tobt,
wenn der Sommer glüht.
Warte, wenn die andern längst,
längst des Wartens müd.

Warte, wenn vom fernen Ort
dich kein Brief erreicht.
Warte - bis auf Erden nichts
deinem Warten gleicht.

Wart auf mich, ich komm zurück.
Stolz und kalt hör zu,
wenn der Besserwisser lehrt:
"Zwecklos wartest du!"
Wenn die Freunde, Wartens müd,
mich betrauern schon,

trauernd sich ans Fenster setzt
Mutter, Bruder, Sohn.
Wenn sie, mein gedenkend dann
trinken herben Wein.
Du nur trink nicht - warte noch
mutig - stark - allein.

Wart auf mich, ich komm zurück,
ja, zum Trotz dem Tod,
der mich hundert-, tausendfach
Tag und Nacht bedroht.
Für die Freiheit meines Lands,
rings umdröhnt, umblitzt,
kämpfend, fühl ich, wie im Kampf
mich dein Warten schützt.

Was am Leben mich erhält,
weißt nur du und ich:
daß du, so wie niemand sonst,
warten kannst auf mich.


Weitere Aufnahmen

  • Gespräch mit Konstantin Simonow, u.a. über seine Teilnahme am Kongress für Deutsch-Sowjetische Freundschaft, über die Bedeutung des Kongresses, der unter dem Zeichen des Kampfes für den Frieden verlief, zur Freundschaft zwischen den Völkern, zum bevorstehenden Friedenskongress in Moskau (russ. dt. Übers.)
    Interviewerin: unbekannt
    9.7.1949 / DRA Babelsberg DOK 1202/1/2 18'00
  • Gespräch mit Konstantin Simonow, u.a. über seinen gegenwärtigen Aufenthalt in der DDR, über seinen Roman 'Die Lebenden und die Toten', zum Krieg als zentrales Thema seines Schaffens und zu neuesten Arbeiten (russ. dt. Übers.)
    Interviewer: Klaus Bellin
    10.9.1972 / DRA Babelsberg DOK 1603/1/3 7'00
  • Gespräch mit Konstantin Simonow, der Gast des 6. Festivals des politischen Liedes ist (russ. dt. Übers.)
    Interviewer: Alfred Eichhorn
    12.2.1976 / DRA Babelsberg 2004570102 8'00
  • "... solange sich ein Soldat auf den Weg macht"
    Dokumentarische Betrachtung über Konstantin Simonow
    Autor und Sprecher: Friedrich Hitzer
    Sprecher: Alfred Knop, Matthias Meier
    23.5.1981 / DRA Babelsberg 2005033X00 59'40
  • 'Man wird nicht als Soldat geboren'
    Das Leben und das literarische Schaffen von Konstantin Simonow, dazwischen:
    Ernst Busch singt das Lied 'Wart auf mich' von Simonow / gestaltete Lesung aus dem Roman 'Man wird nicht als Soldat geboren' / Ernst Busch singt das Lied 'Meinst Du die Russen wollen Krieg?'
    Sprecher: unbekannt
    18.3.1983 / DRA Babelsberg 2007872000 29'00
  • 'Es gibt kein fremdes Leid' - Prosa und Verse von Konstantin Simonow
    Lesung aus 'Die Lebenden und die Toten' sowie Gedichte aus den Jahren 1941 bis 1945 aus der Sammlung 'Wie lang vergessene Träume' vom Verlag Volk und Welt, dazwischen äußert sich Konstantin Simonow zu seinem Leben und seinem Buch '20 Tage ohne Krieg' und erinnert sich der Begegnung sowjetischer und amerikanischer Soldaten 1945 bei Torgau an der Elbe
    Autor: Helmut Baldauf
    Sprecher: Daniel Minetti
    Sprecher: Werner Ehrlicher
    Sprecher: Ulrich Voß
    21.4.1985 / DRA Babelsberg 2009247X00 52'30


Lesungen

  • Aus den Kriegstagebüchern
    Ezard Haussmann
    3.5.1980 / DRA Babelsberg 2004933000 19'40
  • Der letzte Sommer
    Hans Maikowski
    13.8.1972 / DRA Babelsberg 2004320X00 49'50
  • Die Trennung
    Rudolph Christoph
    5.12.1971 / DRA Babelsberg 2004283X00 51'00


Hörspiel

  • Aus den Notizen Lopatins (Konstantin Simonow)
    mit Ernst Meincke, Walter Wickenhauser, Karin Ugowski u.a.
    Regie: Helmut Hellstorff
    22.10.1987 / DRA Babelsberg IFD 759 69'45
  • Geheimnisse um P-E-3 (Konstantin Simonow)
    mit Wolf Kaiser, Rita Mosch, Christa Gottschalk u.a.
    Regie: Carl Nagel
    1.2.1950 / DRA Babelsberg 3000074X00 62'00


Vertonung

  • Wart auf mich
    Autor: Konstantin Simonow
    Komponist: Michail Blanter
    Gesang: Vera Oelschlegel
    02.09.1972 / DRA Babelsberg StMU3165 2'55
Stand: August 2004

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 16.11.2006  | IMPRESSUM | nach oben