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Dokument des Monats Juli 2004

Die historische Gabler-Orgel zu Weingarten in Rundfunkaufnahmen aus dem Jahre 1938


Foto: Die Orgel der Basilika St. Martin und Oswald
Die Orgel der Basilika St. Martin und Oswald, erbaut
von Joseph Gabler in den Jahren 1737 bis 1750

Die Orgel in der Basilika St. Martin und Oswald zu Weingarten zählt mit ihren 6890 Pfeifen (Stand nach der Restaurierung 1983) zu den größten und bedeutendsten historischen Orgeln im süddeutschen Raum. Geschaffen wurde sie von dem aus Ochsenhausen stammenden Orgelbauer Joseph Gabler (1700-1771). Gabler erlernte zunächst den Beruf des Zimmermanns und erwarb sich später seine Kenntnisse im Orgelbau in Mainz. Genaueres über seinen Werdegang ist leider nicht bekannt. Die Orgel in Weingarten ist Gablers zweites Instrument. Seine erste Orgel schuf er für die Abtei seiner Heimatstadt Ochsenhausen.

Die Baugeschichte des Weingartener Instruments ist komplex und beginnt im Grunde mit dem Neubau der barocken Basilika in den Jahren 1715 bis 1724. Der neue Kirchenraum sollte selbstverständlich mit einer repräsentativen Orgel ausgestattet sein. Das Kloster konnte sich aber lange nicht entscheiden, an welchen Orgelbaumeister der Auftrag vergeben werden sollte.

Joseph Gabler mußte sich einer starken Konkurrenz stellen. Der berühmte Orgelbauer Andreas Silbermann aus Straßburg unterbreitete im Jahre 1720 als erster sein Angebot. Warum er den Auftrag nicht erhielt, ist nicht zu klären. Im Jahre 1737 erhielt der damals noch unbekannte Joseph Gabler den Zuschlag. Der Bau der Orgel war mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Nach 13 Jahren Bauzeit wurde die Orgel schließlich am 24. Juni 1750 geweiht und in Gebrauch genommen.

Gablers Orgel in Weingarten stellt in zweierlei Hinsicht eine Meisterleistung dar: einerseits in der harmonischen Integration des Instruments in die Architektur des Kirchenraums und andererseits in der mechanischen Steuerung. Das Instrument verfügt über einen freistehenden Spieltisch - eine absolute Seltenheit in jener Zeit. Ein technisches Glanzstück ist auch das Kronpositiv, das rund 10 Meter über dem Spieltisch zu schweben scheint, trotz der Tatsache, daß die Windversorgung für dieses Teilwerk immer problematisch blieb. Orgelbauerisch hat das Instrument aber auch Schwächen. So hat Gabler die Mensuren der Pfeifen für den großen Kirchenraum viel zu eng bemessen. Die Folge ist ein - selbst im "vollen Werk" - zarter Klang, der den Raum kaum zu füllen vermag.

Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Gabler-Orgel zahlreiche klangliche und technische Veränderungen. Die umfangreichsten Modifikationen wurden im 20. Jahrhundert vorgenommen. 1912 erhielt die Orgel ein separates Fernwerk mit sieben Hochdruckregistern, um den Klang im Raum tragfähiger zu machen. Dieses Seraphonwerk versagte 1944 seinen Dienst. Darum entschloß man sich im Jahre 1953, ein neues Zusatzwerk zu bauen. In den Jahren 1981 bis 1983 wurde die Gabler-Orgel nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten von der Firma Kuhn aus Männedorf in der Schweiz restauriert und mit wenigen Kompromissen auf den Originalzustand von 1750 zurückgeführt.

Am 1. Juni 1938 spielte der damalige Organist an der Weingartener Basilika, Hermann Feifel, für den Reichssender Stuttgart Werke von Johann Sebastian Bach ein. Diese Aufnahmen zählen zu den ältesten, die von der Weingartener Gabler-Orgel existieren. 12 Schellackplatten sind aus dieser Aufnahmereihe erhalten und werden im Deutschen Rundfunkarchiv am Standort Wiesbaden aufbewahrt. Zwei Aufnahmen seien an dieser Stelle exemplarisch vorgestellt:


Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Hörzitat 1 (3'31''): Praeludium e-Moll, BWV 533
Hörzitat 2 (1'30''): "Es ist das Heil uns kommen her, BWV 638

Hermann Feifel, an der Gabler-Orgel zu Weingarten Aufnahmedatum: 1. Juni 1938

Die Aufnahmen dokumentieren den Zustand der Orgel nach den grundlegenden Eingriffen durch die Firma Weigle im Jahre 1912. Sie sind wichtige Zeugnisse der sich im Laufe der Zeit wandelnden Klangbilder der Orgel und ermöglichen einen interessanten Vergleich mit Aufnahmen, die nach den Eingriffen von 1953/54 und der Restauration von 1981 bis 1983 entstanden sind. Von dem voluminösen Klang der Orgel auf den Aufnahmen aus dem Jahre 1938 sollte man sich freilich nicht täuschen lassen. Er ist das Resultat der Aufnahmetechnik. Selbst mit der modernsten Aufnahmetechnik des 21. Jahrhunderts läßt sich der Höreindruck, den man vor Ort in der Basilika von der Gabler-Orgel hat, nur sehr schwer einfangen. Und so empfiehlt sich der Besuch eines Orgelkonzertes in der Basilika St. Martin und Oswald zu Weingarten, um einen unverfälschten Eindruck vom Klang der berühmten Gabler-Orgel zu gewinnen.

Links mit weiterführenden Informationen:

Disposition der Orgel
Konzerthinweise auf der Homepage der Pfarrgemeinde St. Martin, Weingarten

Stand: Juli 2004

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 16.11.2006  | IMPRESSUM | nach oben