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Dokument des Monats März 2004

Neue Tondokumente von Maria Cebotari


Südwestdeutsche Rundfunk-Zeitung vom 2. Februar 1936
Südwestdeutsche Rundfunk-Zeitung
vom 2. Februar 1936

So kündigte die Südwestdeutsche Rundfunk-Zeitung ein Konzert an, das am 2. Februar 1936 im Großen Saal des Frankfurter Saalbaus stattfand und live vom damaligen Reichssender Frankfurt übertragen wurde. Das Frankfurter Funkorchester spielte unter Leitung seines damaligen Chefdirigenten Hans Rosbaud "Le tombeau de Couperin" von Maurice Ravel und die sogenannte "Große C-dur-Sinfonie", D 944, von Franz Schubert. Im Mittelteil des Programms sang Maria Cebotari die Konzertarie "Entflohen ist die letzte Hoffnung" (Mia speranza adorata), KV 416, und die Arie der Konstanze "Martern aller Arten" aus der Oper "Die Entführung aus dem Serail", KV 384, von Wolfgang Amadeus Mozart.

 

Frankfurter Funkorchester
Das Frankfurter Funkorchester unter Leitung von Hans Rosbaud
im großen Sendesaal des Frankfurter Funkhauses


Das Konzert wurde vom Reichssender Frankfurt für spätere Wiederholungssendungen auf insgesamt 26 einseitig bespielten Schellackplatten festgehalten. Nur 5 Platten aus diesem Set haben die Zeitläufe überdauert. Sie beinhalten die beiden kompletten Mozart-Arien mit Maria Cebotari. Im Januar 2004 hat das DRA diese 5 Schellackplatten leihweise zur Verfügung gestellt bekommen, um die Aufnahmen mit den modernsten Methoden klangtechnisch zu restaurieren. Die restaurierten Aufnahmen können für journalistische, wissenschaftliche und kulturelle Zwecke im DRA bestellt werden.
Hier können Sie Ausschnitte als RealAudio-Ton hören:

Wolfgang Amadeus Mozart

Hörzitat 1 (2'43''): Entflohen ist die letzte Hoffnung, KV 416:
Hörzitat 2 (2'28''): Martern aller Arten (aus: Die Entführung aus dem Serail, KV 384)

Maria Cebotari, Sopran
Frankfurter Funkorchester
Leitung: Hans Rosbaud
Aufnahmedatum: 2. Februar 1936


Foto: Portrait von Maria Cebotari
Maria Cebotari
Die zum Zeitpunkt der Aufnahme "noch sehr junge" Maria Cebotari feierte acht Tage nach dem Konzert im Frankfurter Saalbau ihren 26. Geburtstag. Die Sopranistin stammte aus Bessarabien. Sie wurde am 10. Februar 1910 in Kischinjow (Chisinau), der heutigen Hauptstadt Moldawiens, geboren und hieß eigentlich Maria Cebutaru. Als Neunzehnjährige entschloß sie sich, Sängerin zu werden, und ging nach Berlin, um bei Oscar Daniel zu studieren. 1931 holte sie Fritz Busch an die Dresdner Staatsoper. Dort debütierte sie mit triumphalem Erfolg in der Rolle der Mimi in Giacomo Puccinis "La Bohème". Dies war der Beginn einer großen Karriere. 1931 trat Maria Cebotari erstmals bei den Salzburger Festspielen auf. Seit 1935 gastierte sie regelmäßig an der Berliner Staatsoper. Im Jahre 1943 folgte sie einem Ruf an die Wiener Staatsoper, wo sie auch nach dem Zweiten Weltkrieg große Erfolge feierte.

Maria Cebotari beherrschte ein umfangreiches Bühnen- und Konzertrepertoire. Besonders wurde sie aber als Interpretin von Richard Strauss und Wolfgang Amadeus Mozart bewundert.

Auch als Filmschauspielerin war sie beliebt und berühmt. Zu den Filmen, in denen sie auftrat, zählen "Mädchen in Weiß" (1936), "Mutterlied" (1938) und "Amami, Alfredo!" (1940). Maria Cebotari starb im Alter von nur 39 Jahren, am 9. Juni 1949, in Wien.

Stand: März 2004

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 03.01.2008  | IMPRESSUM | nach oben