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Dokument des Monats November 2006

"Sprachunterricht für einen Kaiser"

Die Probeaufnahmen zum Aufruf Kaiser Wilhelms II. an das deutsche Volk zu Beginn des Ersten Weltkrieges

 

Kaiser Wilhelm II in Uniform
Postkarte, Wilhelm II 1905
(Deutsches Historisches Museum, Berlin)

Wenige Tage nach dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo griff "ganz Europa" zu den Waffen. Als im Deutschen Reich mobil gemacht wurde, schlugen die Wogen einer allgemeinen Kriegseuphorie sehr hoch. In dem allgemeinen Jubel richtete der deutsche Kaiser Wilhelm II. am 6. August 1914 einen Aufruf an sein Volk.
In mitreißenden Worten sprach er von den Feinden, die dem Deutschen Reich seinen Erfolg neiden und sich nun rüsten, um es zu überfallen: Mitten im Frieden überfällt uns der Feind. Darum auf zu Waffen! Transkript des Aufrufs
Diese flammenden Worte klingen ihrem sprachlichen Duktus nach, als ob sie direkt während der Ansprache des Kaisers aufgenommen worden wären. Tatsächlich wurde diese Aufnahme nicht zum Beginn, sondern zum Ende des Krieges, am 10. Januar 1918 erstellt. Anders als im August des Jahres 1914 gab es am Anfang des vierten Kriegsjahres jedoch wenig Anlass mehr zu kriegerischer Euphorie. Es bedurfte deshalb besonderer Anstrengungen des Redners, die damalige Aufbruchstimmung noch einmal in der Schallaufnahme lebendig werden zu lassen.

Trotz der Professionalität des "Medienkaisers" bedurfte es jedoch einer Reihe von Probeaufnahmen, ehe eine akzeptable Aufnahme produziert werden konnte. Unter der Anleitung des Sprachforschers Wilhelm Doegen gelang es schließlich doch, eine authentisch klingende Rede zu rekonstruieren. Es ist dabei sehr interessant zu hören, wie sich Kaiser Wilhelm vom anfänglich monotonen Ablesen des Textes zu der rhetorisch akzeptablen Version hinarbeitet.

Foto
Wilhelm Doegen (rechts) im Berliner Rundfunk am Mikrophon, um 1930
(Aus: Jahrbuch des Lautwesens 1931, von Wilhelm Doegen, 1930)

Schon vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges hatte Wilhelm Doegen die Bedeutung der neuen Möglichkeiten der Sprachaufnahme für die Wissenschaft erkannt. Nachdem er anfangs sehr erfolgreich Schallaufnahmen für den Sprachunterricht entwickelte und verbreitete, konnte er das Preußische Kultusministerium 1915 zur Bildung der "Königlich Preußischen Phonographischen Kommission" bewegen. Diese erhielt den von Doegen initiierten Auftrag, in den Kriegsgefangenenlagern Schallaufnahmen von Sprachen und Dialekten der Insassen anzufertigen und so ein "Stimmenmuseum der Völker" zusammen zu stellen.
Neben dieser Aufgabe nahm Doegen Kontakt mit wichtigen Personen der Kultur und Zeitgeschichte auf und ließ diese herausragende Reden vergangener Jahre noch einmal nachsprechen. Als einen der wichtigsten Redner konnte er Kaiser Wilhelm II. gewinnen.

Die meisten Tonträger mit Wortaufnahmen der so genannten "Sammlung Doegen" werden heute als "Berliner Lautarchiv" in der Berliner Humboldt-Universität aufgehoben. Das Original der vorliegenden Probeaufnahme liegt jedoch als Schellackplatte in den Beständen des Deutschen Historischen Museums, Berlin, und wurde im DRA technisch aufbereitet und digitalisiert.

(Georg Vorwerk)

Aufnahmen:

Hörzitat 1 (1'06''): Aufruf Kaiser Wilhelms II. an das deutsche Volk
10.01.1918 / DRA Wiesbaden

Hörzitat 2 (1'16''): Probeaufnahme des Aufrufs Kaiser Wilhelms II. an das deutsche Volk
10.01.1918 / DRA Wiesbaden

 

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Hinweis

Die Rede selbst wurde bereits auf der CD "Der Kaiser kommt – der Kaiser geht" in der Reihe "Stimmen des 20.Jahrhunderts" veröffentlicht und ist im Webshop des DRA erhältlich.

CD-Cover: Der Kaiser kommt - der Kaiser geht
 
Der Kaiser kommt - der Kaiser geht
Tondokumente aus den Jahren 1900 bis 1918
Icon DRA-WebShopCD Nr. 30
Preis: 5,00 €
im WebShop erhältlich

 

Stand: 31.10.2006

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 29.01.2007
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