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Dokument des Monats Februar 2007

100. Geburtstag des "roten Barons" Manfred von Ardenne


Am 20. Januar 1907 kam Manfred Baron von Ardenne als Sohn eines Offiziers in Hamburg zur Welt.
Als Spross einer alten Adelsfamilie wurde er – unter wechselnden politischen Verhältnissen – zu einer der schillerndsten Erfinderfiguren und zum vielleicht letzten "Universalgenie" in Deutschland.

Schon als Kind verhielt sich Ardenne "auffällig", sein Zimmer verwandelte er zeitweise in ein Chemie- oder Röntgenlabor bzw. in eine Sendestation. Im Alter zwischen 14 und 17 Jahren entwickelte er unter anderem empfindlichere Radioempfänger und mehrstufige Verstärkerendstufen.
Sein erstes Patent erwarb er mit 16, mit 17 veröffentlichte er sein erstes Buch.
Das Gymnasium konnte Ardenne auf Grund seiner schlechten Leistungen indes nicht beenden, auch die Universität in Berlin brach er nach vier Semestern ab, um sich als Autodidakt weiter zu bilden.

Foto: Prof. Manfred von Ardenne erläutert das erste von ihm entwickelte 
		     elektronische Fernsehgerät aus dem Jahr 1930
Prof. Manfred von Ardenne erläutert das erste von ihm entwickelte elektronische Fernsehgerät aus dem Jahr 1930.
Foto: DRA/Nickel

Schon mit 21 Jahren war es Ardenne möglich, sich mit den Lizenzen aus seinen Patenten ein eigenes Labor für Elektronenphysik in Berlin-Lichterfelde einzurichten. Auf der Funkausstellung des Jahres 1931 hatte Ardennes elektronisches Fernsehsystem Premiere. Er legte die Grundlagen für die Radartechnik und das Rasterelektronenmikroskop. Er arbeitete an Dingen, die für die Kriegsführung interessant waren und beschäftigte sich u.a. mit Atomversuchen. Dafür, dass er sein Wissen den Nazis zur Verfügung stellte, erhielt er im Januar 1945 den Titel "Reichsforschungsrat" zuerkannt.

Die nächsten zehn Jahre, von 1945 bis 1955, verbrachte Ardenne in der Sowjetunion, wo er durch seine Arbeiten über industrielle Isotopentrennung zur Entwicklung der sowjetischen Atombombe beitrug.

Als Ardenne nach Deutschland zurückkehren durfte, entschied er sich für ein Leben in der DDR. Er baute in Dresden auf dem "Weißen Hirsch" sein neues Institut auf, einziges privates Forschungsinstitut und größter privater Betrieb in der DDR.
Ardenne stand immer im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Politik. Er, der keiner Partei angehörte, war in verschiedenen höchsten DDR-Gremien tätig, u.a. war er Mitglied des Forschungsrates, des DDR-Friedensrates sowie für den Kulturbund Abgeordneter der Volkskammer.
Ardenne galt für die DDR-Staatsführung als eine Art "Vorzeigewissenschaftler", er begleitete sie auf Auslandsreisen und repräsentierte auf den Leipziger Messen. Als Dank dafür konnte er sein Privatinstitut weiter ausbauen und unter sozialistischen Bedingungen ein gutbürgerliches Leben führen.

Foto: Prof. Manfred von Ardenne in seinem privaten Forschungslabor in Dresden
Prof. Manfred von Ardenne in seinem privaten Forschungslabor in Dresden, 1987
Foto: DRA/Büttner

Sein Institut leistete genau das, was die DDR-Regierung immer wieder von den staatlichen Forschungseinrichtungen forderte, nämlich die Nähe zur Industrie und die Entwicklung praktisch verwertbarer, patentwürdiger, Devisen bringender Forschungsergebnisse.

Über 600 Patente hat Ardenne im In- und Ausland angemeldet, noch mehr wissenschaftliche Publikationen verfasst. Sein Name ist untrennbar verbunden mit Entwicklungen auf dem Gebiet der Funk- und Fernsehtechnik, der Elektronenmikroskopie, der Ionen- und Plasmatechnik, der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie und der Krebs-Mehrschritt-Therapie.

Am 26. Mai 1997, kurz nach seinem 90. Geburtstag, starb Manfred von Ardenne in Dresden.
Das Forschungsinstitut auf dem "Weißen Hirsch" hatte es nach der Wende schwer, musste Mitarbeiter entlassen und sich neu orientieren. Heute ist es als Unternehmensgruppe "Von Ardenne" mit verschiedenen Unternehmen auf dem Gebiet der Forschung für Anlagentechnik und Sicherheitstechnik sowie in der angewandten medizinischen Forschung tätig.


Hörzitate:

Hörzitat 1 (3'40''): Manfred von Ardenne auf der Volkskammertagung zum Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem"
25.2.1965, DRA Babelsberg, ANR D002062700

Hörzitat 2 (1'05''): Manfred von Ardenne über die frühzeitige Förderung von wissenschaftlichen Begabungen
Radio DDR I am 25.4.1981, DRA Babelsberg, ANR 2021731X00

Hörzitat 3 (1'59''): Manfred von Ardenne über die Erfindung des Fernsehens
Radio DDR II am 21.3.1989, DRA Babelsberg, ANR 2008565000

(Angela Mehner)

 

Stand: 26.01.2007

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 29.01.2007
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