Direkt zum Inhalt springen. Alternativ zur Kopf-Navigation ist die Sitemap zu empfehlen
Bestände
Nutzung
Online-Dienste
Publikationen
Rundfunkgeschichte
Das DRA
Vor 1945 / BRD
DDR
Digitalisierte Bestände
Weitere Bestände
Tonaufnahmen
Bildarchiv
Schriftgut
Printmedien
Hörfunk
Geräusche
Fernsehen
Bildarchiv
Schriftgut
Printmedien
Schriftgut-Bestand des RIAS
Schriftgut-Bestand des SFB
Service
Findmittel
Benutzungsordnung
Audio/Hörfunk
Fernsehen
Bildarchiv
Schriftgut
Printmedien
Personen/Ereignisse
Hinweisdienste
Themenportal
Bestandsinfos
Register
Datenbanken
Termindienste
Das besondere Dokument
Spezial
Spezial multimedial
Archiv
Schwarzer Kanal
Fernseh-Krimis
Zuschauerforschung
Hörerforschung
ARD-Intern
ARD-Hörspiel-DB
ABC der ARD
Chronik der ARD
weitere Datenbanken
Personen
Ereignisse/Themen
Bücher
CDs
DVDs
Radio-Geschichte
Schriftsteller im Rundfunk
Bildergalerie
Ausstellung
Rundfunk vor 1933
O-Ton in der NS-Zeit
Schallaufzeichnung
Autorenregister:
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
Suche
Rundfunk bis 1945
Rundfunktechnik
Plakate DDR-FS
Wimpel DDR-FS/HF
Aufgaben und Ziele
Chronik
Standorte
Kooperationspartner
Ausbildung und Jobs
Informationstechnologie
Redaktion ARD-Publikationen
ZSK
1950-1959
1960-1969
1970-1979
1980-1989
1990-1999
2000-2011
Deutscher Bundestag
DHM
Netzwerk Mediatheken
Verlage
Ausbildungsprojekte
Ausbildungsmöglichkeiten
Jobs
AKTUELLESTERMINE
| SUCHE | Links | FAQs | Newsmail | Kontakt | Sitemap | Siteinfo
 

Das besondere Dokument - 2015/2

"Columbus 64" und das 11. Plenum 1965 – Eingriffe in einen Fernsehfilm

Screenshot: Armin Mueller-Stahl als Columbus-Figur Georg Brecher in der Wismut
Armin Mueller-Stahl als Columbus-Figur Georg Brecher in der Wismut
Screenshot aus: "Columbus 64", Teil 2 (ungesendete Fassung)

In dem Film "Granit" von Ulrich Thein, in dem einige echte und sehr gute Ansätze zur zeitgenössischen Aussage als Positivum enthalten sind, ist der motivmäßig treibende Anstoß für den "Helden": der Sex.
 
(Zitat aus einem Bericht, der den Teilnehmern des 11. Plenums des ZK der SED in einer Lesemappe vorlag)
 

"Columbus 64 – Eine Fernseherzählung in vier Kapiteln" von Ulrich Thein entstand zwischen 1964 und 1966. Sie erzählt die Entwicklungsgeschichte eines Reporters mit schriftstellerischen Ambitionen, der sich auf Entdeckungsreise durch die sozialistische Gegenwart und damit auch zu sich selbst begibt. Die Geschichte der Filmproduktion gleicht selbst einer Odyssee. Wie verzweigt und voller Widerstände sie sich entwickeln würde, hatten sich die Macher wohl nicht träumen lassen.
 

Das 11. Plenum des Zentralkomitees der SED 1965

Anfang der 1960er Jahre wagte sich der damalige DDR-Parteichef Walter Ulbricht an die Reformierung des Wirtschaftssystems. Neben liberalen Marktmechanismen sollte Verantwortung dezentralisiert und stärker Fachspezialisten überlassen werden. Auch in anderen Bereichen kam es zu einer Liberalisierung. Die junge Generation forderte selbstbewusst mehr Freiräume und Mitspracherecht. Dem heraufziehenden Generationenkonflikt versuchte Ulbricht mit Öffnung zu begegnen, so mit dem Jugendkommuniqué von 1963, das der Jugend weniger "Gängelei" und mehr "Vertrauen und Verantwortung" zusprach.

Vor genau 50 Jahren, am 15. Dezember 1965, wurde das 11. Plenum des ZK der SED einberufen, um sich hauptsächlich mit wirtschaftlichen Themen zu befassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Machtkampf jedoch zugunsten der Reformgegner um Erich Honecker entschieden. Besonders ältere und dogmatische Parteifunktionäre sahen ihre Position durch die Politik Ulbrichts gefährdet.

Auf diesem als "Kahlschlag-Plenum" berüchtigt gewordenen 11. Plenum wurden Kunst und Kultur für unerwünschte Tendenzen wie Jugendkrawalle und die Wirtschaftsmisere verantwortlich gemacht. Literatur, DEFA-Spielfilmproduktion, Theater und Bildende Kunst erschienen geeignet, ein Exempel zu statuieren. Es diente der Klärung des Selbstverständnisses im Machtapparat.

Das 11. Plenum bedeutete einen kulturellen Rückfall, von dem sich die DDR nicht mehr erholen sollte. Neue Ausdrucksformen und offene Diskussionen wurden unterdrückt, Künstler zur Selbstzensur gezwungen.

Rundfunk und Fernsehen wurden pauschal mit verurteilt, spielten aber eine untergeordnete Rolle. Es scheint, als habe das 11. Plenum im Fernsehen nur am Rande stattgefunden. Eine Rolle spielte dabei der langjährige Intendant des DDR-Fernsehens Heinz Adameck, der einen engen Draht zu den Machthabenden pflegte und ein Gespür für notwendige politische Anpassungen hatte. Vor allem aber hatte das Fernsehen andere strukturelle Voraussetzungen.
 

Verbotsfilme im DDR-Fernsehen

Das Fernsehen war direkt der Abteilung Agitation und Propaganda im ZK der SED zugeordnet. Die starke Einbindung in den Machtapparat hatte einen unmittelbaren Zugriff und kurze Kommunikationswege zur Folge. "Korrekturen" und "Selbstkritik" fanden oft zu einem frühen Zeitpunkt statt.

Foto: Walter Ulbricht zu Besuch im DFF 1961
Walter Ulbricht zu Besuch im DFF 1961. Rechts Heinz Adameck.
Foto: DRA/Waltraut Denger

Im DDR-Fernsehen kam es immer wieder zu zensorischen Eingriffen. Sie verteilten sich aber auf die gesamte Zeit seines Bestehens und kulminierten nicht um das 11. Plenum. Um 1977/78 wurden mehr Filme abgebrochen oder zurückgezogen als in den 1960er Jahren. Auch für 1962 sind Maßregelungen gegen Produktionen bekannt, prominentes Beispiel ist das Verbot von Günter Stahnkes "Monolog für einen Taxifahrer". In den Monaten darauf wurden Produktionen regelmäßig überprüft, es kam zu Personalwechseln.

Als der Kurswechsel im Dezember 1965 vollzogen wurde, waren die Verantwortlichen im Fernsehen bereits seit einigen Wochen darüber im Bilde. Vermutlich ab November wurden aktuelle Produktionen daraufhin geprüft, ob sie Anlass zur Kritik boten, und Maßnahmen ergriffen. Es kam zu Folgen für einige Produktionen wie "Die Sprengung" oder "Strafsache gegen Wellershof", die nicht gesendet oder erst gar nicht fertiggestellt wurden, ihre Verbotsgeschichte ist aber wenig bekannt.

Zugute kam dem Fernsehen außerdem, dass der gerade noch rechtzeitig Anfang Dezember 1965 gesendete Mehrteiler "Dr. Schlüter" das verkörperte, was einige Funktionsträger sehen wollten. Er wurde auf dem 11. Plenum zum Vorbild dafür erklärt, dass Individuum und sozialistische Gesellschaft ineinander aufgingen anstatt mit Entfremdung und Widersprüchen zu kämpfen.
 

Das Fernsehen auf dem 11. Plenum

Trotzdem wurde auch das Fernsehen auf dem 11. Plenum kritisiert, besonders durch den führenden Dogmatiker Erich Honecker. Zentrale Angriffe galten einem "spießbürgerlichen Skeptizismus", Unmoral, Darstellungen von Brutalität und sexueller Triebhaftigkeit. Widersprüche würden verabsolutiert und Konfliktsituationen konstruiert, es werde ein negatives Bild der Wirklichkeit gezeichnet und eine künstliche Entfremdung des Individuums in der Gesellschaft heraufbeschworen.

Den Plenumsteilnehmern ging vorab eine Lesemappe mit Texten zu. Diese enthielt auch den "Auszug aus einem Bericht über die Situation im Kulturbereich des Deutschen Fernsehfunks". Bemerkenswerterweise wurde darin explizit an der Produktion "Granit" – so der Arbeitstitel von "Columbus 64" – Kritik geübt:

In dem Film "Granit" von Ulrich Thein, in dem einige echte und sehr gute Ansätze zur zeitgenössischen Aussage als Positivum enthalten sind, ist der motivmäßig treibende Anstoß für den "Helden": der Sex. Dies verbindet sich mit einer Intellektualisierung des gesamten Milieus. […] In diesem Film treten nebeneinander aber gewissermaßen als Brüderpaar auf: der Schriftsteller Erik Neutsch für das Neue aus Bitterfeld und der Sänger Biermann, der sich selbst zum Helden aufposiert und ein revisionistisches Lied anstimmt. Im ganzen: Jugend und Sex sind eins! Neutsch und Biermann sind miteinander einverstanden.

Darüber hinaus verurteilte man auch Kriminalfilme und Fernsehspiele mit verharmlosenden Tendenzen. Die DEFA-Produktionen seien offensiver, während das "Gift im Fernsehen versteckt wird, unangesprochen bleibt, sich andeutet". Daraus entstehe "dieser fürchterliche kleinbürgerliche Matsch" und dagegen ließ sich offenbar weniger eindeutig vorgehen.
 

Columbus 64

"Columbus 64" bot mehrere Angriffsflächen. Die Integrität des begabten Jungregisseurs Ulrich Thein, die prominente Besetzung und der Produktionsaufwand garantierten aber auch sein Überleben. Intendant Heinz Adameck hatte Thein nach dessen Film "Der andere neben dir" (1963) gefördert, die beiden pflegten sogar ein freundschaftliches Verhältnis.

Für Heinz Adameck und Ulrich Thein stellte das Leben im Bergbaugebiet der SDAG Wismut – sowjetisch-deutsche Aktiengesellschaft für die Förderung von Uranerz – den Ausgangspunkt des Stoffs dar. Das zeigt auch der Arbeitstitel des Films, "Granit". Anfang 1964 verbrachte Thein Zeit in der Wismut, um die Erzählung zu entwickeln. Daneben entstanden mehrere Erzählstränge um die Entwicklung der Hauptfigur Georg Brecher, gespielt von Armin Mueller-Stahl.

Brecher hadert mit sich und der Gesellschaft, ist verschuldet und egozentrisch. Er führt ein unstetes Leben, geht keinem geregelten Beruf nach und hat wechselnde Liebesbeziehungen. Spaß interessiert ihn mehr als ein "fester Standpunkt". Aus der Not heraus nimmt er den Auftrag für eine Reportage über die Arbeit eines ausgezeichneten Wismut-Brigadiers an.

Seine Erlebnisse auf dem Tagebau "IV. Parteitag" lösen in ihm einen Wandel vom Zyniker zum lebensbejahenden, Verantwortung übernehmenden Vater aus. Die Wismut-Bergarbeiter, viele von realen Kumpeln gespielt, werden als rau, aber herzlich dargestellt. Brechers Abenteuer als Kipperfahrer hat visuelle Anklänge an Wildwest-Motive.
 

Die abenteuerliche Produktionsgeschichte

1965 fanden aufwendige Drehtage vor Ort statt. Unter den damaligen Bedingungen stellten die Dreharbeiten im Tagebau und unter den Kipperfahrern eine Herausforderung dar. Im Dezember 1965 jedoch wurde ohne Angabe von Gründen der sofortige Abbruch der Dreharbeiten angeordnet. Nach Aufzeichnungen des Kameramanns Hartwig Strobel kam es am 27. Dezember 1965 zu einer Besprechung bei Heinz Adameck. Anschließend wurde der Film vorgeführt. Nach Wiederaufnahme der Dreharbeiten Ende März 1966 kamen neben geplanten Drehtagen Nachdrehs im Umfang von 40 bis 50 Tagen hinzu. Mehrfach wurden Änderungen am Drehbuch durchgeführt.

Notizen und Protokolle im Ulrich Thein-Nachlass der Akademie der Künste zeichnen ein Bild davon, unter welchem massiven Zeitdruck die Endfertigung dann stand. Der Sendetermin galt als gesetzt, war "Columbus 64" doch als Beitrag zum Jahrestag der DDR, dem Tag der Republik am 7. Oktober 1966 vorgesehen.

Durch die Veränderungen war das Material weiter angewachsen, es kam zu Problemen bei der Materialzuordnung und Schnittdisposition. Trotz vorheriger Ankündigungen des Drehschlusses soll es ab Mitte Juli 1966 zu weiteren Nachdrehs gekommen sein. Schließlich wurden andere Fernsehproduktionen aufgrund der Engpässe für die Endfertigung von "Columbus 64" hintangestellt.

Die Produktion wurde wie geplant an den Tagen des 1. bis 5. Oktober 1966 im 1. Programm des Deutschen Fernsehfunks ausgestrahlt. Am nächsten Vormittag gab es jeweils eine Wiederholung. Anschließend kam es bis zum Ende der DDR zu keiner Ausstrahlung oder Aufführung mehr.
 

Wolf Biermann – Persona non grata

Der Liedermacher wurde zu einem Stolperstein des Films. Mit dem 11. Plenum war er endgültig zur Persona non grata geworden. Vermutlich wurden die für den 1. Teil vorgesehenen Szenen mit ihm nach Drehstopp im Dezember 1965 entfernt. Seine für den Film vorgesehenen Lieder wurden ersatzlos gestrichen.

Erhalten blieben Fragmente der Biermann-Mitwirkung durch die Initiative Ulrich Theins. Sie wurden nach dem Tod des Regisseurs 1995 in dessen Wohnung aufgefunden. Theins Beweggründe dafür lassen sich nicht rekonstruieren.

 

Videozitat (1'50") aus:
Produktionsmaterial Columbus 64, Fesad IDNR 560005, und "Columbus 64" (Teil 1): "Gestatten, Brecher, Berlin" von Ulrich Thein, Fesad IDNR 013451 
 
 
 

 

Die heute in der Akademie der Künste Berlin liegenden Fragmente wurden 2012 digitalisiert und förderten Szenen eines von Wismut-Kumpeln umringten, singenden Biermanns zutage. Für die einzig überlieferte Szene mit Sprechanteil Biermanns lässt sich nachweisen, dass Dialogteile wörtlich auf die Brecher-Figur übertragen wurden. Deren Inhalt hat auch aus dem Mund Brechers einen bissig-sarkastischen Unterton. Offenbar ging es zuallererst darum, das Gesicht Biermanns aus der Produktion fernzuhalten.
 

Auftritte authentischer Personen

Der Einsatz authentischer Figuren zieht sich als Stilmittel durch den Film. Es handelte sich zum einen um Laiendarsteller, wie etwa die Darstellerin der Gundel vom Arbeitertheater des VEB Sternradio Berlin, Margitta Hellmann. Aber auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der damaligen DDR hatten in "Columbus 64" einen Auftritt – oder waren zumindest dafür vorgesehen.

Neben Wolf Biermann trat der bekannte Schriftsteller Erik Neutsch als er selbst auf. Er spielte auch hinter den Kulissen eine wichtige Rolle. Nach Abbruch der Dreharbeiten setzte er sich als Mitglied der SED-Bezirksleitung Halle bei dem einflussreichen 1. Sekretär des Bezirks Horst Sindermann für das Projekt ein.

Foto: Brecher und Sepp Wenig auf dem Wismut-Gelände
Brecher und Sepp Wenig auf dem Wismut-Gelände, Screenshot aus: "Columbus 64", Teil 3 (ungesendete Fassung)

Im Drehbuch vorgesehen war auch der Sänger und Schauspieler Manfred Krug. Warum er nicht eingesetzt wurde, ist nicht bekannt. Die ungarische Sängerin und Schauspielerin Teri Tordai spielte sich selbst. Völlig ungeklärt bleibt, warum der Maler Otto Niemeyer-Holstein kurzfristig aus dem Film entfernt wurde. Zu seiner Mitwirkung sind keine Produktionsszenen überliefert.

Die Wismut-Ikone Sepp Wenig spielte eine aktive Rolle im Film – auch er verkörperte sich selbst – und vermutlich auch bei seiner kritischen Bewertung. Als Direktor für Arbeit in der Wismut und Mitglied des Zentralkomitees der SED war er eine einflussreiche Größe. Bereits beim Verbot des Wismut-Films "Sonnensucher" von Konrad Wolf 1959 hatte er als treibende Kraft agiert. Ulrich Thein versuchte deshalb, Wenig früh und umfassend in das Projekt zu integrieren.
 

Die Wismut als Thema

Die Wismut war aus mehreren Gründen mit Tabus belegt. Aufgrund der Bedeutung von Uran als Rohstoff für die Herstellung von Atomwaffen, der damit einhergehenden Sicherheitsstufe und den harten Arbeitsbedingungen erlangte die Wismut einen hohen Stellenwert im offiziellen Bild der DDR. Ihre Arbeiter genossen Privilegien und materielle Zuwendungen. Ideell wurden sie zu Helden der sozialistischen Arbeit stilisiert.

Nach Ausstrahlung des Films zeigten sich zahlreiche Vertreter der Wismut unzufrieden. Sie verurteilten die raue Darstellung der Zustände, Szenen physischer Gewalt, verbaler Rohheit und exzessiven Alkoholkonsums. Das Frauenbild wurde als schamlos angegriffen. Die Darstellung ihrer Arbeit und ihres Helden Wenig war zu wenig positiv und heroisch geraten. Gezielt gingen mehrere Personen und Funktionsträger in einer Kampagne Mitte Oktober 1966 in Printmedien und Briefen gegen den Film vor.

Ob es zu dieser Kampagne auch ohne das 11. Plenum gekommen wäre, lässt sich nicht sagen. Ebenfalls lässt sich nicht sagen, ob sie eine Rolle bei der Entscheidung spielte, den Film im Archiv verschwinden zu lassen. Die Wismut war auch ohne das "Kahlschlag"-Plenum ein sensibles Thema in der DDR. An ihr versuchten sich mehrere Kunstschaffende und gerieten dabei in Probleme.

Neben Konrad Wolf und Ulrich Thein wagte sich Anfang der 1960er Jahre Werner Bräunig, selbst aus dem Zirkel "Schreibender Arbeiter" der Wismut hervorgegangen, an eine Wismut-Darstellung. Sein unvollendeter Roman "Rummelplatz" gilt als das 1965 am stärksten angegriffene literarische Werk. Ohne größere Schwierigkeiten konnte dagegen die Verfilmung des Wismut-Romans "Sankt Urban" von Martin Viertel 1969 im DDR-Fernsehen ausgestrahlt werden.
 

Die Materiallage

Nach Sichtung des im Ulrich-Thein-Archiv überlieferten Biermann-Materials und Hinweisen von Kameramann Hartwig Strobel auf weitere Unstimmigkeiten wurde 2012 eine Überprüfung der Materiallage im DRA angestoßen. Da der Abgleich der Materiallängen mit den protokollierten Sendeminuten auf deutliche Diskrepanzen hinwies, entschloss sich das DRA zu einer Neuabtastung mehrerer Originalnegative.

Dokumtent: Freigabe des 2. Teils an die Sendeleitung
"Freigabe" des 2. Teils an die Sendeleitung mit handschriftlichem Vermerk "lt. Anruf nur 71 Min" (statt 85 Minuten)
Sendelaufplan vom 2.10.1966, DRA B Schriftgutbestand FS

Die Negativrollen waren jahrzehntelang unangetastet geblieben und förderten Überraschendes zutage. Die unerwarteten Funde legen nahe, dass mehrere Eingriffe zu einem sehr späten Zeitpunkt, vermutlich unmittelbar vor der Ausstrahlung 1966, erfolgten. Offensichtlich griff man direkt in die Positivkopien ein, die Negative wurden nicht mehr "korrigiert".

Bestätigt wurde dies durch Aussagen von Hauptdarsteller Armin Mueller-Stahl und Kameramann Hartwig Strobel. Am Tag der Sendung des 2. Teils seien unerwartete Probleme bei der Abnahme aufgetreten. Mueller-Stahl wurde in das Tonstudio beordert, um Sequenzen neu einzusprechen. Ulrich Thein sei von den Eingriffen schockiert gewesen, habe sie abgelehnt und das Studio verlassen. Wer die Eingriffe im Einzelnen vorgenommen hat, ist nicht bekannt, vermutlich spielte der bei der Abteilung für Agitation und Propaganda angesiedelte Werner Schwemmin eine Rolle.
 

Eingriffe in Teil 2

Für Teil 2 von "Columbus 64" wurden drei, teilweise ohne Ton überlieferte Sequenzen im Negativmaterial festgestellt. Dank des überlieferten Drehbuchs konnten die Dialoge nachvollzogen werden.

Entfernt wurden Szenen einer Parteiaussprache, die nach einem handgreiflichen Konflikt zwischen Brecher und dem Brigadier Kurt Steinauer (Günter Grabbert) stattfindet. Die Darstellung der Schlägerei stieß auf viel Kritik, wurde aber nicht entfernt. In der Aussprache leugnet Brecher überraschend die Tat und ohrfeigt Steinauer im Anschluss. Brechers Meinung zum Parteiverfahren ist deutlich:

Dokument: Regie-Drehbuch 'Granit' von 1966  
Regie-Drehbuch "Granit" von 1966, Kapitel 2, S. 74, Autoren: Ulrich Thein, Hartwig Strobel

 
Diese Form der eigenverantwortlichen und handgreiflichen Konfliktlösung ging offenbar zu weit. In Hochzeiten der Reformansätze mag sie angebracht gewesen sein – nun verkörperte sie das, was die Partei als "unmoralisches" Verhalten anprangerte.

Für die Sendung wurde eine Sequenz nachgedreht, um den Ausfall zu überbrücken. Darin reflektiert Brecher den Konflikt in einem kurzen inneren Monolog. Anschließend fährt die Handlung fort als habe der Konflikt nicht stattgefunden.

Entfernt wurde auch eine Szene mit dem Schriftsteller Erik Neutsch. Im Laufe des Films trifft er zweimal mit Brecher zusammen. Entfernt wurde nicht Neutsch als Person, sondern lediglich die Szene, in der er aus seinem Roman "Spur der Steine" liest. Dessen Verfilmung von Frank Beyer war mithilfe von Boykotten im Juli 1966 aus den Kinos verbannt worden. Das de facto-Verbot der Verfilmung ist eines der prominentesten Beispiele für die Auswirkungen des Plenums. Ganz offensichtlich wollte man eine Passage aus diesem Werk nicht kurz darauf über den Sender gehen lassen.
 

Eingriffe in Teil 3 und 4

Aus Teil 3 wurden drei Sequenzen entfernt. Bei einer Sequenz handelt es sich ebenfalls um eine Konfliktszene. Der Schiffssteuermann Paul (Erik S. Klein), ein Bekannter Brechers, hat sich vor Konflikten mit einem Mannschaftskollegen – verbunden mit Handgreiflichkeiten – in den Alkohol geflüchtet und soll von einem weiteren Kollegen zurückgebracht werden. Die entfernte Szene beinhaltet den drastischen Anteil der Auseinandersetzung. Es ist zu vermuten, dass der Ausbruch an Gewalt und verbaler Aggression zu weit ging. Ursprünglich war ein Selbstmord des Seemanns vorgesehen gewesen, ein deutlich negativerer Ausgang.

 

Videozitat (1'13") aus:
"Columbus 64" (Teil 3): "Nackenschläge, Zinsen und ein ganz kleiner Koch" von Ulrich Thein (ungesendete Fassung), Fesad IDNR 361907
 
 
 

 

Ebenfalls gekürzt wurden Szenen, die exzessiv feiernde Partygäste zeigen. Vollständig entfernt wurde eine Unterhaltung zwischen Brecher und einem selbst ernannten "enfant terrible der Neuen Welle". Der avantgardistisch gekleidete Schriftsteller sieht seine Aufgabe darin, "die Gegenwart" zu "peitschen". Stolz berichtet er von der Erfindung der Figur eines Parteisekretärs, der eine wirkliche "Mistsau" sei und meint: "Damit schlage ich alles, was auf dem Markt ist." Dass Brecher im Verlauf Stellung für die Parteiarbeit ergreift, hat die Szene nicht gerettet.

Foto: Brecher im Gespräch mit dem 'enfant terrible'
Brecher im Gespräch mit dem "enfant terrible", Screenshot aus: "Columbus 64", Teil 3 (ungesendete Fassung)

Die weitere Überlieferungslage zu Teil 3 und 4 gestaltet sich verworren: Mehrere umfangreiche Sequenzen erscheinen in den beiden Fassungen, die bis dato als Sendefassungen galten, doppelt. Dramaturgisch macht das keinen Sinn. Alle Indizien sprechen dafür, dass sie kurzfristig in die Sendefassung von Teil 3 einmontiert wurden. Für Teil 4 liegen zwei Positivkopien vor, eine mit Dauer der eigentlich geplanten Sendelaufzeit (79 Minuten) und eine unvollständige Fassung, die bei Minute 52 abbricht. Laut Protokoll wurden anstatt der geplanten 79 Minuten nur 59 Minuten gesendet. Welche Fassung tatsächlich ausgestrahlt wurde und warum die gekürzte Fassung, die vermutlich gesendet wurde, vor Schluss abbricht, bleibt ein Rätsel.

In Teil 4 erfährt Brecher, dass ein Sohn aus einer früheren Affäre existiert. Die Einführung dieser Geschichte wurde in der gekürzten Fassung von Teil 4 regelrecht verschnitten, so dass der Zuschauer Mühe hat zu folgen. Weshalb Sequenzen an der Ostsee, so die Arbeit Brechers mit einer schwedischen Reisegruppe und die Begegnung mit dem Maler Otto Niemeyer-Holstein auf Usedom, nicht im Film enthalten sind, bleibt ebenfalls rätselhaft. Sie sind weder im Drehbuch noch im Filmmaterial enthalten, nahmen aber nach den Notizen des Kameramanns Hartwig Strobel zum Ende der Dreharbeiten hin einen großen Raum ein. Warum die Eingriffe in die Teile 3 und 4 derart gravierend ausfielen, ist wenig nachvollziehbar.
 

Zuschauerreaktionen und der "Heiße Fernsehsommer 1966"

"Columbus 64" wurde breit angekündigt und in der Presse besprochen. Sowohl seitens der Zuschauer als auch der Presse und Filmkritik kam es zu lebhafter Resonanz, die von heftiger Kritik bis enthusiastischer Zustimmung reichte. Die Rezensionen fielen überwiegend positiv aus, man lobte den Film als gelungenes Experiment.

Auch bei der Auswertung der Zuschauerzuschriften stellte der Fernsehfunk fest, dass positive Urteile überwogen. Gerade die "reale Widerspiegelung der Wirklichkeit" und die gelungene Darstellung der Figuren wurden gelobt. Die Kritik bezog sich dagegen auf viele Elemente, die das 11. Plenum heraufbeschworen hatte, so "die zu drastische Schilderung von erotischen und Saufszenen".

"Columbus 64" war Teil einer Programmstrategie des Fernsehfunks, dem sogenannten "Heißen Fernsehsommer 1966". Damit wollte man beweisen, dass man die Zuschauer über mehrere Monate mit einem dichten Programm an hochkarätigen Fernsehfilmen begeistern konnte. Die Filme des "Heißen Fernsehsommers" wurden systematisch ausgewertet. "Columbus 64" erreichte demzufolge eine schwache bis durchschnittliche Sehbeteiligung. Im Schnitt wurde die Produktion als "gut" bewertet und erreichte besonders junge, intellektuelle und politisch interessierte Zuschauer. Schüler werden als die Gruppe hervorgehoben, die den Film überdurchschnittlich breit und positiv aufnahm.

Aufschlussreich ist die Frage, die die Macher der Umfrage zum "Heißen Fernsehsommer" für diesen Film stellten: Empfanden die Zuschauer die Wandlung des "Helden" Georg Brecher als glaubhaft und das ganze Stück als lebensnah? Die Sorge, dass die Zuschauer die positive Wandlung der Hauptfigur nicht nachvollziehen konnten, war offensichtlich groß. Außerdem interessierte man sich dafür, ob der Film als wirklichkeitsnah empfunden wurde. Die Ergebnisse auf diese Frage hinterließen bei den Verantwortlichen ihren eigenen Worten ein "zwiespältiges Bild".
 

Was sagt uns "Columbus 64" heute?

Die Brisanz der entfernten Szenen ist mit heutigem Blick nur teilweise verständlich. Manche Eingriffe wirken willkürlich oder waren wohl tagespolitischen Umständen geschuldet. Die Ausgangslage der Hauptfigur bildet schablonenhaft ab, was die Reformgegner angriffen. Da der "Held" im Laufe des Films eine positive, von der Obrigkeit gewünschte Wandlung durchläuft und der Film in einer staatsbejahenden Stimmung endet, ist die Kritik nur zum Teil nachvollziehbar.

Die Eingriffe zeigen aber, welche Darstellungen tendenziell schwierig waren, so die Darstellung der Intellektuellenszene, von sexuellen Beziehungen oder von unkonventionellem Verhalten und Eigeninitiative. Darstellungen von explizit ausgetragenen Konflikten und "rohem", gewalttätigem Handeln stießen besonders leicht auf Widerstand. Der Widerstand wuchs, sobald es sich bei den Figuren um Parteiangehörige handelte. Sie sollten als "saubere" Vorbilder agieren.

Darin zeigt sich ein systemischer Widerspruch, der sich bis zum Ende der DDR nicht auflösen lassen sollte. Für die Filmemacher waren die widerspruchsvollen und konfliktreichen Darstellungen essentieller Bestandteil einer wirklichkeitsnahen Schilderung des Lebens in der DDR. Das sah der dogmatische und traditionalistische Flügel unter den Machthabenden anders. Er wollte Widersprüche als treibendes Element der Entwicklung nicht zulassen.

An "Columbus 64" lässt sich der spezifische Umgang des Fernsehens mit den Auswirkungen des 11. Plenums ablesen. Vieles spricht dafür, dass Intendant Heinz Adameck "Columbus 64" durch interne Steuerung aus den Debatten heraushalten und ihm so ein Verbot ersparen wollte. Da verschiedene Seiten den Film dann angriffen und andere sich wiederum um seine Rettung bemühten, haben sich die Mechanismen der Zensur in den Film eingeschrieben.

Mit "Columbus 64" hat Ulrich Thein einen Stoff verfilmt, der den Forderungen der DDR-Kulturpolitik nach Gegenwartsfilmen folgte. Dabei hat er ein kraftvolles Bild der Arbeits- und Lebenswelt in der DDR geschaffen. Der Film lebt von seiner widerspruchsvollen Hauptfigur, dem vielschichtigen Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft, seinem Humor und seiner innovativen Ästhetik. Auch wenn er an manchem Anspruch scheitert, ist er dennoch heute sehenswert und steht für den Ausdruck einer neuen Generation. In der Bundesrepublik wuchs zeitgleich die Studentenbewegung heran. In der DDR wurden die jungen Kräfte zurück in ihre Schranken gewiesen und isoliert.

 

(Anna Pfitzenmaier)

 

Überlieferte Fassungen von "Columbus 64"

Teil 1: Gestatten, Brecher, Berlin.
Sendefassung: Fesad IDNR 013451
Erstsendung: 1.10.1966, 20:00, Deutscher Fernsehfunk, 1. Programm
Sendedauer lt. interner Sendelaufplan: 78'00'' (Freigabe an die Sendeleitung: 75'00'')

Teil 2: Sepp und all die anderen
Sendefassung: Fesad IDNR 013454
Erstsendung: 2.10.1966, 20:00, Deutscher Fernsehfunk, 1. Programm
Sendedauer lt. interner Sendelaufplan: 70'00" (Freigabe an die Sendeleitung: 85'00''; handschriftliche Ergänzung: lt. Anruf nur 70'00")
Ungesendete Fassung: Fesad IDNR 361848
Überlieferte Laufzeit lt. Material: 85'05"

Teil 3: Nackenschläge, Zinsen und ein ganz kleiner Koch
Sendefassung: Fesad IDNR 013468
Erstsendung: 4.10.1966, 20:00, Deutscher Fernsehfunk, 1. Programm
Sendedauer lt. interner Sendelaufplan: 75'00" (Freigabe an die Sendeleitung: 77'00''; Angabe 69'00'' ist durchgestrichen)
Ungesendete Fassung: Fesad IDNR 361907
Überlieferte Laufzeit lt. Material: 68'49"

Teil 4: Guten Tag Sonne, ich heiße Moritz!
Kurzfassung, vermutlich unvollständige Sendefassung: Fesad IDNR 361930
Erstsendung: 5.10.1966, 20:00, Deutscher Fernsehfunk, 1. Programm
Sendedauer lt. interner Sendelaufplan: 59'00" (Freigabe an die Sendeleitung: 65'00'', Angabe 78'00'' ist durchgestrichen)
Überlieferte Laufzeit lt. Material: 52'24"
Vermutlich ungesendete Langfassung: Fesad IDNR 013448
Überlieferte Laufzeit lt. Material: 78'54"

Produktionsmaterial zu "Columbus 64"
In der Sendefassung nicht enthaltene Fragmente zu Teil 1, bestehend aus Spiel- und Gesangsszenen unter Beteiligung des Liedermachers Wolf Biermann.
Fesad IDNR 560005
Überlieferte Materiallaufzeit: 39'46''

 

Weitere Fernsehproduktionen zum Thema

Monolog für einen Taxifahrer, Regie: Günter Stahnke
Fesad IDNR 030806
Erstsendung: 26.4.1990, 21:45, Deutscher Fernsehfunk, 1. Programm

Die Sprengung, Regie: Peter Hagen
Fesad IDNR 083375
Produktion 1965, ungesendet

Sankt Urban (4 Teile), Regie: Helmut Schiemann und Jens-Peter Proll
Fesad IDNR 010597 / 010598 / 010606 / 010605
Erstsendung: 30.10.-2.11.1969, jeweils 20:00, Deutscher Fernsehfunk, 1. Programm

 

Schriftgutdokumente

DRA Babelsberg Historisches Archiv DRA – Handakte verbotene und zurückgezogene Fernseh-Produktionen, 1993, o. Sig.

DRA Babelsberg Schriftgutbestand FS: E 081-05-04/3 TSig 142: Granit. Regie-Drehbuch, Kapitel 1 bis 5, Autoren: Ulrich Thein und Hartwig Strobel, Stand: 23.5.1966.

DRA Babelsberg Schriftgutbestand FS: Fernsehdienst, Nr. 40/66 vom 25.9.1966: Columbus 64. Gespräche mit Ulrich Thein und Armin Mueller-Stahl, S. 2-9.

DRA Babelsberg Schriftgutbestand FS: Zuschauerforschung, Nr. 14 vom Oktober 1966: Der Fernsehzuschauer. Briefe – Befragungen – Beschwerden.

DRA Babelsberg Schriftgutbestand FS: Zuschauerforschung, H074-00-02/17: Ergebnisse der repräsentativen DDR-Umfrage zum "heißen Fernsehsommer 1966" vom Juli 1967.

Sonderordner Ulrich Thein. Ulrich Thein Archiv, Akademie der Künste Berlin.

 

Literatur und Materialien zum Thema

Bericht des Politbüros an die 11. Tagung des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, 15.-18. Dezember 1965, Berichterstatter: Erich Honecker. Berlin (DDR) 1966, S. 56-63.

Gunnar Decker: 1965 – der kurze Sommer der DDR. München 2015.

Kahlschlag. Das 11. Plenum des ZK der SED 1965. Studien und Dokumente. Hrsg. Von Günter Agde. Berlin 1991.

3. Workshop: 11. SED-Plenum 1965 Mit uns zieht die neue Zeit … 40 Jahre DDR-Medien. Eine Ausstellung des Deutschen Rundfunk-Museums 25. August 1993 bis 31. Januar 1994. Hrsg. von Heide Riedel. Berlin 1993, S. 143-154.

Werner Bräunig: Rummelplatz. Hrsg. von Andrea Drescher. Berlin 2009.

Columbus 64. 4 DVDs und Booklet, erschienen im DDR TV-Archiv. Hrsg. durch RBB Media GmbH, Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv (DRA) und Studio Hamburg 2012.

 

Stand: 15.12.2015

 

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 14.01.2016
DATENSCHUTZ | IMPRESSUM |  nach oben