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Das aktuelle Ereignis

Geburtstag von Friedrich Wolf (23.12.1888)

125. Geburtstag am 23. Dezember 2013



Kurzinformationen

Foto: Friedrich Wolf in Stuttgart um 1928

Friedrich Wolf in Stuttgart um 1928
Foto: Privatarchiv Andrea Wolf

  Schriftsteller, Dramatiker, Arzt, Kulturpolitiker
  • geboren am 23. Dezember 1888 in Neuwied am Rhein
  • gestorben am 05. Oktober 1953 in Lehnitz bei Oranienburg

 
 

Hörzitat 1 (1'26") aus: Dokument
DRA Frankfurt K000954411


Hörzitat 2 (1'27") aus: Dokument
DRA Babelsberg K001445946



Friedrich Wolf gehörte in den zwanziger und dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu den namhaften deutschen Dramatikern und Schriftstellern. Besonders im Bereich des politischen Theaters und als Autor der programmatischen Schrift "Kunst ist Waffe" und des Gesundheitsratgebers "Die Natur als Arzt und Helfer" wurde er bis 1933 bekannt. Nach 1945 wirkte er kulturpolitisch am Aufbau eines "anderen Deutschlands" mit. In der DDR Teil des literarischen Kanons, ist er als politischer Schriftsteller, Exilant und DDR-Remigrant in weiten Teilen Deutschlands in Vergessenheit geraten.

Wenig bekannt ist das frühe Wirken des bekennenden Kommunisten mit jüdischen Wurzeln im Rundfunk. Auf der Suche nach zeitgemäßen, massenwirksamen Kommunikationsformen begrüßte er euphorisch das neue Medium. Bereits ab 1926, gerade drei Jahre nach dessen Geburtsstunde, trat er regelmäßig mit Lesungen und Vorträgen in Erscheinung. Besonders wirkungsvoll war seine Hörspielarbeit: Mit "S.O.S. … rao rao … Foyn – 'Krassin' rettet 'Italia'" gelang Wolf einer der größten Hörspielerfolge der Weimarer Republik. Darin dramatisierte Wolf die Ereignisse um die Rettung der Mannschaft des bei einer Nordpolexpedition verunglückten Luftschiffs Italia 1928. Am 5. November 1929 unter großer Resonanz ausgestrahlt, gilt es als ältestes vollständig überliefertes Hörspiel in deutscher Sprache. Auch aufgrund der Gestaltung ragt es aus der damaligen Hörspielproduktion heraus: Wolf machte den Funk selbst zum Protagonisten der Handlung und nutzte ihn als Gestaltungsmittel. Mit der Darstellung des Funks als rettendes und die Menschen verbindendes Moment verband er seine Botschaft von der Solidarisierung der Weltbevölkerung durch die Technik. Als herausragende Hörspielproduktion nach seiner Rückkehr aus dem Moskauer Exil 1945 gilt "Professor Mamlock", ausgestrahlt am 8. November 1945 im Berliner Rundfunk. Inszeniert nach dem international erfolgreichen Bühnenstück von 1933, setzt es sich anhand der Geschichte des jüdischen Arztes Mamlock mit Antisemitismus und Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten auseinander. Bis zu seinem Tod 1953 trat Wolf mehrfach als Redner im Rundfunk der DDR auf. Darüber hinaus kam es zu zahlreichen Wiederaufnahmen und Neuinszenierung von Hörspielen und Texten aus seiner Feder in Rundfunksendern der DDR, aber auch der Bundesrepublik.

CD-CoverZum 125. Geburtstag des Autors stellt die CD "Friedrich Wolf – Ein Rundfunkpionier" Tondokumente aus den Beständen des Deutschen Rundfunkarchivs zum Wirken und Auftreten Friedrich Wolfs im Rundfunk vor. Die CD in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Wolf-Gesellschaft e.V. erscheint Mitte Dezember 2013.

 


Aufnahmen

  • SOS … rao rao … Foyn - "Krassin" rettet "Italia"
    Hörspiel, Regie: Alfred Braun, Komponist: Walter Goehr
    Hörzitat 1 (1'26"): Hörspiel in 20 Szenen, bei der Berliner Ursendung führte Alfred Braun Regie und sprach die Einführung. Friedrich Wolfs erste ausschließlich für den Rundfunk geschriebene Hörspielarbeit basiert auf der authentischen Begebenheit der im Mai 1928 gescheiterten Nordpolexpedition des italienischen Generals Umberto Nobile mit dem Luftschiff Italia, bei der ein Teil der Mannschaft verunglückte. Einem Amateurfunker an der Murmanküste gelingt das Auffangen der Hilferufe über Funk. Nach mehreren spektakulären, aber erfolglosen Rettungsaktionen erreicht der russische Eisbrecher Krassin die im Eis Eingeschlossenen. Wolf schrieb das Hörspiel als Loblied auf den Funk und verband damit seine Botschaft von der Solidarität der Völker. Ankündigung zur Ursendung: "Das Stück ist kein Drama im Sinne des normalen, aktmäßig aufgebauten Bühnenstückes. Es ist eine Reihenfolge von kleinen Szenen, Gesprächen, Radiomeldungen, eine szenische Reproduktion des wirklichen Geschehens der Rettung der Nobile-Mannschaft durch den russischen Eisbrecher 'Krassin'. Eine neue Form des spezifisch akustischen Hörspiels." (Der deutsche Rundfunk 7/1929, Heft 44, S. 1404)
    ESD 05.11.1929, Deutschlandsender / DRA Frankfurt K000954411 (64’11)

  • Professor Mamlock
    Hörspiel, Regie: Hannes Küppes
    Hörzitat 2 (1'27"): Die Handlung ist 1932/33 angesiedelt. Der jüdische Professor Hans Mamlock ist Chefarzt einer chirurgischen Klinik. Bei der Arbeit lehnt er jede politische Auseinandersetzung ab. Nach der Machtübergabe und dem Reichstagsbrand verändert sich sein Leben spürbar. Sein Sohn Rolf ist im Widerstand engagiert und warnt den Vater, doch der weist ihm die Tür. Die Tochter wird vom Gymnasium verwiesen. Nach dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums müssen alle jüdischen Angestellten die Klinik verlassen. Mamlock darf als hochdekorierter Teilnehmer des Ersten Weltkriegs zunächst weiter arbeiten, wird aber gezwungen, Entlassungspapiere anderer jüdischer Mitarbeiter zu unterschreiben. Er begreift, wie richtig die Einschätzung seines Sohns war und erkennt den Verlust der für ihn gültigen Werte. Als er die Gefolgschaft verweigert werden seine Kollegen gezwungen, ein Protokoll gegen die Zusammenarbeit mit ihm zu unterzeichnen. Nur Kollegin Dr. Inge Ruoff weigert sich und wird verhaftet, Mamlock begeht Selbstmord.
    ESD 08.11.1945, Berliner Rundfunk / DRA Babelsberg K001445946 (96’31)

  • Erster Deutscher Schriftstellerkongress 1947 – Referate und Diskussion am 7.10.1947 (Teil 2)
    Diskussionsbeitrag von Friedrich Wolf zu den Aufgaben eines Schriftstellers, seiner Rolle in der gegenwärtigen Gesellschaft und seinem Selbstverständnis von "zeitnaher Dichtung".
    AD 07.10.1947, Kammerspiele des Deutschen Theaters Berlin (Produzent: Berliner Rundfunk) / DRA Babelsberg K003284726 (165’24)

  • Tai Yang erwacht
    Hörspiel, Regie: Hedda Zinner
    Das Hörspiel verarbeitet den Aufstand der Weberinnen 1927 in Shanghai. Im Mittelpunkt steht die junge Arbeiterin Tai Yang, gesprochen von Manja Behrens. Gemeinsam mit ihrer kleinen Schwester Ma arbeitet sie in der Spinnerei des Fabrikanten Tschu Fu. Um ihre Schwester vor Missbrauch zu schützen, bietet sie sich Tschu Fu als Geliebte an und entflieht den prekären Arbeitsbedingungen. Ihr gelingt jedoch nicht, eine Erleichterung des Lebens der Arbeiterinnen aus ihrer Position heraus zu bewirken. Mithilfe des Gewerkschaftssekretärs Wan erkennt sie, dass die gesellschaftlichen Umstände bewusst verändert werden müssen. Sie flieht, schließt sich der Arbeiterbewegung an und ruft zum Kampf gegen Chiang Kai-shek auf. Funkfassung nach dem gleichnamigen Bühnenstück von 1930.
    ESD 14.10.1948, Mitteldeutscher Rundfunk / DRA Babelsberg K001445977 (71’41)

  • Friedrich Wolf zum 60. Geburtstag – Der Dichter liest aus seinem Gedichtband "Vox humana"
    Friedrich Wolf liest aus dem Gedichtband "Vox humana" die zwei Gedichte "Herzensverstand" und "Glockenstimme".
    ESD 26.12.1948, Mitteldeutscher Rundfunk / DRA Babelsberg K001803348 (02’45)

  • Festveranstaltung zum 125. Jahrestag des Reclam-Verlages in Leipzig
    20-minütiger Festvortrag und letzte öffentliche Rede Friedrich Wolfs vor seinem Tod. Unter dem Motto "Meisterschaft und Volkstümlichkeit" würdigt er den Verdienst des Hauses Reclam für die Verbreitung der Weltliteratur und die gesamtdeutsche Wirkung des Verlags. Er plädiert für einfache Sprache und spricht über die Wirkung von Kunst im Leben und Leben in der Kunst. Kritische Töne schlägt er hinsichtlich aktueller, rein optimistischer Literaturproduktionen an.
    AD 01.10.1953, Plenarsaal Neues Rathaus Leipzig (Produzent: Rundfunk der DDR) / DRA Babelsberg K001863928 (44’54)

  • Rudolf Leonhard zum Tod des deutschen Dichters Friedrich Wolf
    Der Schriftsteller und Weggefährte würdigt das Leben, Schaffen, Engagement und Vermächtnis von Friedrich Wolf kurz nach dessen Tod.
    AD Oktober 1953, Funkhaus Nalepastraße Berlin / DRA Babelsberg K001864288 (14'40)

  • John D. erobert die Welt
    Hörspiel, Regie: Hans Knötzsch
    Darstellung des Aufstiegs von John D. Rockefeller zum reichsten Mann der Welt und Begründer des weltumspannenden Trusts Standard Oil in Form einer biografischen Szenenfolge. Durch gigantische Investitionen ins Ölgeschäft, die effektive Verarbeitung von Nebenprodukten und den Aufbau eigener Transportsysteme verdrängt seine Standard Oil Company zahllose kleinere Firmen aus dem Geschäft und expandiert schließlich nach Europa und China. Rockefeller wird als Symbolfigur des Monopolkapitalismus dargestellt: risikobereit, skrupellos und entscheidungsfähig, rücksichtslos gegenüber Mitbewerbern und Arbeitern, kalkulierend gegenüber Geschäftspartnern, sensibel gegen öffentliche Kritik, dank großzügiger Stiftungen und Schenkungen immun gegen staatliche Gesetze und gerichtliche Verurteilungen und ignorant gegenüber streikenden Arbeitern. Das Hörspiel endet mit einem fiktiven Gespräch zwischen dem 75-jährigen Rockefeller und dem jungen amerikanischen Journalisten John Reed. DDR-Fassung des am 07.05.1930 urgesendeten, nicht überlieferten Hörspiels von Friedrich Wolf mit Fred Düren in der Rolle des Rockefeller. Nach dem Erfolg von "'Krassin' rettet 'Italia'" als Auftragsarbeit an Wolf vergeben, entstand 1930 mit "John D." sein zweites Originalhörspiel.
    ESD 23.12.1963, Deutschlandsender / DRA Babelsberg K001312690 (52'57)

  • Der arme Konrad
    Hörspiel, Regie: Hans-Peter Minetti
    Das Leben des einfachen Volkes unter der Herrschaft Herzogs Ulrich von Württemberg und seiner Fronvögte ist unerträglich geworden. Die Bundschuh-Bewegung im Land ist erwacht. Der Bauer Konz aus dem Remstal wendet sich mit einer Abordnung in der Not selbst an den Herzog und bittet um ein menschliches Regiment. Als der Herzog die Bauern abweist, kommt es zum Aufstand und die Bauern nehmen das Schloss ein. Schließlich unterschreibt der Herzog ihre Forderungen, bricht jedoch kurz darauf sein Wort. Konz möchte einen schnellen Angriff wagen, doch die Bauern können keine Einigung erzielen. Als der Herzog einen Widerruf verlangt, widersetzt sich Konz. Beim Narrentanz auf dem Schorndorfer Wasen fließt das erste Blut. Wochenlang ziehen sich die örtlichen Kämpfe hin, der Herzog erhält Unterstützung von den Nachbarfürsten. Von den Bauern bleiben nur wenige am Leben, auch Konz lässt sein Leben. DDR-Hörspielfassung nach dem 1924 uraufgeführten Bauernkriegsdrama mit Dieter Mann in der Hauptrolle. Die 1945 gesendete Hörspielfassung ist nicht überliefert.
    ESD 23.12.1973, Radio DDR II / DRA Babelsberg K001319330 (84'09)

  • Gespräch mit Lew Hohmann und Lesung aus seiner Dokumentation "Friedrich Wolf - Bilder einer deutschen Biographie"
    Sendung zum 100. Geburtstag von Friedrich Wolf mit dem Filmemacher Lew Hohmann zu seinem Bildband über den Autor, der im Rahmen des Dokumentarfilms "Verzeiht, dass ich ein Mensch bin" über Friedrich Wolf entstand.
    ESD 18.12.1988, Berliner Rundfunk / DRA Babelsberg K001870920 (29'48)

 

Stand: 04. Dezember 2013

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 05.12.2013
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