Direkt zum Inhalt springen. Alternativ zur Kopf-Navigation ist die Sitemap zu empfehlen
Bestände
Nutzung
Online-Dienste
Publikationen
Rundfunkgeschichte
Das DRA
Vor 1945 / BRD
DDR
Digitalisierte Bestände
Weitere Bestände
Tonaufnahmen
Bildarchiv
Schriftgut
Printmedien
Hörfunk
Geräusche
Fernsehen
Bildarchiv
Schriftgut
Printmedien
Schriftgut-Bestand des RIAS
Schriftgut-Bestand des SFB
Service
Findmittel
Benutzungsordnung
Audio/Hörfunk
Fernsehen
Bildarchiv
Schriftgut
Printmedien
Personen/Ereignisse
Hinweisdienste
Themenportal
Bestandsinfos
Register
Datenbanken
Termindienste
Das besondere Dokument
Spezial
Spezial multimedial
Archiv
Schwarzer Kanal
Fernseh-Krimis
Zuschauerforschung
Hörerforschung
ARD-Intern
ARD-Hörspiel-DB
ABC der ARD
Chronik der ARD
weitere Datenbanken
Personen
Ereignisse/Themen
Bücher
CDs
DVDs
Radio-Geschichte
Schriftsteller im Rundfunk
Bildergalerie
Ausstellung
Rundfunk vor 1933
O-Ton in der NS-Zeit
Schallaufzeichnung
Autorenregister:
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
Suche
Rundfunk bis 1945
Rundfunktechnik
Plakate DDR-FS
Wimpel DDR-FS/HF
Aufgaben und Ziele
Chronik
Standorte
Kooperationspartner
Ausbildung und Jobs
Informationstechnologie
Redaktion ARD-Publikationen
ZSK
1950-1959
1960-1969
1970-1979
1980-1989
1990-1999
2000-2011
Deutscher Bundestag
DHM
Netzwerk Mediatheken
Verlage
Ausbildungsprojekte
Ausbildungsmöglichkeiten
Jobs
AKTUELLESTERMINE
| SUCHE | Links | FAQs | Newsmail | Kontakt | Sitemap | Siteinfo
 

Das aktuelle Ereignis

Egon Bahr prägt den Begriff "Wandel durch Annäherung" (15.07.1963)

50. Jahrestag am 15. Juli 2013



Kurzinformationen

Foto: Verhandlungen zum Grundlagenvertrag zwischen der Bundesrepublik und der 
DDR am 13. September 1972 in Ost-Berlin unter Egon Bahr (3. v.r.) und Michael Kohl  
Verhandlungen zum Grundlagenvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR am 13. September 1972 in Ost-Berlin unter Egon Bahr (3. v.r.) und Michael Kohl (3. v.l.)
Foto: Bundesarchiv, Bild 183-L0913-027 / CC-BY-SA, Fotograf: Mittelstädt

 

Hörzitat 1 (1'36") aus: Dokument
DRA Babelsberg K001871655


Hörzitat 2 (1'00") aus: Dokument
DRA Frankfurt K001206715


In seinem Vortrag auf einer Tagung der Evangelischen Akademie im bayerischen Tutzing formuliert Egon Bahr, SPD-Politiker und Mitarbeiter von Willy Brandt, am 15. Juli 1963 den Begriff "Wandel durch Annäherung" als Leitidee für eine neue Ostpolitik. Diese soll die Spaltung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg, die durch den Mauerbau vom 13. August 1961 noch vertieft wurde, in kleinen Schritten nach und nach überwinden helfen. Die während der Adenauerzeit vorrangige Westintegration der Bundesrepublik soll dadurch nicht in Frage gestellt werden; die Außenpolitik der späteren sozial-liberalen Koalition ab 1969 erhält durch die Ostpolitik aber doch einen neuen Akzent und ist in ihren Zielen wie ihrer Wirkung zu ihrer Zeit umstritten. Erste Ergebnisse der neuen Ostpolitik sind die Grundlagenverträge mit der Sowjetunion (1970), Polen (1970), der DDR (1972) und der Tschechoslowakei (1973).
Bahr hat 1963 nicht absehen können, welche Karriere seine Formulierung "Wandel durch Annäherung" machen würde. Durch eine kurzfristige Programmänderung fiel sein Beitrag vor den von Willy Brandt und erhielt eine so nicht vorgesehene Aufmerksamkeit. Tonaufnahmen von der Tagung selbst sind nicht bekannt.

 


Aufnahmen

  • Erklärung des Staatssekretärs im Bundeskanzleramt Egon Bahr anlässlich der Paraphierung des Vertrages über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der BRD und der DDR
    Ständige Vertretung der BRD in der DDR wird die Interessen West-Berlins mitvertreten / Ausweitung des Besucherverkehrs von West nach Ost im Zonenrandgebiet / Gleichberechtigte Teilnahme beider deutscher Staaten an der Vorkonferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa / Vertrag schafft Voraussetzung, die Gräben zwischen beiden deutschen Staaten einzuebnen
    AD 08.11.1972 / DRAF K001202693; 2'50

  • Gespräch mit dem Bundesminister für besondere Aufgaben, Egon Bahr, über den Grundvertrag der BRD mit der DDR
    Die DDR, ein verlässlicher Vertragspartner / Eigenes Interesse der DDR, Verträge einzuhalten / Unterzeichnung des Vertrages durch Brandt und Honecker aus wichtigem Grund nicht möglich, keine Angst der DDR vor einem Besuch Brandts in Ost-Berlin / Zunehmendes Selbstbewußtsein der DDR / Beginnendes gemeinsames Interesse beider deutscher Staaten / Gelassenheit gegenüber einer möglichen Klage der Opposition vor dem Bundesverfassungsgericht wegen des Grundvertrages / Keine Sorge über die Zukunft West-Berlins
    Fernsehinterview von Peter Merseburger für "Panorama".
    AD 18.12.1972 / DRAF K000991632;8'20

  • Deutscher Bundestag. 7. Wahlperiode. 7. Sitzung: Regierungserklärung und Stellungnahmen der Fraktionsvorsitzenden
    Willy Brandt (Bundeskanzler): Darin: Friedenspolitik in Europa hat sich bewährt / Beziehungen mit der DDR / Politik der Reformen in die Wirklichkeit des Alltags übersetzen / Außen- und Sicherheitspolitik dient ausschließlich dem Frieden / Ziel einer Europäischen Union / Partnerschaft mit Frankreich / "Wir möchten die Befugnisse des Europäischen Parlaments erweitert sehen" / Gemeinsame Sicherheitsinteressen mit den nordamerikanischen Staaten / Ausgleich in Europa / Zusammenarbeit mit den Staaten Osteuropas auf wirtschaftlichem, technisch-wissenschaftlichem und kulturellem Gebiet / Dialog mit den Staaten des Warschauer Paktes / KSZE / Antrag zur Aufnahme in die Vereinten Nationen / Ausbau der Beziehungen zu den Staaten Asiens, Lateinamerikas und Asiens / Steigerung der Entwicklungshilfe / "Grundlage unserer Sicherheit bleibt die Atlantische Allianz" / Ausgewogene beiderseitige Verminderung von Truppen und Rüstungen in Europa / Verbesserungen im Verhältnis zwischen beiden deutschen Staaten / Viermächteabkommen über Berlin / "Die Erhaltung des Friedens rangiert noch vor der Frage der Nation" / Die Europäische Einigung ist Grundbedingung wirtschaftspolitischen Handelns /
    Rainer Barzel (Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion): Darin: Der Ostpolitik der Bundesregierung ist es nicht gelungen, Lebendigkeit und Freizügigkeit herzustellen / "Dieses Rinnsal an Freizügigkeit, das nur in einer Richtung fließt, kann zudem noch durch Manipulation der anderen Seite jederzeit wieder abgeschnitten werden" / Mangelnde Entschlossenheit der Bundesregierung, die gegebenen Zusagen auf humanitärem Gebiet einzufordern / Bericht zur Lage der Nation im gespaltenen Deutschland kann nicht als solcher betrachtet werden / Bundesregierung hat ihre Pflichten vernachlässigt / Wandel durch Annäherung eher ein Wandel in der Bundesrepublik / Erleichterung über Aussichten auf Frieden in Vietnam / Die Aussöhnung und Zusammenarbeit mit Israel ist eine wesentliche Substanz unserer Politik / Vorrang der Politik der Vereinigung des freien Europa: "Unser Ziel ist der europäische Bundesstaat" / Gegen wertfreien Neutralismus / Gute Beziehungen mit allen Staaten Ost- und Mitteleuropas / KSZE und Konferenz für ausgewogene gegenseitige Truppenverdünnung in Europa
    AD 18.01.1973 / DRA Frankfurt K000948049; (238'54)

  • Gespräch mit Willy Brandt
    Darin: Rückblick auf den 13. August 1961 (Mauerbau in Berlin): Es war absehbar, dass angesichts des "Exodus" aus der "Zone" etwas passieren würde, dass es jedoch "so schreckliche Formen" annehmen würde, überraschte / Wir hatten uns auf westdeutscher Seite zu wenig klar gemacht, welche Zugeständnisse die Westalliierten bezüglich West-Berlins gemacht hatten: "Sie hatten nie Gesamt-Berlin garantiert" / "Für mich war dieser August 1961 etwas, als ob ein Schleier weggerissen würde ... und dann war die Bühne leer"; es hat sich gezeigt, dass es nicht ausreicht, wenn die eigenen Interessen ausschließlich von anderen wahrgenommen werden, diese Erkenntnis führte letztlich zum Beginn einer eigenen Ostpolitik / Zur Rolle John F. Kennedys hinsichtlich der Berlin-Frage und der Ostpolitik / Auseinandersetzung um die ostpolitischen Konzepte der SPD im Jahre 1963 / Egon Bahrs problematische These vom "Wandel durch Annäherung" / Ostpolitik der sozial liberalen Koalition (Verhandlungen mit der Sowjetunion, Polen und der DDR) / Zum Streit um die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze: Ein Rückbezug auf politische Positionen des Deutschen Reiches wurde immer problematischer; "es existierte kein reeller Anspruch auf diesen westlichen Teil Polens", was auch die westlichen Partner bestätigen
    Fernsehinterview von Horst Schättle im Rahmen der ZDF-Sendung "Zeugen des Jahrhunderts".
    AD 15.12.1988 / DRAF K001022902; 44'00

  • Gespräch mit Egon Bahr über die Vereinigung der beiden deutschen Staaten
    Über den Beginn der Verhandlungen zwischen der DDR und der BRD nach dem Bau der Mauer / zur bevorstehenden Aufgabe, ab dem 3.10.1990 neben der staatsrechtlichen Einigung auch die "organische" Vereinigung der Menschen einzuleiten / Schwierigkeit aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungen in beiden deutschen Staaten / es gibt keine Vorbilder für solche Vereinigung / Gefahr der Verdrängung / bestimmte Teile des Volkes dürfen nicht ausgeklammert werden, wie z.B. die NVA-Angehörigen oder SED-Mitglieder / in beiden Teilen Deutschlands haben sich die Menschen eingerichtet, da an die Einheit Deutschlands nicht mehr geglaubt wurde / zur antifaschistischen Motivation nach dem Krieg, Missbrauch durch Kommunisten / seine Haltung zu Jakob Kaiser / zur Frage der deutschen Einheit nach 1945 / der 17. Juni 1953 und der Einfluss des RIAS / seine Kindheit in Treffurth/Thüringen, Torgau und Berlin als seine Heimat / Passierscheinabkommen 1962 / Weggang seiner Eltern aus Torgau nach Berlin / Soldatenzeit von 1942 bis 1944 mit Entlassung und Dienstverpflichtung nach Berlin zu Borsig / Verhältnis zum antifaschistischen Widerstand und Einstellung zum Beginn des Zweiten Weltkrieges / seine Haltung zum Kalten Krieg und dem Empfinden der Bedrohung aus dem Osten / Ursprünge des neuen Denkens Anfang der 80er Jahre / Idee der gemeinsamen Sicherheit von Gorbatschow / Bahrs Politik des "Wandel durch Annäherung" / der Begriff der Nation im Grundlagenvertrag / Beziehung zu Michael Kohl bei den Verhandlungen /
    Hörzitat 1 (1'36): Ziele seiner Politik des "Wandel durch Annäherung" / seine Vorliebe zu Bach, Mozart, Fontane / mit Beginn der Einheit beginnt ein Wiedererkennen der Städte, Dichter, Musiker usw. / seine vielfältigen politischen Aufgaben in den vergangenen Jahren, nicht nur Ost-West-Probleme sondern auch Nord-Süd-Probleme angegangen / Notwendigkeit der weiteren Abrüstung / Aversionen der DDR-Bürger gegen die NATO / Sicherheitspartnerschaften mit der Sowjetunion / Veränderungen in der BRD "Wir werden bald sehen, dass das neue Deutschland mehr ist als die Summe der einzelnen beiden Teile" / Einigungsvertrag und notwendige Verfassungsänderungen / gemeinsamen Papier zwischen SED und SPD, Grundsätze von damals existieren weiter / zunehmende Bedeutung der Vereinten Nationen bei der Friedenssicherung
    Interviewer: Manfred Engelhardt für Rundfunk der DDR.
    SD 02.10.1990 / DRAB K001871655; 59'27

  • Gespräch mit Egon Bahr
    Persönlicher politischer Stil (Stichwort: Geheimdiplomatie) / Über die Möglichkeiten der deutschen Wiedervereinigung nach dem NATO-Beitritt der Bundesrepublik / Erste Berufswünsche / Kriegszeit / Kam nach dem Krieg zum Journalismus ("man musste Geld verdienen") / Begegnung mit Konrad Adenauer / Adenauer wollte die Deutsche Einheit gar nicht / Über Willy Brandt, seine eigenen politischen Aktivitäten in Berlin und die "Politik der kleinen Schritte" /
    Hörzitat 2 (1'00): Konzept des "Wandels durch Annäherung" und die Phasen seiner Umsetzung: erstens die bilateralen Verträge, zweitens der Helsinki-Prozess mit dem europaweiten Gewaltverzicht und drittens die Lösung der Sicherheitsfrage, die Überwindung der militärischen Vormachtstellung der Sowjetunion / Über den Rücktritt von Willy Brandt als Bundeskanzler / Herbert Wehner konnte "ruchlos ... mindestens aber rücksichtslos" sein, wenn es um eine von ihm als richtig erkannte Sache ging / Verhandlungen mit der Sowjetunion und der DDR im Rahmen der Ostverträge / Seit etwa 30 Jahren "degeneriert" der Parlamentarismus, "ich glaube, dass wir reformbedürftig sind"
    Fernsehinterview von Ernst Elitz für im Rahmen der S3-Sendung "Wortwechsel".
    AD 26.04.1992 / DRAF K001206715; 43'52

 

Stand: 1. Juli 2013

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 01.07.2013
DATENSCHUTZ | IMPRESSUM |  nach oben