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Das aktuelle Ereignis

90 Jahre Rundfunk in Deutschland (29.10.1923)

90. Jahrestag am 29. Oktober 2013



Kurzinformationen

Foto: Detektorempfänger, Eigenbau um 1925

Aus der Rundfunkgerätesammlung des DRA: Detektorempfänger, Eigenbau um 1925 mit Anschlüssen für Hochantenne, Erde und "Telefon" (Kopfhörer)
Foto: DRA Babelsberg/Fischer

 

Hörzitat (2'21") aus: Dokument
DRA Frankfurt K000664738


In seiner Eröffnungsansprache, anlässlich der 8. Deutschen Funkausstellung in Berlin 1931, betonte Berlins Oberbürgermeister Heinrich Sahm die enormen Fortschritte auf dem Gebiet der Äther- und Schallwellen seit 1923, zu denen künftig auch Ultrakurzwellen und die Fernsehtechnik gehörten. Der Einfluss dieser Bereiche, so hob Sahm hervor, auf alle Fassetten des privaten, staatlichen und internationalen Lebens gelte – mit Blick auf die Zukunft - als nicht mehr abschätzbar.

Im Oktober 2013 jährt sich zum neuzigsten Mal der Beginn der öffentlichen Rundfunkübertragungen in Deutschland. Deutschland war, nach den Vereinigten Staaten (1921) und Großbritannien (1922), das dritte Land, in dem "Erbauliches und Belehrendes" drahtlos und regelmäßig "zu Gehör" gebracht wurde. Am 14. Oktober 1923 äußerte sich Hans Bredow, seit April 1921 Staatssekretär für das Telegrafen-, Fernsprech- und Funkwesen, im ersten Heft der Programmzeitschrift "Der Deutsche Rundfunk" über die Notwendigkeit und die Ausgestaltung des Rundfunks, der einem "freudlosen Volk" "Anregung und Freude" bringen, es durch künstlerisch und geistig hochstehende Vorträge aller Art unterhalten soll.1 Einen Tag später erfolgte seitens des Reichspostministeriums die erste Rundfunk-Pressevorführung. Zum ersten Mal wurde einem größeren Kreis gezeigt, was Rundfunk ist und wie Rundfunkdarbietungen klingen. Mit einfacher Musik und mit schlichten Gesangsvorträgen begann schließlich am 29. Oktober 1923 der Rundfunk sein regelmäßiges Programm. Damit war der Rundfunk in Deutschland für die Allgemeinheit freigegeben. Die erste Funkausstellung eröffnete Reichspräsident Friedrich Ebert am 4. Dezember 1924 im "Haus der Funkindustrie" im Berliner Ortsteil Witzleben. 1925 entstand in unmittelbarer Nachbarschaft aus montagefertigen Eisenteilen der Funkturm. Zum Zentrum des Funks wurde dieser Ort vier Jahre später, als an der nahen Masurenallee das "Haus des Rundfunks" gebaut wurde.

Die Einführung des Rundfunks in Deutschland fällt in eine Zeit, in der sich die wirtschaftlichen Folgen des Versailler Vertrages mit seiner unvorstellbaren Geldentwertung und einer täglich sich steigernden Arbeitslosigkeit bemerkbar machte. In dieser Lage vertrat Bredow die Ansicht, der Rundfunk könne mit seinen Sendungen der geistigen Verarmung der Bevölkerung entgegen wirken, könne für Erholung, Unterhaltung und Zerstreuung sorgen sowie die Arbeitsfreude steigern. Das Programm war, wegen noch fehlender Aufzeichnungsmöglichkeiten wurde direkt gesendet, von der jeweiligen örtlichen Kulturszene geprägt. Aus einer Stunde Programm am ersten Sendetag in Berlin waren Mitte 1925 schon 10 Stunden und am Ende der 1920er Jahre 14 Stunden geworden. Und mit dem steigenden Angebot wurde das Radio in allen Bevölkerungsschichten mit jedem Jahr populärer. Wie sehr das so genannte "Radio-Fieber" damals um sich griff, zeigt die rasch ansteigende Zahl der Teilnehmer. Ausgehend von mageren 467 zahlenden Teilnehmern Anfang Dezember 1923 – die Zahl der Schwarzhörer dürfte um ein Vielfaches höher gelegen sein – waren ein Jahr nach Programmbeginn im Herbst 1924 bereits eine halbe Million Rundfunkteilnehmer bei der Post gemeldet. Die Zahl stieg auf über eine Million im Januar 1926 und auf mehr als zwei Millionen Anfang 1928. Am Ende der Weimarer Republik waren 1932, trotz Weltwirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit, mehr als vier Millionen Rundfunkteilnehmer registriert.

Gerade in den ersten Jahren wurden viele Radios von Radiobastlern selbst gebaut. Für die damals gültigen Empfangsprinzipien standen Begriffe wie Detektor, Einkreiser, Audion, Rückkopplung oder Neutrodyne. Der einfachste Empfangsapparat aus dieser Anfangszeit war der Detektor-Empfänger, der wegen seiner Billigkeit und Reinheit der Lautwiedergabe sehr beliebt war.2 Die Reichweite eines solchen Apparates war je nach der Stärke der Sendestation und der Größe der Antenne verschieden. Im Umkreis von fünf Kilometer konnte bereits mit einer Innenantenne ein guter, lautstarker Empfang erzielt, mit einer Frei- und Hochantenne gar Entfernungen von 30 bis 40 km überbrückt werden. Bei besonders günstigen Witterungsverhältnissen und gut angelegten Hochantennen waren auch Sender bis zu 100 km und mehr zu empfangen. Mit Verbesserung der Apparate erreichten gute Empfänger mit Verstärkerröhren am Tage Empfangsreichweiten von 50 bis 200 km, abends und nachts war ein Deutschland-weiter-Empfang möglich, in klaren Winternächten sogar ein Europa-weiter-Empfang, wenn auch mit geringerer Tonqualität und Lautstärkenschwankungen. Batterien hatten die Detektoren nicht nötig, betriebsbereit waren sie durch die vom Sender abgestrahlte Energie.

Die Ablösung des Detektor-Empfängers durch den Röhrenempfänger brachte nicht nur eine bessere Empfangsqualität, sie hob auch die Einsamkeit beim Radiohören auf, indem, zumindest im familiären Bereich, ein gemeinschaftliches Hören über mehrere anschließbare Kopfhörer möglich wurde. Mobil wurden die Hörer erst, als die Kopfhörer durch die Lautsprecher abgelöst wurden, zunächst mit Trichter-Lautsprecher, die dem Grammophon entlehnt waren, und später mit in den Geräten eingebauten Lautsprechern. Für den Gemeinschaftsempfang im öffentlichen Raum standen 1932 erstmals zwei Radioapparate der Firmen Siemens und Mende zur Verfügung. Beide Geräte verfügten über keinen eingebauten Lautsprecher, konnten aber mit externen Lautsprechern nachgerüstet werden. Damit hatte das Radio endgültig die Enge des Wohnzimmers verlassen. "Public Listening" im Freien war möglich geworden. Insgesamt gesehen waren die 1920er Jahre eine Zeit des Experimentierens. Vieles, was heute praktiziert wird, hat seine Anfänge in diesen Jahren.

 

Aufnahme

  • Eröffnung der 8. Deutschen Funkausstellung und Phonoschau in Berlin,
    21. August 1931

    Hörzitat (02'21): Heinrich Sahm (Oberbürgermeister von Berlin) über die Kulturaufgabe des Rundfunks und den Rundfunk als Pionier des allgemeinen Fortschritts.
    AD 21.08.1931 / DRA Frankfurt K000664738; (8'00)

 

Zu den Sammlungen des DRA gehört ein Bildbestand mit rund 20.000 historischen Fotografien aus den Anfängen des Rundfunks. Die Aufnahmen stammen zum überwiegenden Teil aus dem Archiv der ehemaligen Reichs-Rundfunk-Gesellschaft. Sie werden in einer Datenbank erfasst, gescannt und in ein digitales Archiv eingestellt. Eine Auswahl, die einen Eindruck von den in dem Bestand befindlichen Motiven vermittelt, ist unter dem Link http://www.dra.de/rundfunkgeschichte/bildergalerie/geschichte.html abrufbar.

 

Anmerkungen

1 Hans Bredow, Dem "Deutschen Rundfunk" zum Geleit, in: Der Deutsche Rundfunk, 1. Jg. 1923, H.1, S. 1.
2 Zur technischen Entwicklung des Radios mit zahlreichen Themen, Stichworten und Tipps rund um das Radio: http://www.oldradioworld.de/hints.htm#Radiotechnik

 
 

Siehe auch die DRA-Pressemitteilung vom 14.10.2013:
90 Jahre Rundfunk in Deutschland (127 KB):
Radiohören wie 1923 bei einem nachgestellten Empfangsversuch im Deutschen Rundfunkarchiv Babelsberg am 29. Oktober 2013 um 15.00 Uhr.

 

Stand: 24. September 2013

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 21.10.2013
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