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Das aktuelle Ereignis

XVIII. Olympische Sommerspiele in Tokio. Vorerst letzte Teilnahme einer gesamtdeutschen Mannschaft (10.-24.10.1964)

50. Jahrestag vom 10. bis 24. Oktober 2014


Kurzinformationen

Foto: Tokio, XVIII. Olympiade, Gesamtdeutsche Mannschaft  

Hörzitat (2'44") aus: Dokument
DRA Babelsberg K1973409

 

 

 

 
 

Tokio, XVIII. Olympiade, Gesamtdeutsche Mannschaft
Foto: Bundesarchiv, Bild 183-C1012-0001-026 / Kohls, Ulrich / CC-BY-SA, via Wikimedia Commons

 

Schon 1956 und 1960 hatte eine gesamtdeutsche Mannschaft an den Olympischen Spielen teilgenommen. Nach den Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck trat sie auch im Oktober 1964 zu den Wettkämpfen in Tokio an. Hinter den Kulissen allerdings rivalisierten bereits seit 1949 die Bundesrepublik Deutschland und die DDR um die Anerkennung ihrer jeweiligen Mannschaft. Wie sollten die Spiele nun für zwei Wochen die west- und ostdeutschen Sportler vergessen lassen, dass sie eigentlich für zwei Staaten antraten, die sich gegenseitig nicht anerkannten und deren Teilung durch den Bau der Berliner Mauer drei Jahre zuvor zementiert worden war?

Laut Eike Birck, die das Phänomen untersucht hat ("Die gesamtdeutschen Olympiamannschaften – eine Paradoxie der Sportgeschichte?", Bielefeld 2013), war die gesamtdeutsche Mannschaft am Ende das Ergebnis einer strategischen Überlegung des Internationalen Olympischen Komitees in Bezug auf die fehlende Anerkennung der DDR als eigenständiger Staat. Bereits 1951 wurde das westdeutsche Nationale Olympische Komitee (NOK) als Mitglied in das Internationale Olympische Komitee (IOC) aufgenommen. Ein eigenständiges, anerkanntes NOK war die Bedingung dafür, bei den Olympischen Spielen antreten zu können. Das IOC verweigerte dem ostdeutschen NOK dagegen die Aufnahme, weil dies einer Anerkennung der DDR gleich gekommen wäre. Aus diesem Grund traten 1952 bei der ersten Teilnahme einer deutschen Mannschaft nach dem Zweiten Weltkrieg nur westdeutsche Athleten an. Erst 1955 wurde das NOK der DDR in das IOC aufgenommen, allerdings unter der Bedingung, dass fortan nur eine gesamtdeutsche Mannschaft antreten könne. Für die DDR war der Leistungssport ein willkommenes Spielfeld, um politische Souveränität zu erlangen. Zähneknirschend stimmte sie daher dem Kompromiss zu. Bei der Olympiade 1956 in Cortina d'Ampezzo und Melbourne gab es nun erstmals eine gesamtdeutsche Mannschaft.

Um die Startplätze in der gesamtdeutschen Mannschaft festzulegen, fanden innerdeutsche Qualifikationskämpfe statt. Für die Olympischen Sommerspiele 1964 in Tokio konnten sich erstmals mehr ost- als westdeutsche Athleten qualifizieren. Die Schilderung des Staffelfinales 4 x 100-m-Freistil der Männer im Rundfunk der DDR (Hörzitat) mag den Eindruck erwecken, es war eine deutsch-deutsche Mannschaft entstanden, die durch den Teamgeist zusammengefunden hatte. In Wirklichkeit hat es ein Team, das sich zusammengehörig fühlte, jedoch nie gegeben. Die Sportler der DDR durften zu ihren westdeutschen Mannschaftskollegen keinen Kontakt haben und bekamen nicht einmal die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Training.

1965 gab das IOC den von der Realität geschaffenen Fakten nach und erkannte das NOK der DDR vollständig an. Folglich durften 1968 erstmals zwei deutsche Mannschaften antreten. 1992 nahm in Albertville und Barcelona wieder eine einzige deutsche Mannschaft an den Wettbewerben teil – unter ganz anderen Bedingungen, da sie nunmehr das wiedervereinigte Deutschland vertrat.

 

Tondokumente aus dem Programm des Rundfunks der DDR

  • Walter Ulbricht zu Besuch an der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport in Leipzig
    (O-Ton) Walter Ulbricht dankt den Sportlern für ihre großen Leistungen in Ausscheidungskämpfen mit BRD-Sportlern für die Qualifizierung für die Olympischen Spiele in Tokio / Mehrheit an Sportlern aus der DDR in der gesamtdeutschen Mannschaft vertreten / Sportler und Trainer werden die DDR in Japan würdig vertreten / Ursachen für die sportlichen Erfolge der DDR / Bedeutung des Sozialismus für den Sport / Wege zur Verständigung beider deutscher Staaten auf dem Gebiet des Sportes, wie die Bildung eines gemeinsamen paritätisch zusammengesetzten deutschen Sportkomitees, die Durchführung gemeinsamer deutscher Meisterschaften u.a. / Verständigung wird verhindert durch den alleinigen Vorherrschaftsanspruch in Bonn / Voraussetzung für eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Sportes ist die Bereitschaft des westdeutschen Sportbundes, seinen sportfeindlichen Abbruchbeschluss aufzuheben und die Verweigerung der Einreise von DDR-Sportlern fallen zu lassen.
    ESD: 08.09.1964 / DRA Babelsberg K 1784891 (6'29)

  • 100-m-Freistil der Männer: Finale
    Schilderung des Endlaufs: 1. Donald Arthur Schollander (USA), 2. Robert McGregor (Großbritannien), 3. Hans-Joachim Klein (BRD)
    ESD: 12.10.1964 / DRA Babelsberg K1973403 (2'00")

  • 4 x 100-m-Freistil der Männer: Endlauf
    Hörzitat (2'44): Schilderung ab vorletztem Wechsel: 1. USA, 2. Deutschland (Horst Löffler, Frank Wiegand, Uwe Jacobsen, Hans-Joachim Klein), 3. Australien
    ESD: 14.10.1964 / DRA Babelsberg K1973409 (2'53)

  • 400-m-Freistil der Männer: Endlauf mit Frank Wiegand (DDR)
    Schilderung des Endlaufs: 1. Donald Arthur Schollander (USA), 2. Frank Wiegand (DDR), 3. Allan Wood (Australien)
    ESD: 15.10.1964 / DRA Babelsberg K1973405 (2'00")

  • Finale der Männer im 200-m-Lauf
    Schilderung des Endlaufes / O-Ton Heinz-Florian Oertel: "...Wie katapultiert schießen sie auf und davon, rasen nun mit abgewickelten Oberkörpern durch die Kurve..."
    ESD: 17.10.1964 / DRA Babelsberg K1973384 (3'06")

  • 4 x 200-m-Freistil der Männer: Endlauf
    Schilderung ab vorletztem Wechsel: 1. USA, 2. Deutschland (Horst-Günter Gregor, Gerhard Hetz, Frank Wiegand, Hans-Joachim Klein), 3. Japan
    ESD: 18.10.1964 / DRA Babelsberg K1973410 (3'29")

 

Fernsehdokumente aus dem Programm des Fernsehens der DDR

  • Aktuelle Kamera – NOK-Tagung in Berlin
    Im Hotel "Johannishof" Berlin findet die zweite Verhandlung der Nationalen Olympischen Komitees beider deutscher Staaten zur Aufstellung einer gemeinsamen deutschen Olympiamannschaft für Innsbruck und Tokio 1964 statt. Heinz Schöbel (Präsident Nationales Olympisches Komitee, NOK, DDR) gibt auf einer anschließenden Konferenz die Ergebnisse bekannt.
    ESD 09.07.1963 / DRA Babelsberg IDNR 416833 (1'57")

  • Aktuelle Kamera – Nachrichten-Verlese
    Nachrichten-Verlese: Die DDR ist offiziell zur Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Tokio 1964 eingeladen.
    ESD 16.08.1963 / DRA Babelsberg IDNR 415734 (0'21")

  • Aktuelle Kamera – Alfred Heil zu Verhandlungen der NOK der DDR und der BRD in Köln
    Interview mit Alfred Heil (Sekretär Bundesvorstand Deutscher Turn- und Sportbund DTSB und Mitglied Nationales Olympisches Komitee, NOK) zu den Ergebnissen der Verhandlungen zwischen den Nationalen Olympischen Komitees der DDR und der BRD in Köln.
    ESD 20.08.1964 / DRA Babelsberg IDNR 085540 (5'39")

  • Aktuelle Kamera – Walter Ulbricht besucht DHfK in Leipzig
    Walter Ulbricht (Erster Sekretär des ZK der SED und Staatsratsvorsitzender) und Begleitung besuchen die Deutsche Hochschule für Körperkultur (DHfK) in Leipzig.
    ESD 08.09.1964 / DRA Babelsberg IDNR 402091 (3'18")

  • Sonntagsgespräch des Deutschlandsenders
    Gespräch zu aktuellen Fragen aus Politik und Gesellschaft, das Hörfunk und Fernsehen zeitgleich übertragen. Diskutiert wird über Beziehung zwischen ostdeutschen und westdeutschen Sportlern während der Wettkämpfe bei der Olympiade in Tokio. Diskussionsschwerpunkte: Die Teilnahme einer gesamtdeutschen Mannschaft an der Olympiade in Tokio. Das bessere Abschneiden der Sportler aus der DDR bei den Ausscheidungswettkämpfen. Zur Beziehung zwischen den ostdeutschen und westdeutschen Sportlern während der Wettkämpfe. Einfluß der Olympischen Spiele auf das Verhältnis zwischen der BRD und der DDR. Über unfaire Methoden, die gegen Sportler der DDR während der Ausscheidungswettkämpfe eingesetzt wurden.
    ESD 20.09.1964 / DRA Babelsberg IDNR 065007 (33'00")

  • Aktuelle Kamera – Willi Stoph empfängt Olympiateilnehmer
    Empfang von Teilnehmern der Olympischen Spiele 1964 in Tokio vor ihrer Abreise durch Willi Stoph (Vorsitzender Ministerrat).
    ESD 24.09.1964 / DRA Babelsberg IDNR 399722 (0'57")

  • Aktuelle Kamera – Nachrichten-Verlese
    Nachrichten-Verlese zur Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 1964 in Tokio. Einmarsch einer gemeinsamen deutschen Mannschaft.
    ESD 10.10.1964 / DRA Babelsberg IDNR 401952 (1'44")

  • Aktuelle Kamera – Rückkehr der DDR-Sportler von den Olympischen Spielen in Tokio
    Ankunft der DDR-Sportler auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld nach erfolgreicher Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 1964 in Tokio.
    ESD 25.10.1964 / DRA Babelsberg IDNR 351056 (0'58")

  • Treffpunkt Berlin – Ausschnitt vom Ende des aktuell-politischen Wochengesprächs zur Teilnahme der DDR an den Olympischen Sommerspielen 1964 in Tokio
    Diskussionsschwerpunkte: Berichterstattung über die erfolgreiche Teilnahme der Mannschaften der DDR an den Olympischen Sommerspielen in Tokio. Behinderung der Sportler aus der DDR durch Sportfunktionäre der BRD. Die Rolle vom Präsidenten des Deutschen Leichtathletikverbandes Dr. Max Danz als Vertreter der Hallstein-Doktrin. Die Entwicklung von Sportunterricht und Sport als Beitrag zur Volksgesundheit.
    ESD 28.10.1964 / DRA Babelsberg IDNR 063635 (43'00")

 

Stand: 2. Oktober 2014

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 24.05.2017
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