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Das aktuelle Ereignis

Hans Bredow wird Reichsrundfunkkommissar (01.06.1926)

90. Jahrestag am 1. Juni 2016


Kurzinformationen

Foto: Hans Bredow am Schreibtisch, Mitte der 1920er Jahre
Hans Bredow am Schreibtisch, Mitte der 1920er Jahre
Foto: DRA Frankfurt
 

Hörzitat 1 (1'11) aus: Dokument
DRA Frankfurt am Main KONF.664889

Hörzitat 2 (0'54) aus: Dokument
DRA Frankfurt am Main KONF.803776

 

 

Hans Bredow (1879-1959) wechselte von Telefunken zum Reichspostministerium im Zuge der Revolution von 1918/19. Die Bewegung der Arbeiter- und Soldatenräte hatte das im Gesetz über das Telegraphenwesen des Deutschen Reiches vom 6. April 1892 festgesetzte Funk-Monopol der Post in Frage gestellt und den Anspruch erhoben, ein eigenes Nachrichtennetz aufzubauen. Es gelang den Revolutionären nicht, ihre Forderung umzusetzen, doch die Post fühlte sich gezwungen, ihre Monopolstellung abzusichern. Im Januar 1919 wurde im Reichspostministerium eine Abteilung für drahtlose Telegraphie ins Leben gerufen, welche von nun an als Zentralbehörde für das gesamte deutsche Funkwesen fungierte. Ihre Leitung übernahm im Rang eines Ministerialdirektors der knapp 40-jährige Telefunken-Ingenieur Bredow.

In dieser Funktion und dann als Staatssekretär im Reichspostministerium war Hans Bredow maßgeblich an der Entwicklung des Rundfunks beteiligt. Er beförderte sowohl die Gründung von regionalen Sendegesellschaften, welche für die Bereitstellung des musikalischen und literarischen Programms zuständig waren, als auch die Einführung einer Nachrichtenstelle, der Dradag. Der Post war die schwer zu kontrollierende dezentrale Organisation des Rundfunks jedoch ein Dorn im Auge. Sie zwang deswegen den Regionalgesellschaften im Mai 1925 die Gründung einer Holding-Gesellschaft, der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft, auf. Hans Bredow übernahm den Vorsitz des Verwaltungsrates. Ab dem 1. Juni 1926 vertrat er dort die Interessen der Post als Rundfunkkommissar des Reichspostministeriums und verfügte über eine Entscheidungsgewalt, die aus ihm den wichtigsten Mann des deutschen Rundfunks machte (Hörzitat 1).

Am 30. Januar 1933, dem Tag, an dem Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde, trat Hans Bredow von seinem Amt zurück. Mitte Februar verabschiedete er sich deutlich gerührt mit der Hoffnung, dass sein Werk fortgesetzt werden könne (Hörzitat 2). Bislang hatten die Nationalsozialisten den Weimarer Rundfunk vor allem publizistisch angegriffen. Jetzt, da sie an der Macht waren, konnten sie weiter gehen: Im August 1933 wurden die früheren leitenden Angestellten des "Systemrundfunks" verhaftet und in das Konzentrationslager Oranienburg gebracht. Nachdem er öffentlich dagegen protestiert hatte, wurde Hans Bredow ebenfalls festgenommen und in Untersuchungshaft überführt. Das am 5. November 1934 vor dem Landgericht Berlin eröffnete Verfahren gegen ihn und acht weitere Angeklagte wegen angeblicher Korruption trug vom ersten Tag an den Charakter eines Schauprozesses. Hans Bredow wurde zu einer Geld- und Haftstrafe verurteilt, die aber wegen der Untersuchungshaft bereits als verbüßt galt, und erhielt bis 1945 Tätigkeitsverbot.

 
(Muriel Favre)

 

Tonaufnahmen

  • Weihnachtsansprache an das amerikanische Volk
    Die heutige Generation lebt im Zeitalter der Erfindungen / Die Überquerung des Ozeans erfolgt in 77 Stunden, das Radio kann Nachrichten im Bruchteil einer Sekunde über die ganze Welt verbreiten / Große Auswirkungen auf das kulturelle und politische Leben in Deutschland / Zum ersten Mal seit der Erfindung der Buchdruckerkunst können geistige Güter zwischen den Völkern ausgetauscht werden Besondere Bedeutung des Radios für die Volksbildung / Jedes Land wird zu einem großen Hörsaal / Für "Kranke, Blinde und Krüppel" erschließt sich ein neues Leben / Zusammenschluss der Völker zu einer einzigen großen geistigen Gemeinschaft / Das Radio kann dem Frieden dienen / In diesem Sinne senden die deutschen Radiohörer den Amerikanern herzliche Weihnachtsgrüße
    AD 09.12.1924 / DRA Frankfurt KONF.664887 (4'05)

  • Rundfunkansprache des Reichsrundfunkkommissars an die Jugend
    "Denn ich hatte fern von der Schule erkannt, was schwer zu erkennen ist, dass man nicht für den Lehrer, sondern für sich selbst arbeitet" / Absolvierte nach der Schule ein Studium der Elektrotechnik /
    Hörzitat 1 (1'11): Hatte seine erste Stelle bei der AEG / Kam über die Funkentelegraphie zum Rundfunk / Man muss stets mehr von sich verlangen als von anderen / Volk und Menschheit sollen Vorteile von der eigenen Arbeit haben / Bedauert, dass er nur so kurze Zeit im Sender für seine Worte an die Jugend zur Verfügung hat
    AD 24.03.1930 / DRA Frankfurt KONF.664889 (3'33)

  • Rundfunkansprache zum fünfjährigen Bestehen der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft
    Zeit und Aufwand für die Rundfunkarbeit / Täglich Premiere, stündlich Abwechslung / Gleichzeitige Arbeit an 10 Stellen im Reich, 28 Rundfunksender, 30 Tausend Mitwirkende im Jahr / Gründung der RRG am 15. Mai 1925 / Heute haben 3 1/4 Millionen Haushalte ein Rundfunkgerät / Bedeutung der Rundfunkwirtschaft / Rundfunk wird stets Bestandteil des täglichen Lebens bleiben / Dankbarkeit gegenüber Heinrich Hertz
    AD 15.05.1930 / DRA Frankfurt KONF.664890 (4'15)

  • Verabschiedung von Dr. Hans Bredow als Reichsrundfunkkommissar im Berliner Haus des Rundfunks
    Kurt Magnus (Geschäftsführer der RRG): Verdienste Bredows um den Rundfunk in Deutschland / "Den Ehrentitel des 'Schöpfers des deutschen Rundfunks' tragen Sie wahrhaft mit Recht" / Aufbau einer dezentralisierten Rundfunkorganisation nach 1923, obwohl im Ausland anders verfahren wurde / Gründung der neun Sendegesellschaften / Der Rundfunk als Kulturinstrument / Heute wachsende Kritik am Rundfunk / Vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Potsdamer Straße / Dankesworte und Glückwünsche für die Zukunft (11'15) * Herbert Antoine: verliest einen Dankesbrief der Angestellten und Arbeiter des Hauses des Rundfunks an Bredow (2'15) * Hans Bredow: Sein Verhältnis zu seinen Mitarbeitern / Rückblick auf die Jahre der Arbeit und des Kampfes /
    Hörzitat 2 (0'54): Rundfunkarbeit als Dienst am Volk / "Rundfunkarbeit kann nur gedeihen, dort wo ein guter Geist herrscht" / Einmütig am großen Werk weiterarbeiten / Dankesworte (4'10)
    AD 16.02.1933 / DRA Frankfurt KONF.803776 (17'24)

  • Gespräch mit dem früheren Reichsrundfunkkommissar zum 30-jährigen Bestehen des Rundfunks in Deutschland
    Kurze Geschichte des Funkwesens – Nachrichtenoffizier im Ersten Weltkrieg – Erster Soldatensender an der Westfront / Übernahme in den Staatsdienst / Bredow als Initiator des Rundfunks und Leiter des Reichsrundfunkwesens, dem die gesamte staatliche Verwaltung und Organisation sowie die Geldmittel für Aufbau des Sender-Netzes zur Verfügung stand / Grundlegende Pionierarbeiten der Leiter der Sendegesellschaften, insbesondere Hans Magnus und Heinrich Giesecke für das Gemeinsame aller Rundfunk-Gesellschaften, Fritz Walter Bischoff, Ernst Hardt und Hans Flesch für die Programmgestaltung / Unterschied zwischen jungem Rundfunk von damals und dem von heute: Wesentlich sei, dass heute alle Sendungen vorher auf Band aufgenommen und ausgefeilt werden, während damals jede Sendung eine Premiere war / Tritt ein für gemeinsame Rundfunkarbeit, wie sie bereits damals in der RRG gelöst war, eine Frage, die heute zum Streitobjekt zwischen Bund und Ländern geworden ist
    AD 30.10.1953 / AD 16.02.1933 / DRA Frankfurt KONF.664917 (19'29)

 

Stand: 23. Mai 2016

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 23.05.2017
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