Direkt zum Inhalt springen. Alternativ zur Kopf-Navigation ist die Sitemap zu empfehlen
Bestände
Nutzung
Online-Dienste
Publikationen
Rundfunkgeschichte
Das DRA
Vor 1945 / BRD
DDR
Digitalisierte Bestände
Weitere Bestände
Tonaufnahmen
Bildarchiv
Schriftgut
Printmedien
Hörfunk
Geräusche
Fernsehen
Bildarchiv
Schriftgut
Printmedien
Schriftgut-Bestand des RIAS
Schriftgut-Bestand des SFB
Service
Findmittel
Benutzungsordnung
Audio/Hörfunk
Fernsehen
Bildarchiv
Schriftgut
Printmedien
Personen/Ereignisse
Hinweisdienste
Themenportal
Bestandsinfos
Register
Datenbanken
Termindienste
Das besondere Dokument
Spezial
Spezial multimedial
Archiv
Schwarzer Kanal
Fernseh-Krimis
Zuschauerforschung
Hörerforschung
ARD-Intern
ARD-Hörspiel-DB
ABC der ARD
Chronik der ARD
weitere Datenbanken
Personen
Ereignisse/Themen
Bücher
CDs
DVDs
Radio-Geschichte
Schriftsteller im Rundfunk
Bildergalerie
Ausstellung
Rundfunk vor 1933
O-Ton in der NS-Zeit
Schallaufzeichnung
Autorenregister:
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
Suche
Rundfunk bis 1945
Rundfunktechnik
Plakate DDR-FS
Wimpel DDR-FS/HF
Aufgaben und Ziele
Chronik
Standorte
Kooperationspartner
Ausbildung und Jobs
Informationstechnologie
Redaktion ARD-Publikationen
ZSK
1950-1959
1960-1969
1970-1979
1980-1989
1990-1999
2000-2011
Deutscher Bundestag
DHM
Netzwerk Mediatheken
Verlage
Ausbildungsprojekte
Ausbildungsmöglichkeiten
Jobs
AKTUELLESTERMINE
| SUCHE | Links | FAQs | Newsmail | Kontakt | Sitemap | Siteinfo
 

Das aktuelle Ereignis

Geburtstag von Thomas Alva Edison (11.02.1847)

170. Jahrestag am 11. Februar 2017



Kurzinformationen

Foto: Thomas Alva Edison, Mitte der 1920er Jahre
Thomas Alva Edison, Mitte der 1920er Jahre
Foto: DRA Frankfurt / Transocean
 

Erfinder und Unternehmer

  • geboren am 11. Februar 1847 in Milan/Ohio
  • gestorben am 18. Oktober 1931 in West Orange/New Jersey

 

Hörzitat 1 (1'52) aus: Dokument
DRA Frankfurt KONF.354479

Hörzitat 2 (1'07) aus: Dokument
DRA Frankfurt KONF.10507

Hörzitat 3 (0'33) aus: Dokument
DRA Frankfurt KONF.351024

 

Thomas Alva Edison gehört zweifellos zu den bedeutendsten Erfindern der Neuzeit. In einfachen Verhältnissen geboren, begann er früh, nicht nur mit chemischen Stoffen sowie technischen und elektrischen Geräten zu experimentieren, sondern auch die Ergebnisse seiner Versuche zu vermarkten. Als junger Mann richtete er mit den Erlösen aus ersten erfolgreichen Patenten mehrere Laboratorien ein und machte sich damit als Erfinder und Unternehmer unabhängig. Auf Grundlage seiner Erfahrungen auf dem Gebiet der Telegrafie entwickelte er schließlich 1877 den Phonographen – das erste Gerät zur akustisch-mechanischen Aufnahme und Wiedergabe von Schall. Damit leitete er nichts weniger als den Beginn der Klang­auf­zeichnung ein. Zwar hatte es bereits einige theoretische Vorläufer sowie Methoden zur grafischen Aufzeichnung von Geräuschen gegeben. Aber Edison war der erste, der diese Ansätze in die Praxis umsetzte und mittels einer Nadel und einer Membran tatsächlich Schall auf einem Tonträger speicherte und ihn gleichzeitig abrufbar machte.

Zur Serienreife brachte Edison den Phonographen erst über zehn Jahre später, nachdem er ihn unter dem Druck eines Konkurrenzprodukts von Alexander Graham Bell und Charles S. Tainter weiterentwickelt hatte. Nach dem Vorbild seiner beiden Konkurrenten nutzte er nun für das Eingravieren des Tonsignals einen mit Wachs beschichteten Pappzylinder, nachdem er hierfür ursprünglich Paraffinpapier und zuletzt noch Zinnfolie verwendet hatte. Die Wachswalze erlaubte eine deutlich bessere Aufnahmequalität und stellte zudem einen wesentlich beständigeren Tonträger dar. Einige Weiterentwicklungen ermöglichten außerdem eine Vervielfältigung der Walzen und damit die Voraussetzung für deren Vertrieb als Massenprodukt. Edison war als Geschäftsmann mindestens so begabt wie als Erfinder und hatte deshalb schon kurz nach der Fertigstellung seines Phonographen eine ganze Reihe von Verwendungs­möglich­keiten vorgelegt: Etwa das Diktieren von Briefen oder das Aufnehmen von gesprochenen Büchern für Blinde. Bei der Bewerbung seines Phonographen ließ er das Gerät für sich sprechen und spielte in Geschäften und bei öffentlichen Präsentationen Wachswalzen ab, wodurch der Phonograph selbst seine Vorzüge zum Besten gab. Auch auf dem deutschen Markt erreichten solche besprochenen Werbe(ton)träger die Kunden (Hörzitat 1).
 

Edison-Zylinder

Edison-Zylinder
Foto: DRA / Hans Schubert

Edison sah die Stärke seiner Erfindung im Wesentlichen in deren Aufnahmefunktion, die es auch privaten Nutzern ermöglichte, mit einfachen Mitteln Tonaufzeichnungen anzufertigen. Die meisten der von ihm erdachten Verwendungs­zwecke zielten auf den Gebrauch des Phono­graphen als Diktiergerät oder als heimisches Unterhaltungsgerät. Die früheste erhaltene Tonaufzeichnung von Edison selbst ist daher auch ein von ihm gesprochener Brief, mit dem er die Diktierfunktion des Geräts demonstrierte (Hörzitat 2). Erst an vierter Stelle sah er das Abspielen von Musikaufnahmen, das sich in späteren Jahren jedoch als die absolut markt­bestimmende Nutzungsform phono­grafi­scher Geräte heraus­stellte. Der überwiegende Teil der heute erhaltenen Wachswalzen besteht daher aus industriell produzierten Tonträgern mit Musik­stücken verschiedener Richtungen. Private Aufnahmen, auf denen Menschen ihre Stimmen oder die ihrer Angehörigen für die Nachwelt festzuhalten versuchten, sind dagegen selten – so zum Beispiel das tönende Gästebuch der Familie Rechenberg, die den Empfang von Besuchern mit dem Phonographen dokumentierte (Hörzitat 3).

Dass mit Edisons Erfindung ein Einfrieren des so flüchtigen Mediums Klang für die Ewigkeit erreicht war, wie viele Zeitgenossen glaubten, erwies sich im Übrigen teilweise als Illusion. Die ersten Wachszylinder waren nach wie vor sehr empfindlich und anfällig für Verschleiß durch die Nutzung selbst. Häufig waren Aufnahmen nach mehrmaligem Abspielen bereits nicht mehr abrufbar, weil die Nadel des Phonographen die durch die Aufnahme erzeugte Rille beim erneuten Durchlaufen schädigte. Hinzu kommt, dass das Material über die Jahre von innen zerfallen kann und die Träger durch nicht sachgemäße Lagerung zusätzlichen Schaden nehmen können. Die im Deutschen Rundfunkarchiv in Frankfurt am Main auf­bewahrten Wachszylinder, die den Beginn der Klangaufzeichnung seit der Wende zum 20. Jahrhundert dokumentieren, wurden daher in den 1980er Jahren systematisch auf ihren Zustand untersucht und fachgerecht aufbereitet und erschlossen. Zusätzlich wurden die Aufnahmen damals auf Magnetbändern gesichert, damit zukünftig auf ein immer neues Abspielen der Originale verzichtet werden konnte. In den letzten Jahren wurden die Inhalte aller Walzen erneut mit einem modernen und dadurch schonenderen und qualitativ ergiebigeren Abtastungsverfahren ausgespielt und digitalisiert. Insgesamt zählt die Sammlung des DRA über 1.000 originale Edison-Zylinder, wovon ein Großteil verschieden­artige Musikaufnahmen beinhaltet. Einen deutlich kleineren Teil machen Wortaufnahmen vor allem kabarettistischer Art aus. Zusätzlich hat das Archiv diverse Umschnitte von Reden, Lesungen sowie Musik- und Kleinkunst­auf­nahmen in seinem Bestand, die ursprünglich von Wachszylindern aus den frühen Jahren der Schallaufzeichnung stammen.

 
(Niklas Pelizäus)

 

Tondokumente

Im Folgenden finden Sie eine kleine Auswahl aus dem oben erwähnten Gesamtbestand der originalen Edison-Zylinder und Überspielungen im Deutschen Rundfunkarchiv Frankfurt am Main.

  • Gesprochener Brief von Thomas A. Edison an Mr Blaine
    Hörzitat 2 (1'07): (O-Ton) Edison zeichnet für den Empfänger Mr. Blaine eine Reise um die Welt nach:
    "I'll take you on a steamer, eh, a Cunard steamer to Liverpool, and from Liverpool to London, from London on the London and Brighton Railroad to Brighton, and from Brighton we'll go on those little two-cent steamers across the English Channel to Calais. And from Calais we'll go on the chemin du fer du nord . I can't give you the exact Parisian pronunciation of this railroad, but I guess you'll understand it. We'll get into Paris and make for the, uh, Grand Hotel. And then in the morning we'll go to our bankers and get you some money on our letters of credit. And then we'll go and stay around Paris for about two weeks and go to Berlin. After we've stayed about two, three days in Berlin and got the blues, why, we'll go to St. Petersburg. And St. Petersburg we'll go to Moscow, and from Moscow back by the same route to Berlin. And from Berlin we'll go to Vienna and from Vienna to Budapest to see the Hungarians.

    And then most people would go to Monte Carlo. But we'll not go to Monte Carlo, we'll go to Munich, or München. I believe they call it München. But that's not a very nice name to me. I like to call it Munich. Well, then from Munich we'll go to Milan. Milan we'll go to Rome. Rome we'll go across the Mediterranean Sea. I don't know but what I'm a little out of my geography, we'll go to Alexandria. Alexandria through the Suez Canal to the Red Sea, into the Bay of Bengal. And then to Bombay. Bombay we'll probably get the cholera, and stay at the hospital two, three months and have lots of fun. And then we'll go to Calcutta, Calcutta to Singapore on the Malay archipelago. And then to Hong Kong [cough]. Hong Kong to Tokyo, Tokyo on a Pacific Mail Steamship Company to San Francisco, San Francisco to Ogden, Ogden to Laramie, Laramie to Cheyenne, Cheyenne to Omaha, Omaha to Chicago, Chicago through Pittsburgh, Harrisburg, Philadelphia, New York. Now, Mr. Blaine, won't you say a few words on another cylinder so my young man can bring it over to the laboratory. I want to put it through a process to get several hundred duplicate cylinders so other peopl e can hear what you say. Uh, goodbye, Edison."
    AD ca. Juni 1888 / DRA Frankfurt KONF.10507 (2'53)

  • Unter dem Doppeladler, op. 159 (Österreichischer Marsch) von Joseph Franz Wagner
    Älteste im DRA im Original vorhandene Wachswalze mit Musikaufnahme. Gespielt von der Edison Concert Band.
    AD 1896 / DRA Frankfurt KONF.2099068 (2'08)

  • Tönendes Gästebuch - Begrüßung zwischen den Familien Hoffmann und Rechenberg
    Hörzitat 3 (0'33): Ansage: "Begrüßungsszenen zwischen den Hoffmannschen und Rechenbergschen Eheleuten" / Begrüßung bei der Ankunft der Hoffmanns bei den Rechenbergs / Gespräche am Kaffeetisch
    AD 1902 / DRA Frankfurt KONF.351024 (2'17)

  • Reklame-Record. Reklametext auf einer Edison-Walze
    Hörzitat 1 (1'52): Auf der Wachswalze führt ein (O-Ton) Sprecher aus Sicht des Phonographen die Möglichkeiten und Vorzüge des Geräts auf und wirbt damit für den Kauf: "Ich bin der Edison-Phonograph, ein Werk des genialen Erfinders Thomas A. Edison. Durch mich hören Sie in vollkommener Naturtreue die berühmtesten Künstler …"
    AD 1905 / DRA Frankfurt KONF.354479 (1'52)

  • Der Hauptmann von Köpenick vor Gericht
    Humoristische Szene eines Schauspielensembles in Berliner Dialekt. Die Aufnahme gehört zu den ältesten Aufnahmen kabarettistischer Art, die im Deutschen Rundfunkarchiv Frankfurt im Original auf Wachswalze erhalten sind.
    AD 1906 / DRA Frankfurt KONF.1950303 (2'04)

  • Versuchsaufnahmen von Albrecht Bethe mit einem Phonographen
    Gedichte, Witze, Pfeifen.
    Prof. Dr. Albrecht Bethe war Ordinarius für Physiologie an der Universität Frankfurt und beschäftigte sich in seiner Freizeit mit der neuen phonographischen Technik. Zwischen 1916 und 1919 besprach er eine Reihe von Phonographen-Walzen mit Gedichten, Wortspielen, phonetischen Experimenten und Witzen. Die Aufnahmen sollten im Wesentlichen die unterschiedlichen Möglichkeiten ausloten, die das neue Medium auch für private Anwender bot.
    AD 1916 – 1919 / DRA Frankfurt KONF.43483 (5'53)

  • Edison singt "Mary Had a Little Lamb" und lacht
    Das selbst eingesungene Kinderlied soll nach Edisons Aussage das erste Klangzeugnis gewesen sein, das der Erfinder auf einem funktionierenden Phonographen aufzeichnete. Die originale Aufnahme ist jedoch nicht überliefert. Bei der vorliegenden Fassung handelt es sich um die Tonaufzeichnung der von Edison selbst wesentlich später nachgestellten Szene.
    AD Juli 1927 / DRA Frankfurt KONF.762880 (0'07)

 

Stand: 24. Januar 2017

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 23.05.2017
DATENSCHUTZ | IMPRESSUM |  nach oben