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75. Geburtstag von Luciano Berio

Gedenktage zum Musikleben: 24. Oktober 2000


Kurzinformationen

Foto: Portrait von Luciano Berio
 

Komponist
 

  • geboren am 24. Oktober 1925 in Oneglia/Imperia
  • gestorben am 27. Mai 2003 in Rom

Die im Deutschen Rundfunkarchiv vorhandenen
Aufnahmen von Luciano Berio sind in einer PDF-Datei (4 Seiten, 68 KB) zusammengestellt. Für journalistische, wissenschaftliche und kulturelle Zwecke können hiervon Umschnitte im DRA bestellt werden.

 

 

 

Bild: Luciano Berio

Volltext


Luciano Berio war ein außergewöhnlich vielseitiger Komponist, der sich stets für die Verbreitung Neuer Musik eingesetzt hat. Er gilt, neben Stockhausen, Henze, Nono, Ligeti u.a. als eine der Vaterfiguren der Avantgarde. Berio, der aus einer norditalienischen Musikerfamilie stammt, studierte am Verdi-Konservatorium in Mailand bei Ghedini und anschliessend in Tanglewood/Mass bei Dallapiccola. Anfang der 50er Jahre machte er sich bei den bedeutenden Kranichsteiner Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt einen Namen. 1955 gründete er zusammen mit Bruno Maderna das Mailänder 'Studio di fonologia musicale', Italiens erstes Studio für elektronische Musik.

Berio war an vielen entscheidenen Entwicklungen der Nachkriegsmusik beteiligt: bei der Ausformung der seriellen Musik, bei den Entdeckungen der 'Musik im Raum' sowie bei der Erschliessung der Elektronik. Darüber hinaus inspirierten immer wieder literarische Texte seine Kompositionen, vor allem Werke von Joyce, Auden, Cumings, Eco, Calvino. Für die aussergewöhnliche Stimme der Sängerin Cathy Berberian schrieb er viele seiner markantesten Stücke, neben 'Omaggio a Joyce', 'Epifanie', die 'Circles', die Folksongs' und die dritte der zahlreichen 'Sequenzas' - Solostücke für Avantgarde-Virtuosen. Die 'Sinfonia' (1969), Leonard Bernstein und den New Yorker Philharmonikern gewidmet, war Berio's größtes Erfolgsstück und hat sein Erscheinungsbild am meisten geprägt. 1960 - 1972 lehrte er in den USA u.a. an der Julliard School in New York, wo er ein Ensemble für Neue Musik gründete. 1975 wurde er künstlerischer Direktor des Israel Chamber Orchestra, 1982 Leiter des Orchestra Regionale Toscana. Neben seinen vielseitigen Tätgkeiten arbeitete Berio stets an der Fortentwicklung der Live-Elektronik am IRCAM in Paris und an dem von ihm mitbegründeten Institut 'Tempo reale' in Florenz. 1993 wurde er mit den renommierten Poetik-Vorlesungen an der Havard University betraut.

Stand: 24. Oktober 2000

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 16.11.2006
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