50. Todestag von Heinrich Schlusnus
Gedenktage zum Musikleben: 6. August 2002
Kurzinformationen
Volltext
Heinrich Schlusnus gehörte zu den bedeutendsten Opern-
und Liedsänger Deutschlands in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts.
Schlusnus arbeitete zunächst als Postbeamter in Koblenz und
Frankfurt am Main, liess sich aber gleichzeitig seine Stimme ausbilden. Er
debütierte 1915 an der Oper von Hamburg, begründete seinen Ruf als Baritonist
in Nürnberg und wurde von dort 1917 als Kammersänger an die Berliner Hofoper
berufen. Auf der Bühne galt Heinrich Schlusnus als vortrefflicher
Verdi-Interpret. Im Rahmen der Verdi-Renaissance der 20er Jahre sang er in
vielen Opern Partien wie den Rigoletto, Grafen Luna, den Germont sr. und den
Don Carlos.
"Aber die Stimme! Ein einziges Schwelgen in Schönheit des Klanges, in
Kultur der Linie, in der unerschöpflichen Fülle des samtenen Organs",
schreibt der Scheinwerfer 1926 über die Aufführung von Verdis "Othello"
an der Berliner Staatsoper.
1918 gab Schlusnus im Berliner Blüthner-Saal seinen ersten Liederabend
und galt bald als der bedeutendste deutsche Liedinterpret seiner Generation.
Auch nach dem zweiten Weltkrieg begeisterte er in Deutschland und im Ausland
sein Publikum, vor allem durch seinen Liedvortrag. Zuletzt gastierte Schlusnus
im Juni 1950 wieder auf der Bühne der Städtischen Oper in Berlin, stürmisch
gefeiert, u.a. als Posa in "Don Carlos". Seinen letzten Liederabend gab Schlusnus
1951.
In den Beständen des Deutschen Rundfunkarchivs befindet sich u.a. eine Aufnahme
des Liedes
Hörzitat (4'06''): "Alinde" von
Franz Schubert aus dem Jahr 1942; begleitet wird Heinrich
Schlusnus von Sebastian Peschko.
[DRA 194-1638]
Diese und weitere
Aufnahmen von Heinrich Schlusnus sind in einer PDF-Datei
(24 Seiten, 56 KB) zusammengestellt. Für journalistische, wissenschaftliche
und kulturelle Zwecke können hiervon Umschnitte im DRA bestellt werden.
Stand: 6. August 2002