200. Geburtstag von Hector Berlioz
Gedenktage zum Musikleben: 11. Dezember 2003
Kurzinformationen

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Komponist
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geboren am
11.12.1803 in La Côte-St-André, Isère
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gestorben am
08.03.1869 in Paris
Hörzitat
(5'45") aus:
Dokument DRA 4321300
Dossier
(14 Seiten, 52 KB)
Bild: Hector Berlioz
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Volltext
Hector Berlioz zählt zu den wichtigsten Erneuerern der musikalischen
Klangsprache in der Zeit nach Beethoven. Die Musik von Berlioz zeichnet
sich durch expressive Dramatik und eine gänzlich neue Art der Instrumentation
aus, die auf eine effektvolle Darstellung leidenschaftlicher Ausdruckswelten
abzielt. Die Grundsätze dieser Instrumentationskunst faßte
Berlioz in seinem Traité d'instrumentation et d'orchestration
modernes von 1844 zusammen. Berlioz' Kompositionsstil ist geprägt
von Extremen: subtile Verfeinerung der orchestralen Klangfarben einerseits,
Überdimensionierung der klanglichen Mittel andererseits. Ein wesentliches
Charakteristikum vieler Kompositionen von Berlioz ist die Aufnahme illustrativer
bzw. programmatischer Elemente. Berlioz kann zwar nicht als Erfinder der
Programmusik angesehen werden, doch war er einer der wichtigsten Protagonisten
dieses Stilprinzips und somit Wegbereiter für Franz Liszt und Richard
Strauss. Der radikal neue Ausdruckswille, den Berlioz in seinen Kompositionen
kultivierte, machte ihn zu einem der führenden Vertreter der musikalischen
Romantik.
Hector Berlioz war das älteste Kind von Louis-Joseph Berlioz,
einem damals recht bekannten Arzt in La Côte-St-André unweit von Grenoble.
Er trat zunächst in die Fußstapfen seines Vaters und studierte Medizin, brach
das Studium aber gegen den Willen seiner Eltern ab, um Musiker zu werden.
1826 ging Berlioz an das Pariser Conservatoire, um bei Jean-François Le Sueur
Komposition und bei Antonin Reicha Kontrapunkt zu studieren. 1830 gewann er
mit der Kantate La dernière nuit de Sardanapale den begehrten Prix
de Rome. Zu diesem Zeitpunkt war er schon mit bedeutenden Werken wie Huit
scènes de Faust und der Symphonie fantastique an die Öffentlichkeit
getreten. Berlioz betätigte sich nicht nur als Komponist und Dirigent, sondern
auch als Musikschriftsteller in diversen Fachorganen. Zwischen 1842 und 1867
unternahm er ausgedehnte Konzertreisen durch Deutschland, Österreich, England
und Rußland, um seine Werke auch außerhalb von Frankreich bekannt zu machen.
Dabei erfuhren seine Kompositionen ein geteiltes Echo, lebhafte Zustimmung,
aber auch heftige Kritik. Eine allgemeine Anerkennung blieb Berlioz zu Lebzeiten
verwehrt. So hoffte er vergeblich auf eine Anstellung als Kompositionslehrer
am Pariser Conservatoire. Er mußte sich mit dem Posten des Konservators der
Bibliothek begnügen. 1850 wurde er zum Bibliothekar ernannt. Diese Position
hatte er bis zu seinem Tode im Jahre 1869 inne.
Das bekannteste Werk von Hector Berlioz ist die Symphonie
fantastique aus dem Jahre 1830. Diese Sinfonie schildert in einer Folge
von Fantasien eine "Episode aus dem Leben eines Künstlers" - so der Untertitel
des Werkes. Es handelt sich um eine kaum verhüllte Autobiographie, in der
Berlioz seinen leidenschaftlichen Gefühlen zu einer unerreichbaren Frau von
idealer Schönheit Ausdruck verleiht. Die Angebetete tritt in der Sinfonie
musikalisch als festes Thema, als "Idée fixe" in Erscheinung, als melodische
Obsession, die die leidenschaftlichen Zwangsvorstellungen von Berlioz auf
musikalische Weise widerspiegelt. Die Schöne, der Berlioz in der Symphonie
fantastique ein Denkmal setzte, war die Schauspielerin Harriet Smithson.
Sie gehörte zu einer englischen Schauspieltruppe, die Ende der zwanziger Jahre
des 19. Jahrhunderts mit Shakespeare-Dramen in Paris auftrat. Zunächst nahm
Harriet Smithson von Berlioz keinerlei Notiz. Nach einer Aufführung der Symphonie
fantastique im Jahre 1832 wurde Berlioz Harriet Smithson vorgestellt,
und binnen Jahresfrist wurden sie ein Paar. Das Eheglück währte nicht allzu
lange. Im Dezember 1842 brannte Berlioz mit der jungen Sängerin Maria Recio
durch.
Der zweite Satz der Symphonie fantastique schildert
einen glanzvollen Ball, bei dem der Künstler voller Pein die Angebetete zwischen
den Tanzenden erblickt:
Hörzitat (5'45''): Un bal. Valse. Allegro non
troppo11. Dezember 2003
aus: Symphonie fantastique, op. 14 (Episode de la Vie d'un Artiste)
Orchester des Reichssenders Frankfurt
Leitung: Hans Rosbaud
Konzertmitschnitt vom 7. März 1937, Frankfurt: Saalbau, Großer Saal
DRA-Archivnummer: 4321300
Diese und andere in den Beständen des Deutschen Rundfunkarchivs befindlichen
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Berlioz (14 Seiten, 52 KB) sind in einer PDF-Datei zusammengestellt,
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Stand: 11. Dezember 2003