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50. Jahrestag

Deutschland: Währungsreform in den drei Westzonen

Gedenktage zu Politik, Kultur und Gesellschaft: 20. Juni 1998

 

Kurzinformationen

Foto: Frau beim Geldzählen (Währungsreform)
  Neues Zahlungsmittel ist die Deutsche Mark (DM), die von der im Frühjahr 1948 gegründeten Bank Deutscher Länder ausgegeben wird. Jeder Deutsche erhält zunächst vierzig Deutsche Mark. Die Reichsmarkguthaben werden im Verhältnis 100:5 abgewertet und Zahlungsverpflichtungen umgestellt. Am 23.06.1948 wird in der Sowjetzone und Ost-Berlin eine eigene Währung eingeführt. Daraufhin wird die Gültigkeit der DM am gleichen Tag auf die drei Westsektoren Berlins ausgedehnt.

Hörzitat (1'46'') aus:
Dokument DRA Ffm 77 U 3494/2

Bild: Währungsreform
Foto: Deutsches Historisches Museum, Berlin


Aufnahmen

  • Ludwig Erhard zur Wirtschaftspolitik nach der bevorstehenden Währungsreform
    Diskussion hat den Höhepunkt erreicht / Erwartet eine rationale und gerechtere Güterverteilung / Bisher entartete totale Zwangs- und Befehlswirtschaft / Erfolg der Währungsreform ist verbürgt / Gerechte Beziehung zwischen Leistung und Gegenleistung muß hergestellt werden / Dem wirtschaftlichen Chaos, dem das politische Chaos in Kürze folgen müßte, setzt die Währungsreform ein schnelles Ende / Zweck: Gesundung der deutschen Wirtschaft / "Jede Beschränkung, die uns an der Wiederingangsetzung marktwirtschaftlicher Prinzipien und der Anwendung eines echten, von Machtpositionen und gesellschaftlicher Privilegien freien Leistungswettbewerbs hindert, trägt den Keim neuer, sich rasch akkumulierender Störungen in sich und wird wieder nur in einer anderen Spielart der immer volksfeindlichen Zwangswirtschaft enden." / Lockerung des Güteraustausches, Aufhebung des Preisstops / In der Wirtschaft Krankes und Schwaches ausmerzen / Marktwirtschaft führt nicht zu Preiserhöhungen / Keine einseitige Unternehmerpolitik / "Die oberste Wirtschaftsbehörde soll sich endlich wieder auf die ihr angemessene Domäne der Wirtschaftspolitik zurückziehen und mittels deren sehr umfassender Möglichkeiten ohne den einzelnen Menschen zu gängeln und zu unterjochen, die Wirtschaft durch eine sogar bewußte Lenkung, dem sozialen und höheren staatspolitischen Zielen dienbar machen." / Beruft sich auf liberale Methoden
    14.6.1948 / DRA Ffm 48.8013; 15'40"
  • Robert H. Lochner, Sprecher der Militärregierung Frankfurt am Main: Verkündung der Währungsreform für die drei Westzonen Deutschlands
    Hörzitat (1'46''):
    Erstes Gesetz zur Neuordnung des Geldwesens / Tritt am 20. Juni in Kraft / "Das neue Geld heißt 'Deutsche Mark', jede DM hat hundert deutsche Pfennig" / Ab 21. Juni ist die bisherige Währung (Reichsmark, Rentenmark) ungültig / Münzen bis zu einem Nennwert von 1 Mark behalten vorläufig ihre Gültigkeit und zwar zu einem Zehntel ihres bisherigen Nennwertes / Als erste Maßnahme erhält jeder einen Kopfbetrag von 60 DM, wovon an diesem Sonntag 40 DM ausbezahlt werden, die restlichen 20 DM einen Monat später
     / Das übrige Geld wird später in DM umgetauscht, das Umtauschverhältnis wird noch bekanntgegeben, der Geldumlauf wird dabei drastisch reduziert / Löhne werden in neuem Geld ausbezahlt, die Preise werden von der Neuordnung nicht berührt, in Verträgen tritt die neue Währung an Stelle der alten / Altgeld ist bis zum 26. Juni anzumelden / Die deutsche Gesetzgebung soll innerhalb von sechs Monaten ein Gesetz über den Lastenausgleich vorbereiten / Verboten ist es, Altgeld in die Westzonen ein- oder auszuführen / Die Währungsreform erstreckt sich nicht auf Berlin, Verbindung Berlins zu den Westzonen bleibt erhalten
    18.6.1948 / DRA Ffm 77 U 3494/2; 13'35"
  • Rundfunkansprache von Hermann Pünder, Oberdirektor des Verwaltungsrates für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet, zur Währungsreform
    Heute wurde das Gesetz zur Währungsreform verkündet / Nur ein gewisser Abschluß, da in Kürze ein neues Gesetz kommt / Das Geld hatte in der letzten Zeit seine Funktion eingebüßt / Währungsreform leider nur auf die Westzonen beschränkt / Keine Lösung für unser ganzes Vaterland / Die Deutschen wollen keine Teilung des Währungsgebietes / Die Reform ist eine geeignete Grundlage für den wirtschaftlichen Wiederaufbau in der Westzone / Alte Leute, Rentner und Heimatvertriebene glauben, "in Verkennung der Ursachen", daß die Währungsreform ihnen etwas nimmt / Zerstört werden nur Illusionen / Der Krieg Hitlers hat die Spargelder vernichtet / Die Währungsreform bedeutet Rückkehr zu geordneten Verhältnissen / Schieber werden verschwinden / 60 DM Kopfgeld / Die Löhne werden 1:1 umgestellt / Lastenausgleich als Prüfstein für die künftige deutsche Politik / Marshallplan als wertvolle Hilfe für den Wiederaufbau
    18.6.1948 / DRA Ffm 48.735; 12'15"
  • Rundfunkansprache des Präsidenten des Wirtschaftsrates, Erich Köhler
    Vor 24 Stunden erfolgte der erste Schritt zur Geldreform / Anfang eines neuen Wirtschafts- und Soziallebens / Anständigkeit erhält wieder ihre Anerkennung / Die Wirtschaft bekommt wieder einen realen Sinn / Die Schwarzen und die Grauen Märkte werden verschwinden, die Zwangswirtschaft wird ein Ende haben / Neue Anreize für die Arbeit werden geschaffen / Verringerung der Steurersätze / Über die Sorgen der Alten und Arbeitsunfähigen / Notwendigkeit eines Lastenausgleichs / Armut als Folge der Hitlerschen Verbrechen / Schaffung eines lebenswerten Lebens durch Sparsamkeit und Fleiß / Für ein besseres Deutschland in einer besseren Welt
    19.6.1948 / DRA Ffm 77 U 3505/4; 10'20"
  • Ansprache des Senators von Bremen, Erhard Heldmann
    "Liebe Bremer! Das neue Geld ist da. Damit beginnt auch eine neue Zeit. Die Deutsche Mark ist die Grundlage für den zukünftigen Aufbau unserer Wirtschaft"
    19.6.1948 / DRA Ffm 83 U 3950/16; 0'15"
  • Rundfunkansprache des DGB-Vorsitzenden in der britischen Zone, Hans Böckler
    Zur Beurteilung der Währungsneuordnung ist der Grund der sozialen Gerechtigkeit entscheidend / Gute Voraussetzungen für den Neuaufbau der Wirtschaft geschaffen / Neuordnung der Steuern und des Lastenausgleichs fehlt noch / Bisherige Gesetzesvorgaben hierzu sind nicht ermutigend / Warnung vor Entlassungen aus währungsspekulativen Gründen
    19.6.1948 / DRA Ffm 77 U 3506/4; 4'50"
  • 73. außerordentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin zur Währungsreform
    Otto Suhr, Stadtverordnetenvorsteher: Es geht um mehr als nur um währungstechnische Fragen / Stadtverordnete müssen der Bevölkerung gegenüber zu der Währungsreform Stellung nehmen (2'45")
    Louise Schroeder, amtierende Oberbürgermeisterin von Berlin: Währungsreform in Westdeutschland eingeführt / Bedauern, daß keine Einigung unter allen vier Alliierten für Gesamtdeutschland möglich war / Für Berlin behalten bisherige Zahlungsmittel vorläufig ihre Gültigkeit / Lebensmittelversorgung ist gesichert / Warnt vor Angstkäufen / Bei Warenzurückhaltung werden schärfste Maßnahmen gegen diese Händler ergriffen / Überflutung Berlins mit Zahlungsmitteln, die im Westen Deutschlands ungültig geworden sind, sind zu verhindern / "In diesen ernsten Tagen müssen wir uns alle, Männer und Frauen, alt und jung, als eine große Schicksalsgemeinschaft betrachten" / Bitte an die Alliierten, daß Berlin eine vier Mächten unterstellte Stadt bleibt (8'25")
    Waldemar Schmidt, Stadtrat (SED): "Die am 18. Juni 1948 in der britischen, amerikanischen und französischen Besatzungszone befohlene separate Geldreform ist der schwerste Schlag gegen die wirtschaftliche und politische Einheit Deutschlands und gegen die Existenz der Hauptstadt Berlin." / Währungsreform hat die Spaltung Deutschlands in zwei Teile vollzogen / Der Beschluß der Alliierten, die Westwährung in den westlichen Sektoren Berlins nicht einzuführen, entspricht den wirtschaftlichen Notwendigkeiten Berlins / "Ein Anschluß an die Westwährung würde die Gefahr einer Massenarbeitslosigkeit mit sich bringen." / Sonderwährung für Berlin würde zu einer wirtschaftlichen Isolation führen / "Nachdem die Westwährung geschaffen und eine Sonderwährung für Berlin unmöglich ist, gibt es für Berlin keinen andern Ausweg mehr, als durch intensive Handelsbeziehungen mit der sowjetischen Besatzungszone eine Neuorientierung unserer Wirtschaft herbeizuführen." / Berlin ist wirtschaftlich und kulturell mit der sowjetischen Besatzungszone verbunden (3'35")
    Carl Hubert Schwennicke, FDP: Schicksalhafte Stunde für die Bevölkerung Berlins / Mißbilligt den Antrag Schmidts / Berlin ist nicht Bestandteil einer Westzone, aber auch nicht Bestandteil der Ostzone / Berlin ist die Hauptstadt Deutschlands / Berlin ist durch seine wirtschaftliche und kulturelle Verbundenheit mit allen Teilen Deutschlands verbunden und soll mit allen Teilen verbunden bleiben (3'30")
    19.6.1948 / DRA Ffm 76 U 3339/3; 18'15"
  • Ansprache des Direktors der Verwaltung für Wirtschaft, Ludwig Erhard
    Einführung einer neuen Währung / Pfad der Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit wird beschritten / Gegen jegliche Art staatlicher Zwangswirtschaft / Vollmacht durch den Wirtschaftsrat erteilt / Hat persönlich keine wirtschaftlichen Interessen / Appelliert an das Vertrauen in die neue Währung / Übereinstimmung von Güterproduktion und Kaufkraft / Preise werden nicht steigen / Bildung von Kartellen und Monopolen nicht möglich / Frage der Deckung der Währung / Sparen und Kapitalbildung / Kreditversorgung bereitet Sorge / Marshallplan
    21.6.1948 / DRA Ffm 48.8014; 18'25"
  • 74. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin - Erklärung des Magistrats über die Währungslage. Darin u.a.:
    Louise Schroeder, amt. Oberbürgermeisterin: Letzte Nacht Übergabe des Befehls Nr. 111 des Obersten Chefs der Sowjetischen Militärverwaltung an den Magistrat: Inkraftsetzung der Währungsverordnung am 23.6., 6 Uhr / Vergebliche Hoffnung des Magistrats auf eine einheitliche Währung für Groß-Berlin / Diese Instruktionen haben keine Viermächtegrundlage / Der sowjetische Befehl wird in den West-Sektoren nicht durchgeführt (7'35")
    Karl Maron, SED: West-Berlin Brückenkopf im Kampf gegen die Demokratie / Nur ein Ausweg: Durchführung des Befehls Nr. 111 / "Die Sparguthaben der Berliner Bevölkerung und die Gelder der Sozialversicherung liegen im sowjetischen Sektor Berlins. Wir werden niemals unsere Zustimmung dazu geben, daß diese Gelder ... den monopolistischen Interessen der Westmächte geopfert werden (3'55")
    Ernst Reuter: Entscheidung des Magistrats "in dem klaren Bewußtsein, daß er der Wortführer der Berliner Bevölkerung ist" (5'00")
    Otto Suhr: Abstimmung über Schluß der Debatte (1'15")
    Waldemar Schmidt, SED: Gegen die Erklärung von L. Schroeder / Die politischen Konsequenzen der getrennten Geldreformen in Berlin wurden nicht beachtet (0'55")
    23.6.1948 / DRA Ffm 75 U 3332/1; 90'35"
Stand: 20. Juni 1998

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 16.11.2006
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