125. Geburtstag von Gustav Stresemann
Gedenktage zu Politik, Kultur und Gesellschaft: 10. Mai 2003
Kurzinformationen

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Politiker; Reichskanzler (1923) und Reichsaußenminister (1923-29);
Vorsitzender der Deutschen Volkspartei (1918-29); erhielt 1926 zusammen
mit Aristide Briand den Friedensnobelpreis für seine Außenpolitik
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geboren am
10. Mai 1878 in Berlin
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gestorben am
3. Oktober 1929 in Berlin
Hörzitat
(1'41'') aus:
Dokument DRA Ffm B 3854495
Hinweis auf die CD
"Die Reichskanzler der Weimarer Republik in Originaltonaufnahmen"
Bild: Gustav Stresemann
Foto: Deutsches Historisches Museum
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Aufnahmen
- Ansprache von Gustav Stresemann bei der Eröffnung der Kino-
und Photoausstellung in Berlin
Hörzitat
(1'41''): Die Ausstellung ist Zeugnis für deutschen Geist
und deutsche Technik (mit Ansage: "Diese Rede wurde im Reichsaußenministerium
nach dem Tri-Ergon-Verfahren aufgenommen")
25.9.1925 / DRA Ffm B 3854495; 1'41"
- Ansprache von Gustav Stresemann für die DVP anlässlich
der Reichstagswahl am 20. Mai 1928
Vertritt die Tradition der vor 50 Jahren gegründeten Nationalliberalen Partei
/ Außenpolitisch, innenpolitisch und wirtschaftliche Schwierigkeiten / "Das
ganze Zeitalter dessen Bürger wir sind, ist im Großen gesehen noch immer
ein Zeitalter der Revolution" / Die Grenzen sind nicht wie früher geschützt
/ Die wirtschaftliche Zukunft ist unsicher / Wovon sollen Kriegslasten bezahlt
werden? / Verhältnis zwischen Reich und Ländern ist noch nicht endgültig
geordnet / Schädlichen Dualismus zwischen dem Reich und Preußen überwinden
/ Leitstern der Partei: Ansprüche der Zeit befriedigen, frei sein von Illusionen
und sachlich nüchterne Arbeit machen / Realpolitik ist in Wirklichkeit das
Höchste am Idealismus / DVP ist die Partei des Wiederaufbaus / Wir haben
es vorgezogen, lieber Popularität und Mandate zu verlieren, als den bequemen
Weg der Opposition zu gehen / Wir haben eine nationale Realpolitik nach
außen und nach innen praktiziert / DVP wird aus den Wahlen gestärkt hervorgehen
Mai 1928 / DRA Ffm B3854531; 4'17"
- Ansprache von Gustav Stresemann für die DVP anlässlich der
Reichstagswahl am 20. Mai 1928
Gegen eine "träumende Resignation" und wehmütig der alten Zeit zu gedenken
/ Hand ans Werk legen und die guten Steine der Vergangenheit benutzen /
Wir leben noch in einem "Zeitalter der Umwälzung" / Die wirtschaftliche
Zukunft ist ungewiss, da wir die Grenzen unserer Verpflichtung nicht kennen
/ Das Verhältnis von Reich zu den Ländern ist ungeklärt / Leitstern der
Partei: die Ansprüche der Zeit befriedigen, frei sein von Illusionen und
sachlich nüchterne Arbeit machen / Wir sind die Partei des Wiederaufbaus
/ Ohne unsere Partei ist das Reichsschiff großen Schwankungen ausgesetzt
/ Verzicht auf extreme Meinungen / Die Partei wird gestärkt aus dem Wahlkampf
hervorgehen
Mai 1928 / DRA Ffm B3853618; 3'20"
- Trauerfeier im Berliner Reichstag für den am 3.10.1929 verstorbenen
Reichsaußenminister Gustav Stresemann sowie anschließende Reportage
von den Trauerfeierlichkeiten
Hermann Müller, Reichskanzler: Das deutsche Volk hat einen seiner besten
Söhne verloren / Hat bis zum letzten Augenblick für ein Vaterland gearbeitet
/ Arbeit für den Wiederaufstieg und für die Zukunft des deutschen Volkes
/ Bedeutende Ergebnisse waren die Locarno-Konferenz und der Eintritt Deutschlands
in den Völkerbund / Bedeutung auch als Führer der DVP (18'45) Siegfried
von Kardorff, DVP: Über die Politik und die Persönlichkeit Gustav Stresemanns
(5'50)
Reportage Alfred Braun: "Jetzt setzt sich von hier, vor dem Reichstagsgebäude,
der Trauerzug in Bewegung. ... Der Haupteingang des Hauses, in dem das Auswärtige
Amt seinen Sitz hat, ist flankiert von vier schwarzverhüllten, abgestumpften
Obelisken. Mit schwarzem Flor umhangen sind auch die Laternen, link und
rechts von den Portalen. Aus den umflorten gläsernen Hauben der Laternen,
die auf schweren Steinsockeln ruhen, strahlt das elektrische Licht - kraftlos,
tot ins Tageshelle. ... Eine schwere große Tür verschließt den Haupteingang,
durch den der Reichsaußenminister immer gegangen ist. ... Jetzt ist der
Sarg schon vor dem Haus des Reichstagspräsidenten. ... Der Sarg ist vorm
Hauptportal des Auswärtigen Amtes angelangt ... der Reichspräsident bleibt
vor dem Hauptportal stehen und sieht dem Sarg nach, der langsam jetzt an
das Fenster des Arbeitszimmers fährt Die Minuten stillen Aufenthalts auf
der Straße vor dem Arbeitszimmer sind um, der Trauerzug setzt sich in Bewegung,
zum Friedhof hin. Gustav Stresemann hat das Auswärtige Amt verlassen"(5'45)
6.10.1929 / DRA Ffm B3854549; 41'05"
- Gustav Stresemanns letzte Rede in der Völkerbundsitzung
am 9. September 1929 in Genf
Ergebnis der Haager Konferenz als Ausgangspunkt, da dort Fragen behandelt
wurden, die Grundlagen der Existenz Deutschlands betreffen / In Haag beschlossene
Erfüllung des deutschen Verlangens nach der Befreiung deutschen Gebiets
von der Besetzung durch ausländische Truppen / "So wird der Weg frei, um
die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Ländern, die ihm einst als
Kriegsgegner gegenüberstanden, so eng und fruchtbar zu gestalten, wie das
Interesse aller Völker und mithin das ureigenste Interesse des Völkerbundes
es erfordert" / Vertrauen in den Internationalen Schiedshof in Haag / Der
Völkerbund muss sich des Schicksals der Minderheiten annehmen / Wirtschaftliche
Grenzverhältnisse sind zu erleichtern, wie es einem modernen Europa entspricht
/ Durch den Versailler Vertrag wurden neue Staaten geschaffen, diese Staaten
sind aber nicht dem neuen Europa angepasst / "Ich lehne es ab, die wirtschaftliche
Vereinigung und Vereinfachung der europäischen Staaten als eine Utopie anzusehen.
Ich halte es vielmehr für eine unbedingte Pflicht, in dieser Richtung zu
arbeiten" Sprecher: Alfred Beierle
1930 / DRA Ffm B4474552; 9'09"
Stand: 10. Mai 2003
Hinweis
Auf der CD 'Die Reichskanzler der Weimarer Republik in Originaltonaufnahmen',
herausgegeben vom Deutschen Rundfunkarchiv, dem Deutschen Historischen Museum
und der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, befinden sich drei Tonaufnahmen, die
sich mit Gustav Stresemann befassen u.a. auch die oben erwähnte
Hörzitat
(1'41''): bei der Eröffnung
der Kino- und Photoausstellung in Berlin, 25.9.1925 [DHM / DRA / FEG CD I-2003].