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Deutsches Rundfunkarchiv

Rosita Serrano  

Radio-Klassiker Nr. 7
Südamerikanische Volkslieder
Originalaufnahmen aus den Jahren 1938 bis 1950

Klangbeispiel:
"Bia-Ta-Ta" - Volkslied aus Brasilien  
(RealAudio-Datei: 1'05" [Track 3])

Vertrieb:
Vollstädt-Medienvertrieb
Postfach 210524
27526 Bremerhaven
Tel.: 0471-503196, Fax: -503197
E-Mail: RVMusik@aol.com


Maria Martha Esther Aldunate del Campo wird - nach ihren eigenen Angaben - am 14. Juni 1914 in Chile geboren. Das Datum ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da erwiesenermaßen ein veritabler Tintenklecks ausgerechnet die Stelle in ihrem Paß zierte, an der ihr Geburtsdatum eingetragen war. Über die Geschichte ihrer frühen Jahre ist nicht allzuviel bekannt. Der Reklametext der Firma Telefunken belegt, daß sie Anfang 1937 in Berlin angekommen sein muß. Aufschlußreich ist der Familienname, ein Doppelname wie noch heute in Südamerika üblich, mit dem Namen des Vaters, Aldunate, an erster und dem Namen der Mutter an zweiter Stelle. Und von dieser muß Rosita Serrano ihre unglaubliche Musikalität geerbt haben, denn Sofia del Campo (1884-1964) war in Chile ein Star und hatte mit ihrem virtuos gebildeten Koloratursopran eine beachtliche internationale Karriere vorzuweisen.

Im Gefolge ihrer Mutter, die in den 30er Jahren ausgedehnte Europatourneen unternimmt, kommt Rosita auch nach Berlin. Hier verspürt sie den Drang, ihre ererbten künstlerischen Fähigkeiten nun endlich selbst auszuprobieren. Ihren langen Familiennamen faßt sie zu dem exotisch klingenden Künstlernamen Rosita Serrano zusammen und geht mit ihrem temperamentvollen, leicht hysterischen Charakter, dem hin und wieder auch Gläser oder andere leicht zerbrechliche Gegenstände zum Opfer fallen können, einem Theaterdirektor so lange auf die Nerven, bis dieser Rosita mit ihrer Gitarre vor das Publikum treten läßt. Es ist der Beginn einer steilen Karriere.

Anfang 1938 steht Rosita zum ersten Mal vor einer Filmkamera. In dem Revuefilm "Es leuchten die Sterne" sorgt sie für südamerikanisches Flair. Am 5. März 1938 besingt sie ihre ersten Schallplatten bei Telefunken in Berlin mit den Hauptschlagern aus diesem Film. Ein Exklusivvertrag wird geschlossen und Rosita fortan als "Chilenische Nachtigall" von der Plattenfirma publikumswirksam vermarktet. Der Rundfunk zieht nach und sendet neben Rosita Serrano-Schallplatten auch eigene Produktionen, diese hauptsächlich mit folkloristischen Liedern aus Südamerika, bei denen sich Rosita selbst auf der Gitarre begleitet. Zehn Aufnahmen haben sich in den Beständen des Deutschen Rundfunkarchivs in Frankfurt erhalten, die nun erstmalig auf dieser CD wiederveröffentlicht werden, wobei das einzig erhaltene Duett mit ihrer Mutter Sofia del Campo eine besondere Rarität darstellt. Die Verwandschaft der Stimmen ist nicht zu überhören. Bis in den Zweiten Weltkrieg hinein war Sofia del Campo immer wieder zu Gast und auf Besuch bei ihrer Tochter in Berlin. Bei einem dieser Besuche entstand auch ihre letzte kommerzielle Schallplattenaufnahme bei "Telefunken" - eine ausgesprochene Rarität, die wir als Bonus diesem Musikprogramm mit südamerikanischen Volksliedern anfügen.

Ende der 30er Jahre ist Rosita Serrano in Berlin allgegenwärtig. Nach Schallplatte, Funk und Film erobert sie sich nun auch die Bühne. Zwar ist ihre deutsche Aussprache noch immer von einem starken, dafür aber sehr charmant klingenden Akzent geprägt - auf Lautschrift, wie noch zu Beginn ihrer Karriere, ist sie nun aber auch nicht mehr angewiesen. 1940 hat sie im Berliner Komödienhaus ihren größten Erfolg. An der Seite von Albert Matterstock glänzt sie in der musikalischen Komödie "Anita und der Teufel". Gleichzeit geht sie mit dem Orchester Kurt Hohenberger, das sie in jenen Jahren bei fast allen Schallplattenaufnahmen musikalisch begleitet, auf große Deutschlandtournee. Diese Aufnahmen stellen eine einmalige Gradwanderung zwischen Fröhlichkeit, tiefempfundener Schwermut und Traurigkeit, zwischen spontanen Temperamentsausbrüchen, großem, von perlenden Koloraturen geprägten Kunstgesang und chansonartigem Vortragsstil dar.

Rositas Leben verläuft abenteuerlich Mehrfach kündigt sie in der Nachkriegszeit an, daß nun endlich ihre Memoiren erscheinen sollten. Zu einer Veröffentlichung ist es jedoch nie gekommen. Unklar ist auch, warum sie sich 1943 bei Nacht und Nebel nach Schweden absetzt. Ist es wirklich ein Verfahren wegen Spionage für das feindliche Ausland, das von oberster Parteiebene gegen sie angestrengt worden ist und das sie im ungünstigsten Falle den Kopf kosten könnte? Oder sind es doch eher persönliche Beweggründe, Deutschland den Rücken zu kehren?

Erst 1951 kehrt Rosita Serrano anläßlich einer Tournee nach Deutschland zurück, ihre alten Schallplatten, namentlich der Erfolgstitel "Roter Mohn" von Michael Jary verkaufen sich zu diesem Zeitpunkt immer noch in großen Stückzahlen. Ihre neuen Projekte haben jedoch nicht mehr den Erfolg, den sie von früher her gewohnt ist. In den 70er und 80 Jahren talkt sie sich - zumeist in Begleitung eines adligen Verehrers durch die bundesdeutschen Fernsehshows, wobei des öfteren ihr südamerikanisches Temperament mit ihr durchgeht. Nicht alle Moderatoren haben die Fähigkeit, ihren Temperamentsausbrüchen Paroli zu bieten. Als späte Reminiszenz erklingt Anfang der 90er Jahre Rositas Stimme in einigen Szenen der Verfilmung von lsabel Allendes Roman "Das Geisterhaus". Am 6. April 1997 ist die chilenische Nachtigall Rosita Serrano in Santiago de Chile gestorben.

Die vorliegende CD enthält erstmalig neben Rositas zehn erhalten geblieben Rundfunkaufnahmen aus den Jahren 1938 bis 1943 ihre schönsten Aufnahmen mit südamerikanischer Folklore - eine Zusammenstellung, die es in dieser Form bisher noch nicht gegeben hat und die das Multitalent Rosita Serrano von ihrer schönsten - weil ursprünglichsten Seite - zeigen. Es sind Lieder voll Heiterkeit. Temperament aber auch Schwermut und Melancholie. Es ist der musikalische Zauber Südamerikas.

Jens-Uwe Völmecke
(Text aus dem Booklet)


Inhalt:


Tracknummer Titel Dauer
01. El Panquelero
(Volkslied aus Kuba)
2:52
02. Vieni Vieni
(Volkslied aus Italien)
2:48
03. Bia-Ta-Ta
(Volkslied aus Brasilien)
1:05
04. El Cabayo Bayo
(Volkslied aus Uruguay)
2:21
05. Mulata Lay
(Rumba aus Kuba)
2:12
06. Mani
(Rumba aus Kuba)
3:02
07. Volkslied aus Brasilien
(Volkslied)
2:44
08. El Palomito
(Volkslied aus Chile) mit Sofia del Campo
2:03
09. Chárrua
(Volkslied aus Chile)
4:00
10. Vos Sebis Yo Te Quiero
(Volkslied aus Chile)
3:50
11. Domingo Allegre
(Portugiesisches Lied)
2:37
12. Carmencita la Gitana
(Spanisches Lied)
3:23
13. Adios, Mi Chaparrita
(Volkslied aus Mexiko)
3:12
14. Zumba
(Volkslied aus Spanien)
2:39
15. Banzo
(Volkslied aus Spanien)
2:39
16. Corrio Llanero
(Volkslied aus Venezuela)
2:39
17. Bamba
(Volkslied aus Spanien)
2:39
18. Mananitas
(Volkslied aus Uruguay)
2:39
19. La Paloma
(Volkslied aus Mexiko)
2:39
20. Estrcllita
(Volkslied aus Mexiko)
2:39
21. CielitoLindo
(Volkslied aus Südamerika)
2:39
Zugaben Sofia del Campo
22. Mi Viejo Amor
(Volkslied aus Chile)
3:06
23. El Secreto
(Zamacueco Original Chielena)
3:15
Gesamtspielzeit 67:34


(P) (C) 2003 by JUBE Musikproduktion, Erftstadt, LC 02582, Best.Nr. JUBE 0103

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 14.01.2009
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