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Wolfgang Amadeus Mozart

Klarinettenwerke

CD-Cover: Wolfgang Amadeus Mozart - Klarinettenwerke  

Zum Preis von 5 € ist die CD
(Nr. mu05) im DRA-Shop erhältlich

Klangbeispiel:
Klangbeispiel: Mozart - Konzert A-Dur KV 622 für Klarinette und Orchester
mit Luigi Amodio (Juli 1942)
(Track 1, Ausschnitt, 4'15")

 

 

Aufnahmen:

Wolfgang Amadeus Mozart

Konzert A-Dur KV 622 für Klarinette und Orchester

Tracknummer Satzbezeichnung Dauer
1   I. Allegro 13'08"
2  II. Adagio 7'37"
3 III. Rondo. Allegro 9'32"

Luigi Amodio, Klarinette
Städtisches Orchester Berlin
Leitung: Alceo Galliera

Aufnahmedatum: Juli 1942
Aufnahmeort: Berlin
Siemens Spezial LM 68134/37, Matrix: 1940/47 GE 9
(4 Schellackplatten, beidseitig bespielt)


Quintett A-Dur KV 581 für Klarinette, 2 Violinen, Viola und Violoncello

Tracknummer Satzbezeichnung Dauer
4   I. Allegro 6'36"
5  II. Larghetto 8'20"
6 III. Menuetto 6'00"
7 IV. Allegretto con Variazoni 10'57"

Luigi Amodio, Klarinette
Strub-Quartett:
Max Strub, Violine
Hermann Hubl, Violine
Hermann Hirschfelder, Viola
Hans Rudolph Münch-Holland, Violoncello

Aufnahmedatum: 20. Mai 1941
Aufnahmeort: München, Funkhaus
Reichssender München, Matrix: 66183/93
(11 Schellackplatten, einseitig bespielt)

Trio Es-Dur KV 498 für Klarinette, Viola und Klavier (Kegelstatt-Trio)

Tracknummer Satzbezeichnung Dauer
8   I. Andante 5'25"
9  II. Menuetoo - Trio 4'59"
10 III. Rondeaux. Allegretto 7'05"

Oskar Michallik, Klarinette
Hans Ende, Viola
Karl-Fritz Voigtmann, Klavier

Aufnahmedatum: 20. Juni 1964
Aufnahmeort: Berlin,
Funkhaus Nalepastraße, Saal 3
Tonmeister: Lothar Hübner
Rundfunk der DDR, ZMK8258 (Magnettonband)

Gesamtzeit: 79'39"

 

Text des Booklets:

Mozart und die Klarinette
Eine Hommage anläßlich des 250. Geburtstags von Wolfgang Amadeus Mozart

Januarius. 28. med[ia hora] 11. merid[iana] baptizatus est: natus pridie h[ora] 8. vesp[ertina] / Joannes Chrysost[omus] Wolfgangus Theophilus fil[ius] leg[itimus] / Nob[ilis] D[ominus] Leopoldus Mozart Aulae Musicus, et Maria Anna Pertlin coniuges.

Dieser Eintrag findet sich im Taufregister der Dompfarre zu Salzburg und besagt, daß Johann Chrysostomus Wolfgang Theophil, ehelicher Sohn des Hofmusikus Leopold Mozart und seiner Gattin Maria Anna Pertlin, am 27. Januar 1756 um acht Uhr abends geboren und tags darauf getauft worden ist. Berühmt geworden ist der Täufling unter seinem dritten und vierten Namen, wobei der letzte Name von seinem Träger latinisiert worden ist: Wolfgang Amadeus (griechisch: Theophilos, deutsch: Gottlieb). Wolfgang Amadeus Mozart gilt als Inbegriff des musikalischen Genies und steht für die "klassische Musik" schlechthin. Wunderkind, verkanntes Genie, verarmter Künstler, ein früher und unerklärlicher Tod, all diese Faktoren tragen in einem nicht unerheblichen Maße zum Mythos Mozart bei.

2006 jährt sich der Geburtstag des wohl bekanntesten und beliebtesten Komponisten der Wiener Klassik zum 250. Mal. Das Deutsche Rundfunkarchiv nimmt dieses Jubiläum zum Anlaß, um einen kleinen, aber wichtigen Teilbereich von Mozarts kompositorischem Schaffen in exemplarischen Einspielungen zu veröffentlichen: die Werke für Solo-Klarinette.

Die Klarinette war zu Mozarts Zeit ein noch relativ junges Instrument. Sie wurde um 1700 von dem Nürnberger Instrumentenbauer Johann Christoph Denner als Verbesserung des Chalumeau entwickelt. Da der Klang des Instruments in hoher Lage dem einer Clarin-Trompete ähnelte, bekam es den Namen "Klarinette". Die Klarinette setzte sich nur langsam durch. Noch bis tief ins 18. Jahrhundert waren Klarinetten als Solo- und als Orchesterinstrumente vielerorts keine Selbstverständlichkeit. So schrieb Mozart im Dezember 1778 aus Mannheim an seinen Vater in Salzburg: "ach, wenn wir [in Salzburg] nur auch clarinetti hätten! – sie glauben nicht was eine sinfonie mit flauten, oboen und clarinetten einen herrlichen Effect macht."

Mozart setzte die Klarinette erstmals im Jahre 1771 ein, nämlich in seinem Divertimento Es-Dur KV 113. Sofern ihm Klarinetten zur Verfügung standen, verwendete er sie regelmäßig im Orchestersatz oder in Bläserensembles. Als durchgängiges Soloinstrument tritt die Klarinette in Mozarts Œuvre aber nur dreimal in Erscheinung, nämlich im sogenannten Kegelstatt-Trio KV 498 aus dem Jahre 1786, im Klarinettenquintett KV 581 aus dem Jahre 1789 und im Klarinettenkonzert KV 622 aus dem Jahre 1791. Alle drei Werke verdanken wir Mozarts Freundschaft mit dem Klarinetten-Virtuosen Anton Stadler.

Anton Stadler stand seit 1782 als festangestellter Klarinettist in kaiserlichen Diensten. Er war ein angesehener Musiker, erwarb sich aber auch Verdienste um die klangliche Optimierung der Klarinette. So entwickelte er unter anderem die im Tonumfang erweiterte Bassettklarinette. Für dieses Instrument schrieb Mozart seine beiden berühmtesten Klarinettenwerke: das Quintett KV 581 und das Konzert KV 622. Stadlers Bassettklarinette konnte sich nicht durchsetzen. Darum wurden sowohl das Quintett als auch das Konzert später von fremder Hand für die konventionelle Klarinette umgearbeitet. Mozarts Originalfassungen sind leider verlorengegangen. Obwohl in letzter Zeit immer öfter Rekonstruktionen der Werke mit Bassettklarinette aufgeführt werden, kennt man beide Kompositionen aber meist nur in der überarbeiteten Fassung, und so erklingen sie auch auf der vorliegenden CD.

Schenkt man der Überlieferung Glauben, so komponierte Mozart das Trio Es-Dur KV 498 während einer Kegelpartie im Sommer des Jahres 1786. Daher rührt auch der Beiname "Kegelstatt-Trio". Inwieweit die Anekdote von der Kegelpartie der Wahrheit entspricht, läßt sich nicht mehr nachvollziehen. Man kann aber mit einiger Sicherheit davon ausgehen, daß die Komposition für eine Aufführung in Mozarts privatem Umfeld bestimmt war. Den Klavierpart hat Mozart wahrscheinlich seiner ehemaligen Schülerin Franziska Jacquin zugedacht und den Klarinettenpart seinem Freund Anton Stadler. Den Bratschenpart übernahm Mozart selbst.

Die vorliegende CD vereinigt Mozarts Gesamtwerk für Solo-Klarinette in Aufnahmen aus den drei Sammlungsschwerpunkten der Schallarchive des Deutschen Rundfunkarchivs: Aufnahmen der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft vor 1945, Aufnahmen des Rundfunks der DDR und historische Aufnahmen der Schallplattenindustrie.

Am Beginn unserer CD steht das Konzert A-Dur KV 622 für Klarinette und Orchester in einer historischen Aufnahme der Schallplattenmarke Siemens Spezial. Solist dieser Aufnahme ist der 1902 in Bologna geborene Klarinettist Luigi Amodio. Amodio studierte am Konservatorium seiner Heimatstadt und bekleidete ab 1924 die Position des Solo-Klarinettisten im Orchester der Mailänder Scala. Er genoß als Virtuose einen ausgezeichneten Ruf und unternahm zahlreiche Konzertreisen ins europäische Ausland. Er war öfter in Deutschland zu hören und machte dort auch Aufnahmen für den Rundfunk und für die Schallplattenindustrie. Die Aufnahme des Klarinettenkonzerts entstand im Juli 1942 in Berlin, kurz vor Amodios allzu frühem Tod am 17. August 1942.

Luigi Amodio ist auch der Klarinettist in der Einspielung des Quintetts A-Dur KV 581 für Klarinette, zwei Violinen, Viola und Violoncello. Die Aufnahme entstand am 20. Mai 1941 für den Reichssender München und ist auf elf einseitig bespielten Schellackplatten überliefert. Die Einspielung war ausschließlich für Sendezwecke bestimmt und nicht über den Schallplattenhandel zu beziehen. Begleitet wurde Amodio vom Strub-Quartett, das im Jahre 1936 von seinem Primarius Max Strub gegründet wurde und seinerzeit hohes Ansehen in Deutschland genoß.

Am Schluß unserer CD steht das Trio Es-Dur KV 498 für Klarinette, Viola und Klavier in einer Aufnahme, die vom Rundfunk der DDR produziert wurde. In dieser Aufnahme spielte Oskar Michallik den Klarinettenpart. Michallik wurde 1923 in Beuthen geboren und studierte in Brüssel Klarinette. Er bekleidete die Position des Solo-Klarinettisten in der renommierten Berliner Staatskapelle und später im Orchester der Komischen Oper Berlin. Er war aber auch ein gefragter Solist und Kammermusikpartner. Davon zeugen unter anderem seine zahlreichen Aufnahmen für Rundfunk und Schallplatte. Das Kegelstatt-Trio spielte Michallik zusammen mit Karl-Fritz Voigtmann (Klavier) und Hans Ende (Viola) am 20. Juni 1964 im Studio 3 des Funkhauses in der Nalepastraße in Ost-Berlin ein.

Jörg Wyrschowy

© Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv (dra) 2005

Konzeption und Text: Jörg Wyrschowy
Digital Remastering: Mathias Helling
Design: Peter Wolf KommunikationsDesign, Hainburg am Main
Coverbild: Wolfgang Amadeus Mozart mit dem Orden des Ritters vom Goldenen Sporn; Gemälde, 1777.
Original: Bologna, Conservatorio di Musica "Giovan Battista Martini".
© Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz (bpk), Berlin 2005, Foto: Alfredo Dagli Orti
Künstlerfotos: © Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv
Herstellung: Tonträger Herstellungs Service GmbH, Kelkheim

 

 

LETZTE ÄNDERUNG: 18.10.2012  | IMPRESSUM | nach oben