- - - upAbhörverbot
upEinheitsrundfunk
upBrücke zwischen Heimat und Front
Durchhalteparolen statt Siegesmeldungen


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Umfassende Propaganda nicht mehr möglich

Ab März 1942 gab es im Einheitsrundfunk ein Doppelprogramm: Der Deutschlandsender war zuständig für ernste und klassische Musik, die Reichssender strahlten ein leichtes Unterhaltungsprogramm aus. Die Beruhigung der "Heimatfront" gelang bald nicht mehr. Trotz steigender Hörerzahlen (1.5.1940: 14 327 918) wurde aufgrund von Bombenangriffen und Stromsperren weniger gehört. Eine umfassende Rundfunkpropaganda nach innen war nicht mehr möglich.
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Funkhaus Frankfurt Funkhaus Stuttgart
Die zerstörten Funkhäuser in Frankfurt und Stuttgart,1,2
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Erster OKW-Bericht über Stalingrad

Am 16. Januar 1943 informierte zum ersten Mal der OKW-Bericht über Stalingrad: "Im Raum von Stalingrad schlugen unsere Truppen, die dort seit Wochen in heldenmütigem Abwehrkampf gegen den von allen Seiten angreifenden Feind stehen, starke Angriffe ab." Mit einer Verspätung von drei Tagen, am 3. Februar 1943, wurde die Niederlage der Wehrmacht bei Stalingrad dem deutschen Volk bekanntgegeben.
- - - Goebbels im Sportpalast

RealAudio,2:52
OKW-Bericht zum Fall von Stalingrad, 3.2.1943

Durchhalteparolen statt Siegesmeldungen

Nach Stalingrad gab es keine Sondermeldungen mehr im Großdeutschen Rundfunk. An ihre Stelle traten Durchhalteparolen mit dem Ziel der totalen Mobilisierung, für deren Auftakt Goebbels selbst mit seiner Frage "Wollt ihr den totalen Krieg?" am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast sorgte. Luftlagemeldungen, Senderabschaltungen und - wenn auch verharmlosende - Berichte über das Näherkommen der alliierten Truppen bestimmten das Programm.

RealAudio,2:06
Zarah Leander: "Davon geht die Welt nicht unter"


Goebbels im Sportpalast,
18.2.1943,5


RealAudio,17:07
Ausschnitt aus Goebbels Sportpalastrede, 18.2.1943
- - - Durch den am 1. September 1944 verfügten Führererlaß "über den totalen Kriegseinsatz" waren alle kulturellen Einrichtungen wie Theater, Ausstellungen, Kunsthochschulen u. a. geschlossen worden. Nur noch Film und Rundfunk sollten "den Soldaten an der Front und der schaffenden Heimat Entspannung geben und kulturelle Werte vermitteln". Kritik an der politischen Führung und auch am Rundfunkprogramm machte sich in vermehrten, meist anonymen Zuschriften bemerkbar. Luftschutzkeller
Im Luftschutzkeller,4
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Anonymer Brief

RealAudio,3:00
Reichssender Flensburg: Letzter Wehrmachtsbericht, 9.5.1945


Anonymer Brief an Hans Fritsche, Rundfunkverantwortlicher im Propagandaministerium,6
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Letzte Propagandalüge

Gegen Kriegsende waren nur noch der Reichssender Hamburg und sein Nebensender Flensburg intakt und in deutscher Hand. Von Flensburg aus wurde am 1. Mai 1945 die "Meldung aus dem Führerhauptquartier" verlesen, nach der Hitler in Berlin den angeblichen Heldentod im Kampf gegen die Russen gefunden habe: Es war die letzte Propagandalüge, denn Hitler endete wie Goebbels durch Selbstmord.

RealAudio,4:04
Karl Dönitz aus dem Führerhauptquartier: Vom Tod Hitlers, 1.5.1945

Sender Flensburg mit dem Sendeturm von 1935

Sender Flensburg
mit dem Sendeturm von 1935,3


- - - 1 Foto: Hessischer Rundfunk/Bethke
2 Foto: Süddeutscher Rundfunk
3 Foto: Norddeutscher Rundfunk
4 Quelle: DRM
5 Foto: Deutsches Historisches Museum, Berlin
6 Quelle: BA R 55/534

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