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Zum 1. Mai: Arbeiter im DDR-Fernsehen

Ein Kamerateam filmt Bauarbeiter.

Ein Kamerateam filmt Bauarbeiter.

Der 1. Mai war ein zentraler Feiertag in der DDR. Zum "Tag der Arbeit" hat das DRA für Retro Spezial DDR in der ARD-Mediathek eine neue und ausgewählte Videosammlung bereitgestellt. Die Videos geben Einblicke darüber, wie Arbeiter im frühen DDR-Fernsehen dargestellt wurden.

Erfolgsmeldungen aus Industriebetrieben sollten zeigen, wie vermeintlich erfolgreich die Wirtschaft im Zeichen der Planwirtschaft entwickelt wurde. Berichte über Konferenzen und Feierlichkeiten der Arbeiterschaft waren im Kontext des Kalten Krieges politisch stark aufgeladen. In Straßeninterviews kamen Arbeiter zu politischen und gesellschaftlichen Ereignissen - wie dem Mauerbau 1961 oder dem Vietnamkrieg - zu Wort und erhielten so eine Stimme im staatlichen Fernsehen der DDR. 

Magazin Prisma: Kritische Themen

Vor allem das innenpolitische Magazin Prisma beschäftigte sich mit Themen, bei denen in der DDR noch Verbesserungsbedarf gesehen wurde. So fanden in den 1950er und 1960er Jahren noch recht wenig Frauen in Industrieberufe. Auch das Neuererwesen, bei dem Arbeiter ihre Vorschläge zur Verbesserung der Produktion einbringen konnten, führte offenbar zum Konflikt mit Ingenieuren in den Betrieben, die andere Ziele bei der Verbesserung der Produktionsabläufe und Produkte verfolgten.